Bild [29.01.15]

„Ihr sagt, ihr würdet uns lieben, tragt aber unser Pelz mit Stolz an eurem Leib“

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…wie ich lebe, 28. Jan. 2015

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Kennt ihr diese eine Sache in eurem Leben, die immer wieder euren Kopf befreit?
Für mich ist es das Tanzen und das Reiten. Leidenschaften, die mich ‚komplettieren‘ im Sinne eines Nichts‘ – die mich ablösen, schwerelos machen.

Genau das wünsche ich mir gerade. Am liebsten würde ich jetzt hier aufbrechen, auf Morningstar steigen und losreiten, oder in den Sportkeller, die Musik aufdrehen, und lostanzen.
Aber ich kann nicht. Ich muss heute noch Kochen, die Wäsche machen, mit Mama telefonieren und bestätigen, dass es mir gut geht (manchmal würde ich am liebsten einfach nur ans Handy gehen und murren: „Ja, Ich.lebe.noch!“)

Heute spinnt mein Kopf Netze aus einem Gedankengewebe der Geschichte.
Ich kannte Buddha. Jedenfalls den Namen. Ich wusste, dass es ihn/das gibt, aber erst heute habe ich erfahern, was der Buddhismus eigentlich ist. Ich dachte ja immer, Buddha sei ein Gott. Irrtum. Habe ich mit Hinduismus verwechselt. Buddha ist eine … Lebensweise sozusagen. Und ich habe durch das Gespräch festgestellt, dass ich sehr, wirklich sehr! der Buddhistischen-Lebensweise nachhänge. Wir haben viel geredet. Über viele verschiedene Themen in einer kurzen, einfachen Stunde. In 60 Minuten, über die halbe Weltgeschichte.
Es fing damit an, dass ich erfuhr, dass Hornung für den Februar steht. So wie Hartung für den Januar. Wir lasen uns also die anderen altdeutschen Namen für die Monate durch… Alles total interessant!
Das, was ich heute alles erfahren habe, ja, sowas hätte ich mir für meine Schulbildung gewünscht!

Ich muss später mal ausführlicher schreiben, gerade bleibt mir nicht mehr die Zeit

Edit:
Jedenfalls entfachte sich unser Gespräch in ein weites, weites Geschichtsfeld. Wir redeten über alles! Ich konnte sie wirklich alles fragen! Ich finde diese Frau fasznierend. Irgendwie habe ich das Gefühl, als würde sie ALLES wissen. Ich meine, klar, jeder Mensch setzt sich mit der einen Sache mehr, mit der anderen weniger außeinander. Aber sie? Sie wusste von A-Z alles! Das hat mich umgehauen! Ich habe ihr zugehört und ich habe es geliebt ihr zuzuhören. Einfach, weil es mich so brennend interessiert hat.
Man möge mich für dumm erklären, aber ich habe mich nie, wirklich nie für Religion interessiert. So hat es mich auch nie interessiert, wo „Gott“ überhaupt herkommt. Dass Jesus Gottes Sohn ist oder irgendjemand, den er uns halt schickte und blabla, das war mir ja schon immer klar, aber dass es Gott vor Jesus gab, daran habe ich nie gedacht. Ich bin immer davon ausgegangen (ohne überhaupt jemals darüber nachzudenken), dass Gott irgendwie erst zu der Zeit entstand wie Jesus… Ich dachte, Jesus hätte quasi „Gott geschaffen“ und würde ihn Vater nennen und alle anderen Menschen glaubten ihm, weil sie ja dachten, er sei ein Engel oder so… Ach, keine Ahnung. Ich kenne mich da immer noch nicht so genau aus. Weil mich das einfach nie interessiert hat. Aber jetzt auf einmal bin ich fast leidenschaftlich ungeduldig, die ganzen Weltreligionen kennen zu lernen. Jetzt, nachdem ich weiß, dass Gott schon eigentlich „immer“ existiert – jedenfalls im Glauben der ‚Menschen‘. So hat es mir jedenfals Frau H. Erklärt (oder ich habs falsch verstanden). Jedenfalls bin ich ja jemand, der an den Urknall glaubt. Also an Dinos, Affen usw. Da frage ich mich dann, wo der Glaube an Gott angefangen hat? Ich meine, Dinos glaubten nicht an Gott. Affen … Ob Affen an Gott glaubten? Nein…. Keine Ahnung. Wie nennt man die Zeit, in der sich die Affen zu Menschen entwickelten? Ich meine… Vor dreieinhalb Milliarden JAhren entwickelte sich das erste Leben auf der Welt in Form von Einzellern. Erst viel, viel später entstanden die ersten Pflanzen und Wirbeltiere (also Amphibien, Reptilien, Vögel, Säugetiere – einfach alles, was einen Wirbel besitzt im Gegensatz zu z.B Schmetterlingen… Aber Wirbeltiere werden ja auch Schädeltiere genannt, oder? Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube, das hätte ich gelesen, weil Seekatzen und… Schleimaale z.B. Keine Wirbelsäule besitzen, aber wegen den verknöcherten oder knorpeligen Schädels o. Kopfskeletts dagegen allen Wirbeltieren eigen ist und quasi zu… Den ‚Grundmustern‘ dazu gehört – ich übernehme keine Haftung für mein grobes Wissen! *g…).
Jedenfalls dauerte es eine Millionen von Jahren, bis sich der Mensch so entwickelt hat, wie er heute ist… AAAHH Jetzt kommts mir. Evolution… Da klingelt bei mir doch das Grundschulwissen… „Die Entwicklung und Wandlung eines Lebewesens über lange Zeit nenn man Evolution“. Also.. Die Zeit, in der sich der Affe zum Menschen entwickelte, war die Evolution. Klar. Grundwissen.
Oder?

Bzw… Mir kommt gerade, dass ich mal irgendwo las, dass sich Forscher eigentlich darüber einig waren, dass der Mensch nicht vom Affen abstammt. Sie hätten nur dieselben Vorfahren. Ach, ist doch alles ewig kompliziert!
Ich habe auch mal irgendwas von der „Out-of-Africa-Theorie“  gelesen. Dass sich die Vorfahren des heutigen Menschen in (Ost oder Süd – weiß ich nicht mehr) Afrika entwickelt haben und dann in verschiedene Teile der Welt ausgewandert sind. Hmm… Irgendwie bin ich immer noch nicht zufrieden mit dem Wort ‚Evolution‘ das kann nicht stimmen…
Ich weiß, dass die Entstehung des Menschen im Känozoikum (Känozoikum ist eine Ära/Zeitalter. Also eine Unterteilung der Äonen (Hadaikum – als nach der Entstehung der Erde die Formation des Planetens stattfand -, Archaikum, Proterozoikum und ‚unser‘ Äon ist das Phanerozoikum) Wer sich damit noch nicht befasst hat, würde ich demnjenigen nur ans Herz legen. Ich finde es waaaahnsinnig interessant!) war. Aber das ist ja auch nur ein großes Wort für viele Kleine. Das Känozoikum (oder auch Erdneuzeit) ist ja auch noch in verschiedene Perioden unterteilt. Nämlich in das Palaogen und Neogen. Wir leben in der Periode Neogen (die vor ca. 23 oder 24 – ich weiß es nicht mehr genau – Mio. Jahren begann). Diese Perioden sind wieder in Epochen unterteilt – wir, heute: in der „Nacheiszeit“ (Holozän).
Nun, bla. Soviel zu meinem erstigen Grundwissen…. Jedenfalls… Es muss ja auch ein spezielles Wort für das „Menschwerden“ geben, oder???
Ich muss da echt mal nachrecherchieren.

Nun, jedenfalls… Was mich zum Beispiel auch unsagbar wütend gemacht hat, als wir das Thema von 1915 aufgriffen – als die Armenier von der Türkei quasi ‚umgebracht‘ wurden. Dabei sind mehr als 1,5 Millionen Menschen zum Opfer gefallen. Im Prinzip hat die Türkei nichts anderes getan wie Deutschland (Hitler – Vernichtung der Juden). Aber die Türkei steht bis heute nicht zu ihrer Tat. Ich glaube, ich habe irgendwo mal aufgegriffen, dass sogar irgendjemand (ein Politiker oder so) vor kurzem von der Türkei umgebracht wurde, weil jener nicht aufhören wollte ihnen auf den Kopf zu kloppen, endlich zu ihren Schandtaten zu stehen.
Dann fingen wir an über die Aasen zu reden (Hauptgötter des Nordischen Pantheons). Ich kannte die Geschichten über sie nicht… Ich habe zwar schon hin und wieder mal den Namen „Odin“ fallen hören, aber dass er der ‚vornehmste‘ der Aasen war, also der Erstgeborene, das wusste ich nicht. Er soll der „Allvater mit den vielen Namen“ sein. Seine beiden Brüder sind Wili und We. In anderen Sagen treten diese drei auch als Wotan, Loki und Hönir auf. Aber darüber schreibe ich vl ein anderesmal. Sonst wird das alles zu lang.

