Sonnenmenschen

Es schließt sich eine Tür, und es öffnet sich eine andere. Alles ist in Bewegung und egal wie sehr man sich etwas wünscht, wenn nicht die Zeit dafür ist, dann wird es nicht geschehen. Vieles nehme ich viel schwerer als es ist, mache mir Angst, Gedanken, Sorgen. Und dann treten sie in mein Leben, stehen an dieser anderen Tür, halten sie mir auf, heißen mich willkommen – ihre Augen, ihr Lächeln, ihre Herzen. Sie sind Lichter in den dunkelsten Zeiten. Begleiter, Begleiterinnen, Freunde, Freundinnen. Sie sind Augen, die mich ansehen und mich mit einer Liebe überfluten, die ich kaum aushalte, die mich so tief, und so stark und so intensiv trifft, dass mir das Herz wächst und wächst, bis es sich anfühlt, als wäre es zu groß für meinen Körper.

Und dann steht unter all diesen Lichtern, all diesen Lächeln, Augen und Herzen und Begleitern, Freunden – Sie. Da steht sie, mit ihrem tiefblauen Ozean und ich spüre sie und habe das Gefühl zu fliegen, wenn ich sie spüre.

Ich mache gerade eine seltsame Zeit durch. Als würde meine Welt auf dem Kopf stehen. Es geht alles schief, was schief gehen kann. Voll mit Unsicherheit, Sorge und Risiko. Und ich weiß, ich spüre, dass das alles durch mich hindurch läuft, dass ich der Kanal bin, durch das diese ganze Situation ausgelöst wird, aber ich kann nicht erkennen, wodurch es ausgelöst wird. Was ich ändern muss.

Ich sperrte mich ein, mich selbst. Sperrte andere weg. Alle. Und ich musste wieder lernen zu atmen, zu schlafen, zu träumen, zu lachen und mich zu bewegen. Es war in Eis gefroren, fest und unerbittlich. Und ich wusste immer, dass es da  ist, dass es irgendwo in mir ist, dass dieses Zeug im Eis  ICH bin, dass diese kleinen Teilchen, die mir aus den Händen flogen, meine Persönlichkeit waren, die ich irgendwie nicht mehr erkennen konnte.

Und dann am ein Arschtritt. Meinerseits. Ich ging wieder zu ihnen, zu meinen Lichtern, meinen Herzmenschen… Sonnenmenschen. Und mein Herz ist wieder aufgegangen, wie die Sonne nach einer erstickten Nacht.

Ich denke, ich verändere mich gerade. Ich weiß noch nicht in welche Richtung, aber es passiert.

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Ein Cappuccino – 7,5 Menschen

Nummer 1:

Er kennt die Bäckerin A. Mein ehemaliger Berufsschulen Klassenkamerad, der ehemalige gute Freund des Sohnes der Bäckerin A., er will auf die BOS. Gescheiter Kerl.

Nummer 2,5:

Ich sehe sie durch das Fenster. Ich kenne sie (Nr. 2). Sie und ihren Sohn (2,5 – denn er ist ja ein Kurzer). Sie stehen am Laden „Photographie Nicoletti“. Sie schauen sich Urlaubskarten an. Dem Sohn gefällt eine Karte. Ihre Söhne sehen aus wie ihr Vater. Er arbeitet bei uns im Rechtsreferat. Er ist Anwalt. Sie kauft ihm die Karte.

Nummer 3,5:

Sie arbeitet in der IT. Sie ist eine unauffällige Frau mit vielen Schatten, die man ihr ansieht aber keiner kennt, weil sie ein ruhiges, scheinbar gutes Leben führt. Ich glaube ihr das scheinbar gute Leben. Das glaubt mir auch jeder.

Nummer 4,5:

Die Frau in der rosa Bluse. Sie saß vorne auf der Bühne, während wir unsere Abschlussprüfung schrieben. Sie hat eine strenge aber vernünftige und angenehme Ausstrahlung. Ich sehe sie seitdem jeden Tag. Ich kenne sie nicht. Und irgendwie doch.