Jedenfalls…. Es waren SO viele Themen, die wir zersetzten, über die wir diskutierten. Wir reisten zu den Wikingern, die dachten, die Erde sei eine Scheibe, weiter zu einer These, wie sie erkannt haben könnten, dass die Welt doch rund ist (oder wenigstens halbrund)… Denn: wenn die Erde eine Scheibe wäre, wie konnte es sein, dass es hell blieb, wenn sie tagelang in eine Richtung fuhren? Die Zeitverschiebung…

Ach… Ich könnte ehrlich gesagt einen halben Roman schreiben, wenn ich unsere Themen ausbreiten würde. Aber Fakt ist: Als ich das Gebäude nach dem Gespräch verließ, konnte ich nicht mehr mit dem Lächeln und Träumen aufhören. Ich stellte mir vor, wer vor millionen oder hunderten Jahren genau auf der Stelle stand, wo ich gerade stehe. Ob hier ein Pferd entlang galoppiert ist? Hier waren immerhin auch die Hunnen unterwegs (reitende Krieger)… Hunnen -> Hungaria. Die Vorstellung, dass hier ein Mensch in Ausrüstung mit Waffen auf einem vor Stress pulsierendem Pferd saß… Mich berauscht dieser Gedanke! Oder auch überhaupt … Alles. Die ganzen Vorstellungen. Wie gesagt, ich kann mir alles bildlich vorstellen. So richtig real. Ich kann die Wickinger sehen, ihre Gesichtsausdrücke, ihre Klamotten. Ich kann sehen, wie sie lachen, wie sie brüllen, wie sie spekulieren und nachdenken. Ich kann den Winter in meinen Gedanken riechen, das Blühen im Sommer.
Ich kann auch ganz genau sehen, wie die Armenier verbannt wurden, sehe, wie sie elendig zu Grunde gehen, wie sie kämpfen, wie viel Hoffnung sie haben, und letzten Endes doch nicht gewinnen. Ich sehe die Juden in ihrer ungerechten Angst, ihr Tag könnte morgen oder sogar heute schon der letzte sein.
Ach, einfach ALLES!
Manchmal fühle ich mich mit der jetzigen Welt garnicht wirklich verbunden…. Als wäre ich jemand ganz anderes aus einer alten Zeit in einem Körper in der neuen Zeit… Irgendwie komisch…..

Jedenfalls gibt es zwei Bücher, die ich jetzt unbedingt mal lesen will:

Siddhartha von Hermann Hesse
Und
Die 40 Tage des Musadagh

…vom Glück reden; oder auch Ich-Glücklich sein, 27. Jan. 2015

Ich telefonierte gestern mit Kora. Irgendwann meinte sie, dass es nicht gut sei, wenn sie mich mit ihren Problemen belastet, denn davon geht sie aus.
Ich sagte, sie solle sich da auf keinen Fall Gedanken machen; es würde mich nicht belasten. Und das ist auch die Wahrheit. Mich belastet das nicht. All das ist ganz allein ihr Päckchen. Ich kann nur versuchen ihre Hand zu halten und sie zu stützen. Sie sagte: „Aber du sagtest mir, du weinst, wenn du mir zuhörst“, sie lachte emotionslos, „Und das hört sich für mich definitiv belastend an.“
Nein. Das stimmt so nicht. Ja, ich habe geweint, als sie mir von ihrer Vergangenheit erzählte, und ich habe auch geweint, als sie mir letztens sagte, dass sie sich endlich, nach zwanzig Jahren, überwinden kann, zu diesem See zu fahren, wo es passierte. Und sie bat mich, sie zu begleiten (oder bot ich mich an? – i even don’t know) Aber ja, ich weinte. Und das, weil ich weiß, was sie da durchleben könnte. Weil ich weiß, was für schreckliche Bilder sie sehen wird und ich weiß, dass sie zusammenbrechen könnte. Das ist der Grund. Nicht etwa, weil es mich belasten würde, sondern … Puh, das ist schwer zu erklären. Ich kenne das eigentlich nicht von mir. Das muss irgendwie eine neue Eigenschaft sein, die ich mir angeeignet habe. Weil ich kann mich nicht daran erinnern, dass das jemals so war. Aber momentan kann ich irgendwie so wahnsinnig detailliert nachempfinden, was jemand gerade durchmacht oder selber fühlt. Vor allem bei Kora. Wenn sie mir von ihrer Zeit erzählt, in der all die schrecklichen Dinge passiert sind… Ich kann das Maisfeld sehen…. Die Kolben… Ich kann den See sehen… Ich sehe, wie alles total harmlos aussieht und dann dieser Mann kommt….. Ich sehe das Gesicht eines Kindes, das sofort weiß, dass irgendwas Schlimmes passieren wird. Ich fühle, wie sich in diesem Kind in dem Moment alle Empfindungen abstellen. Ich merke, wie sich mir der Ekel bis ins Mark frisst, mir aber die Angst die Kehle zuschnürt, weil ich weiß, wenn ich es nicht zulasse, alles nur schlimmer wird. Mein einziger Gedanke ist in dem Moment nur, dass ich meine Schwester beschützen will. Ich mache alles, was er will. Aber er soll seine Finger von meiner kleinen Schwester lassen! Ich fühle, wie ich danach nicht mehr weiß, was „leben“ bedeutet … Beziehungsweise wie sich auf einmal ihre Definition vollkommen verändert. Ich spüre meine Haut an mir, merke, wie mir das Atmen schwer fällt, wie mir die Tränen Nacht auf Nacht und Tag für Tag nach diesem Geschehen das Lächeln rauben. Ich will diesen Ekel abwaschen. Ich will an meiner Haut schrubben, will es so sauber und gründlich schrubben, bis ich das Fleisch sehe. Ich will meine Haut abreißen! Ich will nicht, dass das meine Haut ist. Ich will raus aus diesem Körper. Ich will raus hier, aus diesem Kostüm, welches von den Händen des maskierten Bastards gespeinigt wurde. Ich will vergessen. Alles vergessen….

……

Wenn ich all die Empfindungen fühle, ja, dann kommen mir die Tränen. Ich weine. Ich weine fürchterlich, wenn sie nicht da ist und mich nicht sieht. Weil ich es so ungerecht finde! Weil es so wahnsinnig, schrecklich ungerecht ist, dass das Leben den Kummer so ungleichmäßig verteilt. Ich weine, weil ich weiß, dass sie anders mit dieser Situation umgeht, als ich. Ich weine, weil ich stärker war als sie, weil ich abschließen konnte, nachdem ich beinahe 4x missbraucht wurde… Weine, weil ich glücklich sein kann, weil ich verziehen habe, weil ich vergeben habe. Mir und den anderen. Ich weine, weil ich das Glück gefunden habe, weil ich das Schöne im Leben wieder in die Arme nehmen konnte. Mit einem Sonnenlachen im Gesicht. Ich weine, weil sie das alles nicht kann. Weil sie das alles nicht wieder gefunden hat. Ich weine, weil ich ihre Vergangenheit fühle. Ich weine, weil ich ihre Träume sehe, von denen sie mir erzählt, wenn sie nachts aufwacht, weil wieder der Mann vom See in ihrem Kopf sie terrorisiert. Ich weine, und kann nicht aufhören. Ich weine, weil sie nicht weint. Ich weine, weil ich alles dafür tun würde, um ihr das Glück dieser Welt zu zeigen. Ich weine, weil ich glücklich bin, dass sie mich kennen gelernt hat; weine, weil ich weiß, dass ich kein Zufall in ihrem Leben bin, weil ich weiß, dass ich ihre Hand halten und sie begleiten kann und ihr neue Wege öffnen kann… Und ich weine, weil ich mir von tiefstem Herzen sicher bin, dass sie eines Tages einfach ins Bett fällt und sagt: „Dieser Tag war schön“ – Dieser Tag war schön, und es gab absolut nichts, rein gar nichts, was mich traurig gemacht hat. Nichts, was ich bereue. Dieser Tag war ein Tag des Glücklichseins. Bedingungslos. Ich weiß, dieser Tag wird kommen. Ob es in fünf Jahren ist… Oder in zehn oder in zwanzig. Aber ich weiß, dass er kommen wird!

Sie versteht meine Ansichten noch nicht so ganz.
Ich bin fest von der Überzeugung, dass alles einen Grund hat. Wirklich alles. Sie argumentierte damit nur, dass sie nicht versteht, nicht begreifen kann, wie es einen Grund dafür geben kann, einem Menschen sowas an zu tun (uns zu vergewaltigen, missbrauchen, tyrannisieren). Sie sieht den Hintergrund dieser Geschehnisse nicht. Aber ich weiß, dass alles einen Grund hat! Und ich bin dankbar. Für alles! Ich konnte verzeihen, dass ich mit 10 Jahren im Keller unseres Nachbarsblockes vergewaltigt wurde; ich konnte verzeihen, dass derselbe es wenige Wochen danach wieder versuchte. Und auch, dass ich mit zwölf Jahren erpresst und tyrannisiert und kurz darauf wieder missbraucht wurde. Ich bin dankbar, dass mir mein Hund entrissen wurde, dankbar, dass Menschen gegangen sind, dass Menschen mich verletzten. Ich bin dankbar für vieles Leid, genauso wie ich es für jedes Glück bin (wenngleich ich nicht alles verstehen kann). Denn nur dadurch bin ich zu dem geworden, der ich bin. Nur deshalb, kann ich so denken, kann ich so fühlen, kann ich so sehen. Nur deshalb.