Nummer 5,5:

„Ciao, Antonio!“
„Ciao Bella!“
„Come stai?“
„Bene, bene. Bene, bene!“
„Piacere, Antonio!!!“

Er ist mein Nachbar. Ich sehe ihn jedes Mal beim Bäcker. Er ist mein Nachbar, aber ich kenne ihn nicht als mein Nachbar. Er hat einen Rollator und ist ein alter Herr mit starkem italienischen Akzent. Er passt gut zu diesem Ort mit den roten Pflastersteinen. Er sitzt draußen und ich drinnen. Ich klopfe ihm durch die Scheibe durch, mein Gesicht erscheint als Lächeln in seinem Blickfeld. Sein Gesicht erstrahlt. Er schenkt mir einen Fliege-Kuss. Ich schenke ihm einen zurück. Er kommt herein und betitelt mich mit einer offenen Handbewegung als Katastrophe. Für ihn ist alles eine Katastrophe. Seine Ehefrau die Schlimmste. In meinen Augen aber seine Zigaretten.

Nummer 6,5:

Sie ist die Gärtnerin in unserer Einrichtung. Sie erinnert mich an Totoro. Ich kenne sie nicht, aber ich mag sie, weil ich Totoro mag.

Nummer 7,5:

Er wurde überfallen. Der Taxifahrer mit der spitzen Nase und dem Akzent. Der mich an meinen ehemaligen schwulen besten und heute nurnoch-Freund erinnert. Einmal in 6 Jahren. Sein Auge musste genäht werden. Es ist grausam. Er kommt aus England und ich habe unwissentlich mit seiner Stieftochter zusammen gearbeitet. „Klein ist die Welt“ sagt er. „Klein ist die Welt“, sage ich.

Ich mag sie.

Die kleine Welt

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der Mann, der einfach umkippte

Mittwoch um 12 Uhr war die Abschlussprüfung vorbei. Ich kann nichts dazu sagen. Es wäre nämlich peinlich, wenn ich sagen würde, es war sau einfach, und im Nachhinein dann doch durchfalle.

Heute waren wir noch mit der Klasse beim Lager von K & L Ruppert. War interessant und langweilig. Beides irgendwie. Zumindest habe ich mir im Lager gedacht, dass man hier echt verdammt gute Krimis oder Horrorgeschichten schreiben bzw. drehen könnte.

Der Mann der uns führte, war ein Wackelmann. Er wackelte die ganze Zeit. Wenn er die Hand in der Hosentasche hatte, wackelte sein Bein und seine Schulter. Wenn er mit der Hand den Stoff der Klamotten berührte, wackelten die Klamotten in seiner Hand. Er wackelte ständig. Ist nichts Neues für mich, so kleine Ticks, wenn man bedenkt, wo ich seit 5 Jahren arbeite.

Aber heute ist mir zum ersten Mal aufgefallen, wie anstrengend es ist, diese Menschen anzusehen, wenn sie reden. Er machte mich völlig unruhig. Deswegen stand ich irgendwann immer ganz hinten in der Gruppe.

Danach waren wir Essen. Zumindest die anderen. Ich hatte nicht mal Geld für ein kleines Tafelwasser. Meine Lehrerin wollte mir etwas ausgeben, aber ich wollte nicht. Ich hasse es, wenn andere mir Geld geben. Aber das ist ne andere Geschichte.

Als wir nach Hause gehen durften, lief ich nichts ahnend die Hauptstraße entlang, während ich mit Bay telefonierte und da traf mich plötzlich der Schock. Ich sah gerade noch so, wie ein älterer Mann, wie ein Baum, nach hinten die Straße entlang umkippte und mit dem Hinterkopf gegen das Heck eines Autos knallte, das gerade noch bremste.

Ich schlug mir die Hand vor den Mund und noch während ich Bay in die Warteschleife setzte, sagte ich ihr nur, dass ich kurz auflegen muss und rief die 112.

Irgendwie kam es mir ewig vor, bis die ganzen Leute reagierten. Ich war die Einzige, die loslief, während der Notruf wählte und erst als ich die ca. 10 Meter bis zu dem „toten“ Mann vorgelaufen war, fingen an die Leute aus den Autos zu springen. Ich zitterte am ganzen Körper und mir fiel in dem Moment noch nicht einmal diese verdammte stabile Seitenlage ein. Gott sei Dank griffen die Menschen gleich ein, während ich dem Notarzt erklärte was passiert war.
Der Typ atmete zwar, reagierte aber auf nichts, als sei er tot. Ich war so unter Schock, dass ich für nen Moment vergessen hatte, wo ich bin.

Ich sagte den Menschen, dass ich den Notarzt gerufen hatte und fragte, ob ich weitergehen dürfte oder ob mich der Notarzt brauchen würde. Die bedankten sich alle nur und meinte, ich könne ruhig gehen.

Ich ging ziemlich eilig weiter, während ich Bay aus der Warteschleife holte. Erst als ich ihr erzählte, was gerade passiert war, prasselte der Schock durch meinen Körper, weil ich erst jetzt spürte, wie mein Herz im Bauch klopfte und sogar meine Stimme zitterte.

Ich bin weiter gegangen, weil ich gesehen habe, dass sich ca. 6 Leute um den Mann gekümmert haben. Sonst wäre ich natürlich geblieben. Aber ich habe echt noch gute 20 Minuten gebraucht, um mich von dem Schock zu erholen.

Spätestens als ich am Zug war und ein einjähriger Knirps auf mich zugelaufen kam und mir zuwinkte, war der Schock vergessen.

 

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Wiedersehens-Lächeln vom Reh-Kind

Als ich vor zwei Wochen auf dem Weg von der Arbeit nach Hause im Bus saß, döste ich wieder vor mich hin. Ich liebe diese 15 Minuten Busfahrt, in denen ich einfach nur dasitzen und entspannen und meinen eigenen Gedanken nachgehen kann. Alleine zu sein, mich nicht auf irgendeine zwischenmenschliche Kommunikation konzentrieren, sondern einfach nur FÜR MICH sein zu dürfen. In diesen 15 Minuten ziehe ich mir auch ein kleines Mäuerchen um mich herum.

Oft wollen mich Leute im Bus ansprechen – das ist so typisch für hier. Die Leute steigen in einen Bus ein, kennen dich nicht, setzen sich in deine Nähe und fangen an mit dir zu plaudern.

Bis vor einigen Wochen habe ich nichts lieber getan als das – mit den Menschen im Bus gequatscht, ihnen zugehört oder auch bloß beobachtet.

Aber seit ich kaum noch Zeit für mich (und gefühlt auch kaum noch Zeit zum Atmen) habe, will ich einfach nur meine Ruhe, was nichts gegen die Menschen persönlich ist, sondern einfach um mich vor irgendeiner Eskalation zu schützen.

Denn so fühlte ich mich in den letzten Wochen ziemlich oft: Am Rande einer Eskalation. Ich hatte kaum noch Zeit mit irgendwelchen Menschen zu reden, wenn ich sie zufällig in der Stadt getroffen habe – „Es ist so schön, dich zu sehen, aber ich habe leider wirklich keine Zeit, ich muss dringend dies und jenes“, sagte ich dann mit nem leisen Stich im Herzen, weil ich die Menschen hier doch so gern habe und mich so unheimlich gerne mit ihnen unterhalte. Aber mein Stressfaktor war so hoch, dass ich nicht einmal für ein fünfminütiges Pläuschchen Zeit hatte. Mein Alltag bestand aus Arbeit, Terminen, Haushalt, Kochen, Geld, Lernen, (Scheißprüfungsängsten), Schlafen, Arbeit, Terminen… ach, und die ganzen Fahrten eben. Das ist vielleicht der einzige Nachteil an dieser Stadt. Hier fahren die Busse nicht besonders regelmäßig – an Wochenenden gar nicht. Allerdings muss ich da gleich wieder dagegen sprechen, dass man hier von überall aus innerhalb von einer (höchstens zwei) Stunde(n) überall hinkommt.