Und das kann sie auch. Sie muss lernen das zu sehen. Ich weiß, dass es ein schwerer und harter Weg wird. Sie wird nicht von heute auf morgen einfach glücklich sein können. Sie sagte dann verzweifelt, fast wütend zu mir: „Ich bin froh, dass ich überhaupt glücklich sein kann, weil ich dich habe. Und jetzt soll das nicht reichen?“ Ich habe Tränen in ihrer Stimme gehört, aber sie weinte nicht äußerlich. Nur ihre Seele schrie. Ich konnte es durch das Telefon spüren. Ich konne ihre Seele förmlich kreischen hören aus Verzweiflung. Konnte hören, wie bitterlich sie weinte, mich am liebsten geschüttelt hätte und das Geheimnis meines Glücklichwerdens vom Boden geleckt hätte, wie ein verhungerndes Kind das Korn im Sand. Ich habe versucht ihr zu erklären, dass es schön ist, dass ich sie glücklich mache – das will ich auch und werde es weiterhin wollen. Aber das Glücklichsein kann einem keiner geben.
Wir Menschen wir sind alle Kopien. Das habe ich ja schon mal erwähnt. Wir wachsen auf und eignen uns Dinge an, die uns die Welt beibringt. Wir sind einfach nicht mehr „Ich“. Nichts, was wir heute sind, ist noch ein reiner Ursprung.

Aber ich weiß, davon bin ich felsenfest überzeugt, dass wir als Babys, genau in dem Momeht, in dem wir das Licht der Welt erblicken, mit einem Ursprung auf die Welt kommen, Wir werden geboren und in uns unser Ursprung. Der Grund, wofür wir geboren wurden. Wir sind ein Ursprung, aber der seelische Ursprung ist in uns drinnen, denn die Seele wird uns mit der Geburt mit gegeben. Sie kommt nicht nur danach. Deshalb: Egal wie undurchsichtige Kopien wir sind, egal wie gleich und wie viele wir sind. Jeder einzelne von uns hat noch seinen Ursprung tief in sich drinnen. Aber durch all den Gehorsam, all die Autorität, all dem Lern-Glauben verlieren wir den klaren Blick für das Fühlen unseres eigentlichen, angeborenen Ursprungs. Und ich glaube, wenn man diesen Ursprung wieder findet, wieder fühlt – dann kann man glücklich sein. Dann weiß man, wer man ist! Und wenn man glücklich ist, wenn man vollkommen liebt – wirklich ECHT liebt, dann braucht man nichts mehr. Es hört sich so abgedreht an, aber …. Es ist doch so, oder? Ich meine…. Ein Mensch lächzt doch sein Leben lang nur nach Liebe. Das ist alles, was jeder will. Jeder! Aber alle suchen diese Liebe, dieses ‚Glück‘ in anderen Menschen. Definieren es mit einem Lebenspartner, der Familie. Aber kommt auch nur einer auf die Idee, dass diese Liebe, diese vollkommene Liebe, nach der wir eigentlich alle suchen, in UNS drinnen ist? Mitten im Ursprung unserer Seins.

Und ich versuche ihr zu zeigen, dass sie auch mit einem Ursprung auf die Welt kam. Mit einem Seelenursrpung. Ich will ihr zeigen, dass jeder Mensch glücklich sein kann, will ihr zeigen, dass das Leben wirklich schön ist! Auch schwarz kann eine Farbe sein. Wirklich! Seht ins Licht… Seht in das Licht – den direkten Feind der Dunkelheit und schließt eure Augen. Was seht ihr? Springen da nicht Farben wir Energiepunkte, wie irgendwas Unbegreifliches vor euren geschlossenen Augen? …. Und auf einmal ist Schwarz bunt.

…ein Leben mit Kora, 26. Jan. 2015

Die letzten Tage war ich bei Kora, deshalb habe ich nicht geschrieben. Ich habe mein Laptop logischerweise nicht dabei, wenn ich bei ihr bin. Nicht mal an meinem Handy bin ich in den Tagen. Irgendwie brauche ich nichts, außer sie, wenn wir zusammen sind. Mich interessiert einfach nichts. Das ist so besonders zwischen uns. Als würden wir uns schon seit Jahren kennen. Dabei ist das jetzt erst bald ein Monat. Am 04.01.2015 lernten wir uns kennen. Als ich an der U-Bahn saß und weinte, weil ich von einer anderen permanent verletzt wurde. Hey, wie absurd ist das eigentlich? Immer wenn ich diese Story erzähle, höre ich nur: „Ich sollte öfter mit der U-Bahn in *** unterwegs sein.“ Und dann lachen sie. Aber klar: ich auch. Es ist halt einfach absurd. Urkomisch. Aber ich finde es irgendwie schön. Finden ohne zu suchen.
Jedenfalls… Ich liebe diese Tage bei ihr. Sie holte mich am Freitagnachmittag von P*** ab, (eine Stunde von M***) und fuhr mit mir zurück zu sich nach Hause. Ich gab ihr einen Kuss, als ich ins Auto stieg und freute mich unglaublich, sie zu sehen. So sehr, wie ich damit nicht einmal gerechnet hätte. Sie stieg aus, nahm mich in den Arm, legte dann die Hände um mein Gesicht und küsste mich. Und ich fiel fast um, als mir wieder bewusst wurde, wie schön sie eigentlich ist…… Als wir im Auto saßen, konnte ich nicht aufhören sie anzustarren und mich tiefgreifend zu freuen. Ich strahlte über das ganze Gesicht, sie hielt meine Hand und erzählte. So wie sie immer erzählte. Genauso wie ich immer erzähle. Wir erzählen eigentlich immer. Alles. Uns geht das Gesprächsthema einfach nie aus. Das ist so toll. Und ich liebe es so unglaublich mit ihr zu reden. Es sind manchmal wirklich banale Dinge, aber sie hören sich so sinn-triefend an, wenn wir darüber reden. Komisch, das zu beschreiben. Ich liebe es, ihre ebenmäßigen Wangen zu beobachten, wie sich ihre vollen Lippen bewegen, wenn sie spricht oder ihre zart geschwungenen Augenbrauen, wie sie sich dezent zusammen ziehen, wenn sie lacht. Oh, wie ich es liebe, wenn sie lacht!!! Diese zarten Falten, die sich dann um ihre Augen und um die Mundwinkel bilden! Oder; wenn sie wirklich so richtig aus tiefster Seele lacht, das Krausen der Nase. Sie hat ausgeprägte, hohe Kiefer, um die ich jedes mal am liebsten meine Hände legen würde um gleichzeitig ihre unbeschreiblich weiche Haut zu spüren. Außerdem diese eleganten Schlüsselbeine, wie bei einer Elfe… Ach, sie ist einfach schön. Unglaublich schön. Und ich vergesse es jedes Mal, wenn ich nicht bei ihr bin – ist das schlecht? Naja, jedenfalls hatte ich fast das Atmen vergessen, als sie aus dem Auto stieg und mir half, meinen monströsen Koffer in den Kofferraum zu packen. Als wir zu Hause ankamen, schloss sie die Tür hinter mir. Es war ein wenig ungewohnt, dass *Balou, ihr Hund (ein wunderschöner Labrador in einem Schokobraun mit goldenen Augen!), nicht da war. Er musste für zwei Tage zu ihrer Ex, *Selina. (Dazu später vlt mehr).

Jedenfalls gingen wir in ihr Wohnzimmer, legten und auf die Couch und ich kuschelte mich an sie. Ich liebe es, ihre Nähe zu spüren, einfach nur in ihren Armen zu liegen. Manchmal reden wir auch einfach gar nicht, genießen einfach nur unsere Berührungen; ihre Hand auf meinem Bauch, mein Bein auf ihren, meine Hand um ihren Hals, ihre Lippen auf meinen… Und dann reden wir wieder über alles mögliche. Häufig über ihre Familie, meistens Schwester. Von den Erzählungen her sind sie mir sehr sympathisch und die können scheinbar auch kaum erwarten, mich kennen zu lernen. Nun, das nebenbei. Jedenfalls ist das so selbstverständlich, wie wir miteinander umgehen, und ich glaube, wir tun uns gegenseitig wirklich gut. Ich habe ja schon mal erwähnt, dass Kora ne Borderline Diagnostik hat. Aber ich finde das lächerlich. Ich habe sowieso ein schlechtes Bild von Psychologen (mal abgesehen davon dass Paye auch eine ist!). Mir haben die sogenannten ‚Ärzte‘ auch eine „Psychiatrische Diagnose“ angezettelt: „mittelgradige depressive Episode vor dem Hintergrund einer emotional-instabilen Perönlichkeitsentwicklungsstörung vom Borderline-Typus.“ Himmel! Ich war vierzehn! Oder Fünfzehn. Aber ich will darüber gar nicht reden. Die Zeit, in der ich viel mit Psychologen usw. zu tun hatte, war eines meiner schrecklichsten. Und zwar nicht, weil es mir schlecht ging – sondern weil sie alles nur schlimmer machten! Über diese möchtegern Alleswisser zu reden macht mich einfach nur agressiv!