Ich hatte wirklich für nichts mehr Zeit. Keine Besuche bei meiner Familie, kein Treffen mit meinem Rudel (wow, ich fühle mich so auf Entzug!), kaum Zeit zum Schreiben (diese Beiträge schrieb/schreibe ich meistens in meinen kleinen Pausen in der Arbeit) – na ja, eigentlich hatte ich wirklich für nichts Zeit. Gar nichts.

Ich war in den letzten Wochen mehrmals am Rande meiner Kräfte. Es fehlte nur noch, dass ich an einigen Tagen nur noch am Boden kroch vor Erschöpfung. Zu viele Erwartungen. Zu viel: „Du bist ein kluges Mädchen, du bist so fleißig, so verantwortungsvoll, so präzise und zuverlässig etc. pp.“

Und ich dachte mir jedes Mal: Herrje, WO seht ihr das alle in mir? Die Menschen um mich herum schafften mir ein Maß (das sie aber wohl schon lange in mir sahen), von dem ich selbst nicht einmal glauben kann, dass er existiert… Und trotzdem versuchte ich es für alle Recht zu machen. Pünktlich hier und dort zu sein, das und jenes bis dahin korrekt und fehlerfrei fertig zu haben, mit 100 % bei diesem und jenen Gespräch dabei zu sein, ich versuchte eine gute Freundin, eine gute Angestellte, eine gute Kollegin und eine gute Tochter zu sein… und ich hatte trotz allen meinen Bemühungen und trotz jedem Dankeschön und Lob und Tralala das Gefühl überall jeden maßlos zu enttäuschen und vor allem in jeder Hinsicht zu scheitern.

Aber wie kann das sein, frage ich mich ständig. Wie kann es sein, dass diese ganzen Menschen um mich herum DAS in mir sehen? Bin ich wirklich so ein extremes Lügengebilde? Bin ich ’ne Geschichte oder eine Zeichentrickfigur, die seit jeher ein und denselben Charakter hat – so einen, den man sich einprägt und unwiderruflich scheint? Wie die böse Hexe in Schneewittchen oder Klopfer aus Bambi. Scheine ich für die Menschen wirklich so ein Optimum zu sein? Ein Alleskönner? Ein kluges Köpfchen? Oh Gott, wenn die bloß alle wüssten, was für ein Maßstab sie mir setzen.

Ich kann mir nicht erklären, warum sie das alle so sehen. In der Schule habe ich die letzten Male nur 4er und 6er geschrieben – Himmel, und das in ENGLISCH, wo ich doch sonst immer auf einer Eins stand! In Rewe habe ich die glatte 6 rausgeschlagen, das ist aber nichts Neues für mich. In dem Fach schwankte ich schon immer zwischen 5 und 6. So viel zum „klugen Köpfchen“. In allen anderen Fächer bin ich auf einem glatten Dreier. Nichts Besonderes. Da gibt es in meiner Klasse weitaus Bessere als mich.

Mal abgesehen von der Schule habe ich sowieso das Gefühl die verstreuteste Person der Weltgeschichte zu sein. Ich habe eine Orientierung wie ein Goldfisch und ein Gedächtnis wie ein Sieb. Nur so unnötige Daten, wie 1924, als Hitler sein Redeverbot durch die bayerische Regierung erteilt bekam und staatenlos war, oder 1927, als das wieder aufgehoben wurde. Zum Beispiel. Vielerlei solcher unnötigen Daten hängen in meinem Kopf. Aber was lebenspraktische, wichtige Informationen angeht, sowas vergesse ich in dem Moment, in dem ich an sie gedacht habe. Würde ich mir meine Termine (die momentan eh überquillen) nicht ins Handy eintragen oder mir für den Tag eine To-Do Liste schreiben, wäre das reinste Chaos los.

Oh man, und dann denke ich mir: Sowas wie ich arbeitet als Kauffrau für BüroMANAGEMENT. Das ich nicht lache! Aber ist das nicht Paradox? Es wählen doch viele Menschen irgendwie den Beruf, der charakterlich meistens am wenigsten zu einem passt. Vielleicht ist das ja eine Art Charakterförderung? Ein Ausgleich zu meinem chaotischen Alltag? Keine Ahnung, Mensch. Ich habe eigentlich von nichts eine Ahnung und es stresst mich manchmal tierisch, dass die Menschen um mich herum das All in One Paket sehen……. Ich meine, klar, ich sollte vielleicht dankbar und geschmeichelt sein, aber das bin ich nicht… Ganz und gar nicht.

Nun, und dann waren diese 15 oder 20 Minuten im Bus einfach sowas wie Urlaub für mich. Ich liebe es. Ich liebe momentan nichts mehr als alleine Bus oder Zug zu fahren.

Und als wir plötzlich um die Ecke in die Straße der Pizzeria einbogen, da sah ich sie: Das Reh-Mädchen.

Ich weiß, wie ich meine Augen aufschlug, als wäre ich gerade aus einem Traum erwacht und wie mein Herz einen kleinen Freudenhüpfer machte. Sie sah mich genau im selben Moment, wie ich sie. Ilona war mit einem anderen braunhaarigen Mädchen unterwegs. Sie lachte. Sie sah nicht mehr so scheu und verunsichert und verängstigt aus, wie ich sie in Erinnerungen hatte, und diese Erkenntnis machte mich in dem Moment so glücklich, dass ich alle meine Sorgen und den Stress vergaß.

Sie lächelte mich strahlend an, als sie mich im Fenster sah. Als der Bus um die Ecke bog, sah sie noch einmal zurück, ohne dass ihre Freundin das merkte, und winkte mir. Ich winkte zurück.

 

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20 Fakten

..über mich. Nach 1,5 Monaten. Ich habs schon ganz vergessen. Tut mir leid!

1. Ich finde, dass Schokobons heute anders schmecken als früher, als ich noch ein Kind war.

2. Autobesitzer werden mich hassen; ich liebe es als Beifahrer Auto zu fahren, da kommen mir die besten Gedanken – und dabei zu essen!

3. Ich liebe es, wenn alles schneebedeckt ist, wie in einer verzauberten Welt. Meinetwegen auch im Hochsommer.

4. Viele denken, ich wäre in der Schule voll der Überflieger, dabei bin ich eher im schlechten Bereich vom Durchschnitt

5. Ich habe heute festgestellt, dass bei McDonalds alles nach Pappe schmeckt. Außer der McFlurry mit Schokosose (Oreo oder Kekse) – den vergöttere ich.

6. Ich leide so extrem unter Prüfungsangst, dass mich schon wenige Monate vorher massive Ängste quälen, obwohl ich rational gesehen mein Leben liebe.

7. Ich liebe Wälder und die „echte“ Natur (nicht diese gepflanzten Gartenanlagen in Innenstädten oder so). Am liebsten liebe ich, wenn alles so richtig wild und durcheinander wuchert – ohja! Hach ja… da geht mein Herz auf

8. Ich glaube an das Schicksal mindestens genauso sehr wie an die Liebe

9. Ich LIEBE es zu klettern! Bäume, Felsen, Mauern… Sobald ich irgendwas entdecke, das „kletterbar“ ist, hält mich nichts mehr auf!!! Meine Mutter sagt, ich sei nicht umsonst Steinbock als Sternzeichen.