Jedenfalls habe ich mich mal mit diesem Borderline-Zeug beschäftigt. Viele Artikel, Blogs, Berichte über Partner von Borderlinern gelesen und ich muss gestehen: so einiges trifft auf Kora auch zu. Aber dennoch lasse ich mich von alledem nicht beeinflussen. Solange sich das alles richtig und schön anfühlt, ist es gut. Und ich werde mich auch von sonst nichts und niemandem beeinflussen lassen.

Nun, weiter im Text:

Am Abend gingen Kora und ich zum Abend in ein lesbisches Restaurant/Bar/Café zum essen. In diesem Café war sie früher mit ihrer Ex immer, und da die Trennung ihr den Boden unter den Füßen weg gerissen hat, konnte sie da ewig nicht mehr hin. Das Café G* ist ihr Lieblingscafé gewesen, aber sie konnte sich einfach nicht überwinden, dort wieder hin zu gehen. An dem Abend aber meinte sie: „Möchtest du mit mir ins G*?“

Ich: „Ins G*? Bist du dir sicher?…“
Sie: „Ja“, und lächelte zuversichtlich.
Ich: „Gerne. Ich war da schon lange nicht mehr. Wenn du bereit dazu bist.“
An dem Abend lernte ich auch spontan ihre beste Freundin kennen, meine ‚Namensvetterin‘. Sie heißt ja auch Jasmin.
Wir machen kein Geheimnis aus unserer lesbischen Beziehung. Ich halte ihre Hand in der Öffentlichkeit, wir küssen uns in der Öffentlichkeit. Männer schauen uns hinterher. Ungläubig. Vor allem natürlich mir. Klar, ich bin nun mal sehr feminin. Kein Mensch würde mir ansehen, dass ich lesbisch bin. Mit Männern habe ich sowieso meine eigenen kleinen Konflikte (man kann ja heutzutage nicht mal mehr jemanden einfach nur freundlich anlächeln, ohne dass daraus ein Flirtversuch verstanden wird!). Kora ist androgyn. Sehr weiblich, natürlich, aber man sieht ihr schon irgendwo an, dass sie lesbisch ist (glaube ich, jedenfalls). Sie trägt halt gerne Jogginghosen. (Ich allerdings auch .. Hmm)… Nun gut, aber bei mir wirkt das halt natürlich auch anders – ach, ist egal. Die meisten werden ja sowieso wissen, was man unter feminin und androgyn versteht (hoffe ich zumindest)… Blöd gekommen ist uns noch keiner. Aber das überrascht mich auch nicht. So viel Toleranz erwarte ich von den Menschen dann doch noch.
Im Café aßen wir zusammen zu Abend. Kartoffeln mit Quark und Salat. Ich tippte ihr immer wieder mal sanft an die Stirn und musste nicht fragen, sie wusste sowieso, was ich mit der Geste meinte. Nämlich: „Worüber denkst du nach?“ Oder, je nach Mimik: „Denkst du gerade nach?“ … Entweder schüttelt sie dann zuversichtlich den Kopf oder küsst mich sanft. Dann frage ich leise: „Alles okay?“ Sie war oft hier mit Selina. Hier müssen viele, viele Erinnerungen mit dran hängen. Es ist wohl offensichtlich, dass sie da manchmal Bilder der Vergangenheit einholen. Und ich merke, wenn sie nachdenkt. Aber sie versicherte mir immer wieder, ihr ginge es gut. Und an ihrem Lächeln wusste ich, dass es die Wahrheit ist. Ich bin ein sehr sensibler Mensch, mit wahnsinnig feinen Antennen. Menschen können mich nicht so einfach anlügen. Ich weiß es einfach. Ich könnte niemals sagen, wieso, aber ich weiß es. Ich spüre es. Genauso konnte ich auch spüren, dass es Kora wirklich gut ging an dem Abend. Vor allem als dann Jasmin dazu kam und ich ihren ‚Soulbuddy‘ (so nennen sich die beiden), kennen lernen durfte. Und Jasmin ist mir sehr sympathisch! Sie philosophiert gerne – ich liebe Philosophie… Ich habe letztens erst ein Buch von Sokrates und Sartre gelesen

>>Der Kluge lernt aus alles und jedem, der Normale aus seinen Erfahrungen und der Dumme weiß alles besser.<< (Sokrates)

>>Sein ist In-der-Welt-Sein. Verstehen Sie dieses ‚In-Sein‘ im Sinne von Bewegung. Sein ist in die Welt zerbersten, von einem Nichts an Welt und Bewußtsein ausgehen, um plötzlich als-Bewußtsein-in-die-Welt-zu-zerbersten.<< (Heidegger),

>>Das ‚Ich‘ zu einem Objekt erklärt, das in seiner psychischen und psychophysischen Gestalt prinzipiell unterschieden werden muss von ‚Nichts‘ des absoluten, ichlos reinen Bewußtseins, eines ‚Phänomen(s)‘ in dem ganz besonderen Sinn, worin ’sein‘ und ‚erscheinen‘ eins sind. Dieses Nichts ist ganz Leichtigkeit, ganz Durchsichtigkeit.<< (Sartre)

Außerdem hat Jasmin einen tollen Humor. Und wie Jasmin und Kora sich verständigen, ist wirklich faszinierend (wirklich wie Seelenverwandte – Gedankenübertragung) Typische Situation: Wir alle unseren eigenen Gedanken nachgehend, Jasmin auf einmal völlig aus dem Nichts laut und mit aufgerissenen Augen zu Kora: „AH, ÜBRIGENS!“. Und Kora übergangslos in einem Atemzug: „Ja, genau!“ Und beide lachen los. Ich liebe ihre Kommunikation. Das zu beobachten. Ich liebe es einfach. Es fasziniert und amüsiert mich.
Ich mag insgesamt Koras Freundeskreis eigentlich wirklich gerne. So viel, wie ich von ihnen jedenfalls bisher halt kenne.

In der Nacht schliefen wir wieder miteinander. Aber hey. Wir schlafen eigentlich fast immer miteinander. Mehr oder weniger. Aber wir können nunmal kaum die Finger voneinander lassen. Jedenfalls liebe ich es. Sie weiß, wo und wie sie mich berühren muss. Ich kann mich bei ihrr komplett fallen lassen. Und das ist so besonders. Das konnte ich bisher bei noch keiner einzigen Frau (mal ganz abesehen davon, dass auch Kora die erste war, die mich zum Höhepunkt bringen konnte). Ich liebe es, danach ihren nackten Körper an meinem zu fühlen, ihre Arme um mich geschlungen, ihren Atem in meinen Haaren oder meine Nase in ihrem Nacken zu vergraben und so einzuschlafen. In der Früh wurde ich Samstags dadurch wach, dass sie mit Balou spazieren musste. Sie sagte nichts, sie stand auf, hauchte mir einen Kuss auf die Stirn und verließ das Haus. Ich fühlte mich pudelwohl. Einfach nur angekommen. Als sie wieder kam stieg sie wieder zu mir ins Bett. Ihr Pulli und ihre Jogginghose kühl von den winterlichen Temperaturen draußen, ihre Hände eiskalt. Aber es störte mich nicht, dass meine nackte Haut von Gänsehaut übersäht war. Ich lächelte sie müde an, blinzelte und küsste sie sacht auf die Wange. (Keine Morgenküsse vor dem Zähneputzen!) Dann sah ich, wie sie mir einen Kaffee-To-Go Becher hin hielt. Ich musste verzückt lachen und küsste sie gleich nochmal. Diesmal überschwänglich, glücklich. Sie hasst Kaffee und hat deshalb keine Kaffeemaschine zu Hause. Für mich lief sie zum Bäcker und holte Kaffee. Sie flüsterte, ob ich zum Frühstücken kommen möchte. Natürlich! Und dann sah ich die Semmeln und Brötchen in der Küche in der Bäcker-Tüte. Ich wäre fast umgfallen vor Entzückung. Sie ist die bezauberndste Frau dieser Welt. Und ich lache allen anderen Menschen in das Gesicht, die dieses Glück nicht erleben dürfen, weil sie darauf aus sind, wieder andere Menschen nur zu verletzen und mit ihnen zu spielen (ja, ich denke hier leider ganz speziell an Paye – auch wenn ich weiß dass das unfaire Gedanken sind). Jedenfalls kochte sie auch zu Mittag für uns und am Samstagabend gingen wir wieder in ein Café zum Essen. Ich lud sie auf einen Kaiserschmarrn ein (mein Lieblingskaiserschmarrn). Die Bar war eigentlich mal meine Lieblingsbar… Aber seit *Ingo da nicht mehr arbeitet ist es irgendwie nicht mehr dasselber …. Hm… Am Sonntag gab es Pfannkuchen in der Früh (die auch SIE gemacht hat)… Ich weiß mein Glück zu schätzen und ich bin so dankbar.
Am Sonntagabend fuhr sie mich wieder eine Stunde zurück nach P*, wo wir dann mit Balou noch eine Runde um die Häuser gegangen sind, bevor sie zurück fuhr. Wir machten uns ein paar Brote, damit wir wieder zusammen zu Abend essen konnten, wenn auch auf total absurde Art und Weise. Aber es war besonders. Alles mit ihr fühlt sich besonders und echt an. Ich liebe es. Diese Zeit, diese Momente, das, was zwischen uns ist. Und gnade Gott einem Menschen, der uns dies zerstören will. Ich werde immer zu Kora halten!