10. Apropos Sternzeichen: Ich hab’s mit Zwillingen.

11. Ich liebe es zu balancieren. Mit mir kann man nicht normal spazieren gehen. Ich balanciere immer auf irgendwas herum, wie ein Kind. Am liebsten auf Bordsteinkanten oder umgekippten Bäumen (aber die müssen ja eh beklettert werden)

12. Größere Städte (es muss nicht einmal eine Großstadt sein) machen mich (psychisch) krank.

13. Ich liebe Katzenjammer

14. Ich sehe zwar lieb und brav aus, bin aber versaut bis zum Abwinken

15. Ich glaube nicht an Monogamie

16. Ich wünsche mir manchmal, ich könnte mich in die Vergangenheit beamen, um Hitler zu fragen: „Was bedeutet Liebe für dich?“

17. Ich hasse kalte Schokolade! Wenn jemand meine Milka oder mein Nutella in den Kühlschrank stellt, könnte ich ausflippen

18. Wenn wir schon dabei sind: Ich werde nicht ernst genommen, wenn ich wütend bin, weil das alle „süß“ finden – das macht mich dann noch aggressiver, bis ich irgendwann wie ein Teenie mit einem Knurren oder einem sehr reifen „Ihr könnt mich alle Mal!“ hollywood-like die Tür zu knalle und einfach abhaue (Ich bin eher ein Fluchttier. Kämpfen bringt nichts, wenn man nicht ernst genommen wird). Objektiv gesehen eigentlich eher amüsant, aber wenn ich wirklich in solchen Situationen bin, wünsche ich das keinem Menschen. Es ist scheiße.

19. Mir fällt nichts mehr ein.

20. Ich finde, ihr wisst jetzt genug über mich.

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[Sie] Viel mehr Schicksal als Zufall

Nachdem ich damals wirklich viel Zeit an der Triangel verbrachte, machte ich noch eine interessante Entdeckung. Huch, noch viel interessanter finde ich, was mir jetzt gerade einfällt!

Vor ein paar Wochen war ich mit Bay bei meinen Eltern in München und habe aus Langeweile mein altes Kinderzimmer durchgesucht und bin dabei auf einen Zettel gestoßen, der mich extrem in die Vergangenheit zurück geschleudert hat.

Es war ein Zettel mit einer Liste von Kinder- und Jugendpsychologinnen. Ich erinnere mich nur vage daran, wie ich mit Anfang oder Mitte 13 Jahren bei meinem Kinderarzt war und nach solch einer Liste gebeten habe – ohne, dass meine Eltern es mitbekamen.

Ich weiß nicht einmal woher ich damals schon wusste, was Psychologen überhaupt sind. Vermutlich aus dem Fernsehen.

Auf diesem Zettel fand ich eine Therapeutin (Frau Nils, von der ich zu Anfang meines Blogs schon oft erzählt habe), die relativ in meiner Nähe hätte sein müssen, aber als ich die Straße ausfindig machte, war da keine Psychologin sondern eine Thai-Massage.

Ich ließ mein Vorhaben, eine Psychologin zu finden, wieder fallen.

In dieser Zeit aber, in der ich in der Triangel so oft spazieren war, da lief ich ständig an einem Gebäude vorbei an dem außen mehrere Schilder standen, die ich zuvor nie beachtet hatte. Ich weiß nicht, was an diesem Tag anders war als an den anderen, dass ich stehen blieb um diese Schilder zu lesen.

Und dann stand dort wirklich ihr Namen: Kinder- und Jugendpsychologin Frau Dr. D. Nils. Ich konnte meinen Augen nicht trauen! Was war das denn bitte für ein Zufall?

Oh, glaubt mir, diese Zeit war VOLL mit solchen schicksalhaften Ereignissen. Wenn ihr die Geschichte von Ria und mir kennt, dann werdet ihr verstehen, warum ich schon lange nicht mehr an Zufälle glaube.

Nun, ich erinnere mich nicht mehr, was ich mir in dem Moment gedacht habe, ich weiß nur, wie mir irgendwie das Herz in die Hose gerutscht ist, aber was ich damit anfangen sollte, wusste ich nicht. Irgendwie traute ich mich nicht, mich bei der Psychologin zu melden.

Die nächsten Zeit fing ja dann die Spanne an, in der ich so schlimm gemobbt wurde. Ich denke, das war nur wenige Monate bevor mir der Zirkel durch die Hand gejagt wurde. Also die Zeit, in der ich anfing Schülern und vor allem Schülergruppen aus dem Weg zu gehen. Das mache ich bis heute noch, was echt lächerlich ist. Denn ich weiß, dass ich mittlerweile 20 bin und ich den ganzen Jugendlichen locker die Stirn bieten könnte, aber sobald ich auch nur daran denke in einen Bus mit Schülern steigen zu müssen, oder in einem Zug zu fahren, der zu den Zeiten fährt, in denen Schulende oder Schulbeginn ist, da packt mich das blanke Entsetzen und ich habe Todesangst. Ist das nicht zum Schießen? Ich, die Menschen doch so sehr liebt, kriegt Panikattacken in einer Menge von Jugendlichen… Ich meine, ich weiß durch Gespräche, dass vielen Menschen jugendliche Gruppen unangenehm sind, eben weil sie gerne Pöbeln etc. Aber es wäre eine Sache, wenn sie mir bloß unangenehm wären.  Eine andere ist aber die, dass ich das Gefühl habe vor Angst zu ersticken oder in Ohnmacht zu fallen, wenn ich nur daran denke…

Nun, zumindest fing da die Zeit an, in der ich schon um 5 Uhr aufstand. Dazu muss ich sagen, dass meine Schule zu Fuß bloß eine halbe Stunde entfernt war. Mit dem Bus ca. genauso lang. Aber daran dachte ich schon gar nicht mehr. Mit dem Bus fuhr ich schon lange, lange nicht mehr. Ich ging um 6:30 Uhr los, um ja keinem Schüler über den Weg zu laufen.

Denn irgendwie fing das Mobben seltsamerweise total unabhängig von meiner Schule an. Meine erste Erfahrung machte ich, als ich am Gymnasium vorbei ging. Auf dem Weg zu meiner Schule lagen drei weitere Schulen. Und an einem Tag, der „erste Tag“, da stand eine Gruppe von Schülern an der Bushaltestelle und fing an mir zuzurufen, mich anzupöbeln und zu beleidigen. Weil ich nicht reagierte, fingen sie an mich mit Steinen zu beschmeißen und ich beschleunigte mein Tempo.

Das waren also eigentlich Schüler, die ich nicht kannte und die mich nicht kannten. Trotzdem hatten sie irgendeinen Grund, mich zu beleidigen und mit Steinen zu bewerfen. Deshalb habe ich auch nie darüber nachgedacht, woran es liegen könnte, dass ich gemobbt wurde. Wäre es „nur“ auf meiner Schule gewesen, hätte ich es vielleicht nachvollziehen können, aber da es auch noch externe Schüler waren, habe ich es einfach mit der Begründung akzeptiert: „Okay, wenn alle so zu mir sind, dann bin ich wohl wirklich so scheiße.“ Und damit hat sich das erledigt. Ich habe es nicht hinterfragt. Ich denke, das Schlimmste an der Sache war, dass ich mich selbst nicht in Schutz genommen habe. Ich habe mir eingeredet es verdient zu haben, so behandelt zu werden.

Ist das nicht schrecklich? Wenn ich die Möglichkeit hätte, dieses Mädchen von damals noch einmal zu treffen, dann würde ich ihr rechts und links so eine knallen, dass sie vergisst wer sie ist und anfängt neu zu leben.

Na ja, zu spät.

Jedenfalls lief ich in dieser Zeit dann immer um 6:30 Uhr los zur Schule durch einen stockdunklen Stadtpark. Wieder – wie ironisch. In meinem Traum flüchtete ich im Dunkeln aus diesem Stadtpark. In der Realität lief ich nun immer an diesem Haus von Frau Nils vorbei, durch die Triangel, IN den Stadtpark hinein.

In einer Woche passierte es, dass ich Ria am Abend beim Gassigehen und ein paar Mal in der Früh auf dem Schulweg über den Weg lief. Und an einem Tag, da bekam ich mit, wie sie genau DAS Gebäude verließ, auf dem die Kinder- und Jugendpsychologin ausgeschildert war…