Ich liebe sie.

Und Balou, ihr Hund, gibt mir auch so viel Kraft. Im August 2014 wurde mir mein Hund weg genommen (ich will und kann nicht darüber schreiben – aber ich glaube, das habe ich schonmal erwähnt). Das war der schlimmste Seelenbruch, den ich je erlebt habe. Schlimmer als die Vergwaltigungen und Fast-Vergewaltigungen. Schlimmer als alles, was ich bisher erlebt habe (Erpressungen, Drohungen) … Diese seelischen Schmerzen wünschte ich nicht meinem schlimmsten Feind. Ich konnte monatelang keine Hunde ansehen, ohne Lychee in ihnen zu sehen (meinen Hund) …. Ich bin in Tränen ausgebrochen, wenn mir jemand was über seine Hunde erzählte, wenn ich einen Hund sah, der Lychee ähnelte. Ich wollte und konnte einfach nicht mehr.
Aber Balou öffnet mir irgendwie wieder das Herz… Ich bin ab und zu noch nahe dran in Tränen auszubrechen, wenn er sich an mich kuschelt, mich anspringt, weil er sich freut, mich zu sehen oder wenn er seinen Kopf auf meinen Bauch legt, und so einschläft. Ich bin immer SO knapp davor, meinen Tränen nachzugeben. Aber ich tus nicht. Ich will nicht mehr deshalb weinen… Ich muss endlich darüber hinweg kommen.

Nun… Heute war ich Tanzen… Und mir geht es gut… Bis auf die Tatsache, dass irgendwas mit meiner Rippe nicht stimmt. Letzte Woche Montag schon hatte ich Schmerzen in der linken Seite direkt unter der Brust. Ich ging nicht tanzen, weil ich befürchtet hatte, es würde schlimmer werden und war am Dienstag beim Arzt. Meine Ärztin meinte, es sei nur irgendeine Muskelzerrung und verschrieb mir eine Creme. Nach drei Tagen war der Schmerz komplett weg.
Heute Morgen fing es wieder an. Auf der anderen Seite an den Rippen aber eher am Rücken. Es wurde wieder schlimmer, wie auch am Montag letzte Woche. Morgens waren es nur wenige Schmerzen und über den Tag hinweg wurde es schlimmer. So dass ich Schmerzen hatte, wenn ich lachte oder tief einatmete. Aber ich dachte: „Ne, deshalb versaust du dir jetzt nicht wieder das Tanzen“. Und ging hin… Fehler.
Nach den Sit-Ups machten wir eine Übung, bei der ich dachte, ich sterbe vor Schmerz. Wir dehnten uns nach links… Und ich krümmte mich vor Schmerz… Meine Rippe tat auf einmal so weh, dass ich kaum noch Luft bekam…Ab da konnte ich nicht mehr mit tanzen und jetzt tut mir alles weh. Ich kann mich weder gescheit nach links, noch nach rechts drehen. Selbst das Atmen fällt mir schwer. Eigentlich sind die Schmerzen permanent da, aber wenn ich mich bewege, dann rast mir der Schmerz so in das MArk, dass mir die Tränen in die Augen schießen… Und ich habe keinen blassen Schimmer, woher das kommen kann. Ich kann mir nichts geprellt o.ä. Haben… Naja… Ich beobachte das, und wenn es ja schlimmer wird, kann ich ja immer noch zum Arzt (der mir vermutlich sowieso wieder nur sagt das sei ne Muskelzerrung und sagt ich soll mich weiter einkremen *seufz…)

Nun denn.. Tag Eins wäre also geschafft. Folgen noch vier weitere und ich bin wieder bei Kora. Und bei Balou. Und einfach da, wo ich alles liebe.

…Ups! & Melodie-Trigger, 23. Jan. 2015

SO VIELE LESER AUF DIESEM BLOG? … Ich sah heute, als ich nochmal die Kommentare durchlas, dass es hier ja auch Statistiken gibt. Rein aus Neugier klickte ich da mal drauf und mich traf beinahe der Schlag: Rund 400 Leser in den letzten vier Tagen! …………….. nun gut, Online-Blog ist Online-Blog. No Discussion.
Aber damit hätte ich trotzdem nicht gerechnet. Ich fing diesen Blog ja eigentlich „nur mal so“ an…. Momentan passieren einfach so viele Dinge auf einmal, dass ich fast non-stop das Bedürfniss habe zu schreiben. Mein „echtes“ Tagebuch liegt also schon lange, lange nur noch unberührt auf dem Tisch, weil meine Gedanken auf diese (nicht mehr vielen) DIN A5 Seiten einfach nicht mehr draufpassen. Außerdem tippe ich schneller, als wie ich schreibe, und so kann ich meinen schnellen Gedanken-(oder Seelen-)gängen besser folgen. Natürlich war mir bewusst, dass hin und wieder mal der ein oder andere Besucher auf diese Seite stoßt, aber in vier Tagen auf 400 Besucher? … Nun, ………..ja. Ups. Mehr fällt mir dazu gar nicht ein.

Trotz allem: ich lasse mich davon nicht beirren. Ich meine, ich schätze, ich bin (noch) anonym genug… keiner weiß wer ich bin, woher ich komme, wie ich heiße, wie ich aussehe. Also von daher…. Habe ich eigentlich keine großen Probleme damit…

Außerdem habe ich keine Geheimnisse….

Nun…. eigentlich wollte ich ja über Trigger reden…. Ich hasse Trigger. Ich bin eigentlich niemand, der großartig triggeranfällig ist. Also jedenfalls nicht bei Gesprächen – das wirklich gar nicht. Ich kann über alles reden, ohne in eine Triggergefahrenzone zu gelangen. Was mich triggert sind: Orte, Gerüche und ganz extrem: Musik/Melodien. Ja, die sind wirklich heftig. Wenn ich eine Musik höre, die mich von der Melodie an ein anderes Lied erinnert, welches ich zu einem bestimmten Zeitpunkt hörte (selbst wenn ich es nicht bewusst wahrnahm), überkommt mich sofort ein total bestürzendes, beklemmendes Gefühl.
Am schlimmsten war es z. B., als mein Hund letztes Jahr Ende August in meinem Heimatland bleiben musste (1200km) (will nicht genauer darüber schreiben – fällt mir bis jetzt noch schwer). Ich weiß, wie ich in dem leeren Auto saß, wo er eigentlich hinten im Kofferraum gewesen wäre… es lief natürlich die ganze Zeit Musik. Als wir gerade aus dem Dorf fuhren und ich dachte, seelisch komplett zu zerbrechen vor Schmerz, liefen zwei Lieder. Zwei Lieder, die ich in dem Moment nicht bewusst hörte.
Da ich nach der Trennung meines Hundes sowieso allem aus dem Weg ging (vor allem Musik), hörte ich nach ca einem Monat zwei Lieder im Radio. „Stay with me“ und „Budapest“. Diese Lieder, als ich sie hörte, lösten in mir so einen üblen Schmerz aus, dass ich dachte, gleich kotzen zu müssen. Kennt ihr das? Wenn ihr z. B. nichtsahnend irgenwdas erfahrt oder mitbekommt oder euch was passiert, mit dem ihr GAR nicht rechnet und der Schmerz so heftig in euren Magen einschlägt, dass ihr glaubt, er dreht sich euch in jedem Moment um? (Wie bei Fröschen, die ihren Magen ausspucken, umdrehen und wieder essen – urgh!) Genauso fühlte ich mich und obwohl ich vor einem Monat im Auto wirklich NICHT wusste, welche Lieder liefen (ich bekam nicht mal mit, dass überhaupt Lieder liefen – geschweige denn wie wir zu Hause angekommen waren. Ich war in einem völligen Nebelzustand zu dem Zeitpunkt – hoch lebe der weite Horizont des Schutzmechanismus‘). Trotzdem wusste ich SOFORT, warum mir diese Lieder Schmerzen bereiteten. Ich kann mich gut an Gefühle erinnern. Das ist das Komische. Ich glaube, das habe ich sogar irgendwo mal nebenbei erwähnt vor ein paar Monaten (in meiner Geschichte oder so). Ich vergesse Bilder sehr schnell und oft. Bestimtme Situationen. Erst sind sie nur noch wie ein Traum. Sehr blass und verschwommen… und dann verschwinden sie ganz. Zum Beispiel als ich vergewaltigt wurde. Wenn ich erzählen würde, wie er mich dazu zwang, ihn oral zu befriedigen… ich habe zwar ein Bild dazu im Kopf, aber viel eher wie als Zuschauer in einem Film und auch nur ganz, ganz schwach. So durchsichtig, verschwommen irgendwie. Ich könnte mir locker einbilden, dass ich das nur mal irgendwo gesehen oder gehört, aber niemals selbst erlebt habe. Aber die Gefühle, die ich mit dieser schwachen Erinnerung verbinde, die zeigen mir, dass es wirklich passiert ist.

Schwer zu beschreiben. Zum Beispiel… also, durch eine Unterhaltung mit einem Mädchen, die ich damals in der Psychiatrie kennen lernte kam sowas zustande:
Sie: „Interessant. Ich meine… wie geht das? Außer Wut, Trauer, Angst usw. Ich kann wütend auf meine Mutter sein oder auf meine Freundin. Aber ich erinnere mich an das Gefühl, weil ich mich an das Gesicht oder an die Situation erinnere.“
Ich: „Ja schau. Bei mir ist das halt genau anders herum.“>
Sie: „Verstehe ich nicht. Also du erinnerst dich an eine Situation, weil du dich an ein Gefühl erinnerst?“
Gut, ist immer noch irgendwie ein bisschen unverständlich. Ich versuche das mal so zu erklären: Ihr kennt das vielleicht so, dass ihr einen „Bilderspeicherplatz“ in eurem Kopf habt. Viele Menschen erinnern sich an Bilder. Sehen z. B. den Moment, wie die Mutter ins Zimmer kommt und mit trostloser Traurigkeit in den Augen verkündet, dass die Tante gestorben sei. Aber an sowas erinnere ich mich nicht. Ich habe keine Ahnung, wie meine Mama aussah, als sie in mein Zimmer kam und sagte, dass Elisabeth, meine Tante, gerade gestorben ist (10.10.2008) Ich erinnere mich wieder wie in einem Traum oder einem Film, den ich vor vielen Jahren vielleicht mal gesehen habe, wie als Zuschauer, wie ich die Tür zugemacht habe, weil ich meine Mama nicht sehen wollte – STOP! Hier fängts schon an. Die Gefühlserinnerung. Ich erinnere mich an dieses Fall-Gefühl. Der Boden unter mir war plötzlich weg. Es breitete sich ein Loch gefüttert mit Ungläubigkeit und Schock in mir aus. Und ich weiß, ich vergaß für einen Moment das Atmen. Ich war zu entsetzt, um weinen zu können. Meine Gedanken waren einfach auf (II) Pause…  Und ich wollte niemanden sehen. Einfach alleine sein. Und deshalb erinnere ich mich an den „Szenenabschnitt“, wie ich die Tür vor der Nase meiner Mama zugedrückt habe, mich in der Ecke (also wenn die Tür offen wäre, hinter der Tür) an die Wand gelehnt habe, weil ich weiß, wie mir dieses Loch alle Orientation genommen hat. Und dann sehe ich nur noch ein einziges Bild, wie  ich vor dem Fenster stehe und rausschaue. Da habe ich angefangen zu weinen. An den Rest dieses Momentes erinnere ich mich bildmäßig nicht mehr. Nur die Gefühle. Die Gefühle, die ich wieder hervorrufen kann, erinnern mich daran, dass meine Tante tot ist. Ich weiß nicht mal, ob ich es vielleicht vergessen hätte, oder einfach nicht wüsste, dass sie gestorben ist, wenn ich diesen Gefühlsspeicher nicht hätte. Keine Ahnung.
Und so ist das bei jedem Gefühl.
Ich könnte noch ein Gefühl heraussuchen.
…. ohja, ich weiß eins! Da war ich noch ganz, ganz klein. Vielleicht vier oder fünf. Das war auch bei meiner Tante (die gestorben ist) im Heimatland. Sie hatten ein Haus. Ein wunderschönes Haus. Ich habe es geliebt. Und ich liebe es immer noch, obwohl ich da seit sieben Jahren nicht mehr war und mich auch nur noch ganz verschwommen daran erinnern kann….


Es war ein zweites zu Hause für mic. Aber dann starb meine Tante, und wir waren dort nie wieder. Ich kann mich kaum noch daran erinnern. Ich weiß noch, dass sie immer ganz viele Hasen unten in so einem eingezaunten ‚Garten‘ hatten. Es war wie das Paradies auf Erden für mich, auch wenn es ein ganz altes, seltsames Haus mit Garten war. Ich habe so gerne da hinten gespielt, wo es zu den Hasen ging, obwohl es mir immer alle verboten haben, weil es so steil runter ging und ich mich hätte schwer verletzen können. Da standen auch Ziegen und ich habe meiner Tante immer beim Melken von oben zugesehen. Danach haben wir die warme Ziegenmilch getrunken. Dieses Ding, wo die Hasen und Ziegen waren, war sowas wie ein großer, sehr großer, offener Stall. Also dieser „Zaun“ war eigentlich wie eine Burgmauer, mindestens 5 Meter im Boden (wo man runter gehen musste, um zur grünen, schweren Metalltür zu kommen, durch die man den offenen Stall betreten konnte. Und da, wo es so steil runter ging (da waren nur läppische Steinplatten in die Erde ge’baut‘ – wohl eher nur gedrückt -, damit man nicht ausrutscht, wenn es nass war… oder waren es Holzplatten? … ich erinnere mich nicht mehr). Und genau da wo es runter ging, stand nur zwei Meter eine sehr, sehr hohe, alte Holzleiter (auf die ich auch nie drauf durfte!), an die Wand des Hauses gelehnt, um auf den Dachboden zu kommen. Da waren jedes Jahr Katzenbabys von meiner Tante ihrer Katze Dämon (so hieß sie). Und unsere Polly haben wir auch noch von ihr und sie sieht genauso aus wie Dämon… die einzige lebende Erinnerung an meine Tante. Ich würde da so gerne wieder hin… aber jetzt wohnen da andere Menschen, denn nachdem meine Tante starb, zog mein Onkel weg (auch zu ihm verlor ich den Kontakt und das tut so furchtbar weh! Ich habe ihn so geliebt!) Einfach mal hinfahren kann ich nicht…. ich habe keine Ahnung wo das war… mein Papa ist immer dahin gefahren und er will nicht mehr hin – wozu auch? Es ist so ein extrem abgelegenes Dorf. Ich weiß nicht mal, ob man es bei Google-Maps finden würde. Ich glaube, das hat nicht mal 500 Einwohner. Wir sind immer durch einen Wald gefahren (MITTEN durch den Wald – ich drufte sogar immer auf den Schoß von meinem Papa und lenken!) und wenn man da raus kam, waren da viele Gartenhäuser. Sehr alt, aber sehr schön. Die Straße war aus Sand und direkt neben und hinter dem Haus meiner Tante war eine Lichtung, die weiter hinten in einen dichten Wald führte.


Ich muss das unbedingt mal googeln… ich glaube, ich brech‘ zusammen, wenn ich das Haus meiner Tante auf der Karte sehe! ………………………………….

(Edit: 14:14 Uhr) ich glaube irgendwo da muss es sein… aber ich bin mir nicht sicher!!! Ich muss unbedingt mal meine Mama oder meinen Papa fragen, ob die sich daran erinnern…

Unbenannt
Nun… jedenfalls,… das Gefühl… auf dieser Lichtung wuchs das Gras bis in den Horizont. Es war SO hoch. Und ich erinnere mich an diese riesigen Heuschrecken, die so groß waren wie meine Hand. Eine Freundin und ich (ich glaube, sie hieß Laura). Sie hatte rote Locken und Sommersprossen… wir liefen halbnackt nur in Unterhose herum, spielten im Matsch des Straßensandes (wo in der Woche vielleicht mal 3 Autos vorbeifuhren) und hüpften im Gras der Lichtung neben dem Haus meiner Tante, um Grashüpfer zu fangen. Und da ist dieses Gefühl. Dieses Gefühl von Freiheit. Von Schwerelosigkeit. Ich habe mich noch nie leichter und echter und glücklicher gefühlt, als wie wenn wir durch die Gräser und über die Straßen hüpften. Und nur dank diesem einzigartigen, sehr fein definierten und detaillierten Gefühl  (denn ich hatte schon oft dieses Gefühl von Freiheit und Unbeschwertheit und grenzenlosem Glück erleben dürfen, aber jedesmal eben irgendwie anders), habe ich noch die Bilder in meinem Kopf, die ich damit verbinden kann.

Ob das der Grund ist, dass mich Gespräche weniger triggern als Musik oder Melodien? Melodie ist ja immateriell. (Gut Gespräche ja eigentlich auch, aber ich finde Gespräche lösen eher Bilder im Kopf aus, als wie Musik Gefühle – versteht ihr?) ….. Ach… wirrwarr…

EDIT (19.02.15)

Ich habe das Haus meiner Tante gefunden! Mein Herz lacht vor Glück und gleichzeitig könnte ich weinen. Das gelb Markierte hinter dem Haus ist die Lichtung, auf der ich immer spielte, mit Laura zusammen. Und das gelb Markierte gegenüber vom Haus ist das Feld, wo wir die Grashüpfer immer gejagt haben.
Das orange-markierte war so ein Feld mit ganz, ganz vielen steilen, klleinen Hügelchen, wo meine Eltern und meine Tante mich nie hinlassen wollten, weil es so gefährlich für Sturzflächlächen war, und ganz am Ende dieser Lichtung wo der Wald anfing, da habe ich imemr Rehe gesehen.
Ich liebe es. Immer noch.

Unbenannt

…über Paye und Kora oder auch: zum Kopfmensch werden, 22. Jan. 2015

Ich finde es immer noch komisch, dass schon das neue Jahr angefangen hat. Irgendwie bin ich noch gar nicht wirklich durch diese Spanne von 2014 und 2015 durch. Immer noch gefühlsmäßig bei 2014. Vielleicht weil so absurdes passiert ist, dass ich nicht abschließen kann… Aber eigentlich interessiert mich das gar nicht. Es ist mir scheißegal, ob es 2009, 2010, 2014 oder 2015 ist. Aber die Zahlen 10012015 gefallen mir immer noch! (-:

10012015
11215000
00011125
52101010

hmm…. irgendwie gefallen mir die Zahlen des Datums. Ich weiß nicht, warum. Aber ich sah auf den Display, las: 10.01.2015, und irgendwie gefiel es mir. Wirkt wie ein verschlüsselter Code für eine noch nie betretene Welt. Ein Zahlencode. 10012015.

>Ich stehe vor einer Tür. Groß, schwer, rechteckig. Sie erinnert mich an ein Tresor. Die Tür ist groß. Riesengroß. Verbindlich mit der Tatsache, dass ich klein bin. Weil ich Alice bin. Alice im Kummerland. Alice im Kummerland vor einer Tür die an einen Tresor erinnert. Alice, die eine Minute vorher aus einer Ampulle, auf der stand: “Trink mich” Alkohol hinunterkippte und dadurch in verschwommenen Gedankendimensionen in eine unmenschliche Zentimeterzahl schrumpfte. Und diese Alice – diese Ich – steht nun vor diesem Tresor. Und es fordert einen Zahlencode, um diese andere Welt betreten zu können. Diese Welt, die sie aus ihrem Kummerland holt. Ein einfaches Zahlencode. 10012015.<

Ansonsten… Puuuh … Ich weiß nicht, woran ich das festlege, aber ich glaube Paye tat mir wirklich nicht gut. Denn wenn einem etwas gut tut, dann dürfte man nicht jeden Tag, jeden Abend quälende Gedanken haben, Sehnsüchte, die Person wieder zu sehen und sich unsicher sein, ob das das Richtige ist. Allein da fängt es ja schon an: wenn man sich nicht sicher ist, dass es richtig ist, kann es nicht gut sein. Wenn man sich von Anfang an so viele Gedanken darüber macht.

Das ist es, was ich meine. Genau DAS! Man fragt immer nach dem Warum. Immer! Habe ich nicht vor zwei Monaten noch geschrieben, dass ich nicht verstehe, warum ich auf einmal so viel mit dem Kopf entscheide? Dass ich so viel nachdenke? Ich fand das so unbegreiflich, weil ich das bisher noch nie gemacht habe. Wenn ich mit Paye telefoniert habe… Nun… Irgendwie hat sich vieles bezüglich meiner Einstellung zu ihr geändert. Ich sehe sie jetzt mit ganz anderen Augen.

Ich hätte das niemals gedacht. Einfach, weil das so eine irreale Situation war, wie wir uns kennenlernten (Kora). Ich dachte, sie würde vielleicht eine von den Mädels werden, mit denen ich öfter weg gehen kann. Auf Partys etc.
Aber … Ich habe irgendwie eine emotionale Bindung zu ihr entwickelt. KEINE AHNUNG WIE! Aber es ist so gekommen… Es war das Hin- und Hergeschreibe. Ich kann es nicht in Worte fassen. Das kann man nicht beschreiben. Es ist einfach ein Grundgefühl da, das ich ihr gegenüber habe. Ich liebte sie irgendwie. Nicht auf die Art und Weise! Sondern… Wie man zu Menschen sagt, dass man sie liebt… ACH KACKE! Ich kann es nicht beschreiben. Es war so eine Liebe auf eine andere Art und Weise. Sie bedeutete mir viel. Sehr viel. Wir sind uns platonisch in wenigen Tagen so nahe gekommen, dass es eigentlich gar nicht normal ist. Sie hat mein Herz berührt. Ich weiß nicht wie, aber ich habe sie tatsächlich in mein Herz geschlossen. Ein Mensch, den man kennen lernt… Und den man einfach vom ersten (oder 2.) Moment liebt. Nicht auf diese “Parship-Ebene” – ihr versteht. Aber ich habe einfach so ein ehrliches Gefühl ihr gegenüber gehabt. Ich musste (und muss) nicht aufpassen, was ich sage. Ich rede einfach, und ich weiß sie versteht es. Ich muss mich nicht rechtfertigen, erklären. Es ist einfach so bodenlos verständlich. Bedingungslos. Echt. Wie atmen. Es läuft so einfach. Wir redeten Stunden. Über STUNDEN. Bis in die Früh. Und es wurde nicht langweilig. Ich fühlte mich so … Schwerelos in ihrer Nähe. Aufgehoben, vielleicht auch ein bisschen geborgen – ohne dass sie überhaupt irgendwas macht. Vielleicht ist es einfach, dass ich einfach ich sein kann, wenn ich bei ihr bin. Ich mache mir keine Gedanken darum, wie ich aussehe, was ich sage, was sie über mich denken könnte… (na gut, zugegeben: manchmal) Aber trotzdem …….. Ich liebe sie einfach. Dafür dass ich in ihrer Nähe ich sein kann. Dass ich nicht nachdenken muss, dass ich reden kann, und sie mir zuhört und sie versteht. Ich liebe sie dafür, dass ich meinem Herzen wieder folgen kann und sie mir alles so unglaublich einfach macht. Dafür liebe ich sie. Ja. Das war es. Und das hatte rein gar nichts mit “Oh mein Gott, ich bin so verknallt und will mit ihr ein Leben lang zusammen sein” zu tun. Echt strange!! Nun, whatever.

So war das bei Paye jedenfalls nicht. Es war so unendlich anstrengend. Das Schreiben mit ihr, wo die Konversationen sowieso eher aus einem Monolog als aus einem Dialog bestanden. Sie schrieb mir ja kaum. Und wenn dann nur sehr knapp und abgehackt. Es kam selten etwas “Füllendes” oder “Eingehendes”. Ich will sie damit jetzt nicht schlecht reden. Wie gesagt, ich habe immer noch ein eigenes, positives Bild von ihr, weil ich sie menschlich kennen lernen durfte. Und sie war immer ehrlich zu mir – das stimmt. Ich bin selbst schuld, wenn ich mich in solche Menschen verliebe. Aber: who cares? Es ist vorbei. Ich bin komplett darüber hinweg.
Ich mag sie noch und ich habe keinerlei schlechte Einstellung ihr gegenüber, aber ich weiß einfach, dass ich mich nicht in der Blindheit des Verliebtseins an solchen Menschen festkrallen sollte…. Vielleicht auf einer anderen Ebene. Ich weiß es nicht. Aber nicht so.

Ich habe sowieso keinen Kontakt mehr zu ihr. Und das entspannt – befreit – meinen Kopf.

Ich meine, wenn ich an die Zeit denke: ich habe SO viel nachgedacht. Ich habe manchmal 50-Zeilen geschrieben… Und wieder gelöscht, bevor ich sie abschickte, weil ich mir nicht sicher war, ob das richtig ist. Und … Allein da hätte ich schon merken müssen, dass es nicht gut ist. Dass irgendwas nicht stimmt.
Bzw.: vielleicht habe ich irgendwo unbewusst gefühlt, dass irgendwas ganz und gar nicht in Ordnung ist, dass sie mir irgendwas verheimlicht. Vielleicht hatte ich da so ein Grundinstinkt und deshalb hat mein Kopf so angefangen zu arbeiten. Aber so merke ich wenigsten, dass mein Herz, bzw mein Bauchgefühl immer richtig liegt. Selbst wenn ich es nicht präsent fühle. Aber es kitzelt mich. Ich kann es nicht beschreiben. Stellt euch vor, eure Seele wäre eine kleine Insel in einer Kristallkugel. Die, in die Hexen in Kinderfilmen immer reinschauen. Eine große Kristallkugel. Und in dieser Kristallkugel ist eben diese Insel. Und das ist die Seele. Bei mir ist die Insel echt süß und klein. Ein kleines Sandufer am Wasser. Nur ein paar Palmen, und weit hinten werden die Gräser immer höher, immer weicher, und ganz hinten ist eine Felswand von einer Klippe. Man kann oben hinaufsehen und sieht den Rand der Klippe. Aber es ist unnatürlich weit nach oben. Fast wie der Himmel. Aber den gibt es dort irgendwie nicht. Es ist einfach nur blau, aber nicht blau wie der Himmel, sondern einfach unendlich blau. Versteht ihr? Und da am Fuße dieser Klippe, an der Felswand, ist alles über und über mit Moos bedeckt. Trocken, weich und vor allem ganz ohne Ungeziefer (denn das war das, was mich als Kind immer total deprimiert hatte. Wenn ich Schneewittchen schaute, Bambi, Das Dschungelbuch, etc. etc. Da waren die Wälder alle so schön. So rein und so sauber und einfach. Man sieht in Kinderfilmen keine einzigen Spinnen, oder andere ekelhafte Insekten im Gras, auf Bäumen oder im Moos herumkrabbeln (außer als Mogli die Ameisen zu essen versucht oder als Simba das erste Mal von Timon und Pumba dazu aufgefordert wird, Käfer zu essen – aber selbst die sahen eigentlich schön aus! Und als ich dann immer im Wald war, war ich so traurig, dass die Wälder nicht so aussehen wie in den Filmen. Überall sind Bäume gefällt, Ungeziefer hängen in den Grashalmen und ein Spinnennetz spannt sich von Baum A nach Baum B. Dislike! Und so habe ich mir in meiner symbolischen Kristall-Kugelseele eine perfekte kleine Insel geschaffen). Und mehrere Meter weiter ist eine Pflanze. Ihre Blätter sind riesengroß, dick, dunkelgrün und bieten mir ein schattiges Plätzchen, wo ich schlafen kann. Wenn ich diese Blätter der großen Pflanze beiseite schiebe, sehe ich ein Wasserfall, das von der Klippe herabfällt und diesen kleinen Teich weiter vorne am Sandufer bildet. Um diesen Wasserfall herum sind ganz viele Tiere: Giraffen, Pferde, Enten, Schwäne, Affen, Flamingos, Schmetterlinge, jegliche Arten von Vögel…. Wenn ich diese Blätter zur Seite schiebe, sehen sie mich kurz an… Halten kurz inne, beäugen mich neugierig. Und dann machen sie weiter, wo sie aufgehört hatten. Die Giraffen fressen die Blätter von den hohen saftigen Bäumen weiter, die Elefanten spielen im Wasser und die Flamingos beschweren sich, wenn sie was von den Blödeleien der Elefanten abbekommen. Die Affen jagen sich von Ast zu Ast, um sich um eine Banane zu streiten, obwohl an einem Baum noch ein ganzer Bund anderer Bananen hängt. Die Pferde grasen weiter, schwingen ihr Schweif in einer sanften Leichtigkeit. Die Enten schwimmen ihre Kreise und die Schwäne putzen ihr Perlweiß.

Und ich liebe diesen Ort….
Ich bin da oft. Wenn es mir mal nicht gut geht, schließe ich meine Augen und bin dort (wenn ich will). Aber ich kann diesen Ort auch zu einem ganz anderen machen. Je nachdem, wonach mir gerade ist. Ich erinnere mich zum Beispiel, dass ich einmal meine Augen schloss und irgendwo im ‚Nirgendwo‘ war… wenn ich es nicht besser wüsste, dann .. ja, diese Umgebung erinnerte mich an Irland… oder Pag.. irgendwas dazwischen… aber eher Irland……

Irland
Ungefähr so sah es da aus. Nur die Farben waren viel düsterer. So gräulich. Und anstatt dem Wasser da hinten fingen die Berge an, zugedeckt mit Bäumen – ein Wald…und es war ein wenig „felsiger“ (ich kann mich nicht genau daran erinnern, ich war ca 14 oder 15, als ich ‚an diesem Ort war‚)… aber das ist ja egal… Jedenfalls stand ich vor einem alten, kaputten Holzzaun. Dort, auf diesem Grundstück, stand eine Holzhütte. Das Holz war auch nur noch so gräulich-braun. Trocken aber kalt. Und ich erinnere mich, wie ein schneeweißes Pferd in diesem trostlosen ‚Garten‘ stand. Es war kaum noch Gras zu sehen… abgefressen und abgetrampelt von dem Pferd – vermutlich. Ich ging auf den Zaun zu, und das Pferd langsam auf mich. Es sah mich direkt an, als wüsste es ganz genau, was es von mir wolle. Ich streichelte ihm über die Stirn, ließ zu, dass es seine seidenweichen Nüstern in meinem Nacken und in meinen Haaren vergrub, um mich zu atmen. Ich fühlte den warmen, feuchten Atem an meinem Ohr… Und dann sah ich etwas um sein Hals hängen. Es war ein langer, goldener Schlüssel um eine ganz einfache Schnur, die ihm umgehangen wurde. Der Schlüssel zur Hütte. Ich streckte meine Hand aus und berührte den Schlüssel und ich sah sofort die Panik in den Augen des Pferdes aufglimmen. Es machte unruhig ein paar Schritte zurück, sah mich aus großen, verschreckten Augen an. Als würde es sagen: >>Warum tust du das?<< … Aber es kam wieder auf mich zu… ich streckte ihm meine Hand aus, als Geste, es solle mir vertrauen und griff vorsichtig erneut nach dem Schlüssel. Das Pferd blieb ruhig, sah aber sehr skeptisch aus… Ich wartete, sah ihm tief in die Augen und nahm schließlich den Schlüssel vom Hals.
Im selben Moment stieß das Pferd so ein lautes Wiehern aus, dass es in dieser totesgleichen Stille von allen Seiten widerhallte. Ich hörte die Hufen scharen… Den Schlüssel hatte ich fest an mich gedrückt – an meine Herzensstelle – das Pferd stieg, schnaubte nervös, trat von einem Huf auf das andere… schließlich machte es einen Satz über den Zaun und galoppierte davon… ich hörte es noch in der weitesten Ferne…
Jedenfalls, um das alles abzukürzen: als ich die Hütte betrat, fühlte ich  mich wie zu Hause. Es war warm, heimelig. Ich empfand Liebe und Geborgenheit…. Ich wusste, wo alles ist: die Küche, das Bad, das Schlafzimmer…. und ich ging langsam und bezaubert in das Wohnzimmer….Wo ich auf einmal von hinten ein Mädchen auf der Couch sitzen sah… Ich konnte nur die schwarzen, langen Haare erkennen… und mir wurde sofort mulmig im Bauch. Die Heimeligkeit verschwand, es wurde dunkel und kalt. Angst schlich durch den Boden in meine Füße, krallte sich an meine Knie, zog sich hoch in meinen Bauch und verankerte sich in meinem Herz. Ich machte einen Schritt auf das Mädchen zu, dass sich nicht bewegte, obwohl ich dachte, vor Angst gleich zusammen zu brechen. Und dann passierte es: Das alles im Bruchteil einer Sekunde.
Das Mädchen drehte sich blitzartig um. Ich sah die leeren, schwarzen Höhlen, wo eigentlich die Augen sein müssten, sah das Blut in ihrem ganzen Gesicht, die Haifischzähne, die Zunge einer Schlange, die nach mir zischte. Sie war mir plötzlich so nah gewesen, ich hätte nur meine Zunge ausstrecken müssen, und hätte sie berührt. Sie schrie mit einer dämonischen Stimme, die mir vor Panik die Galle in den Hals steigen ließ: >>Verschwinde hier!<< …. griff mit beiden Händen – kalkweiß! – nach meinem Gesicht. In dem Moment riss ich meine Augen auf und traute mich für viele Monate nicht mehr, solche Fantasie-/Rückzugsorte in meiner Seele zu besuchen….

Nun, jedenfalls … selbst wenn ich nicht dort bin, bin ich halt hier (und ehrlich gesagt bin ich sehr, sehr selten dort. Das letzte Mal war es vor vielleicht einem halben Jahr – wenn überhaupt). Aber ich weiß dass der Ort trotzdem immer da ist. Ich kann immer dahin zurück, wenn es mir nicht gut geht. Und da ich diesen Ort immer fühle, fühle ich auch, wenn irgendwas nicht stimmt.
Es ist…. Als würde ein Grashalm ausgezupft werden.

Eigentlich scheißegal, mh? Ich zupfe ein Grashalm aus… Wow. Und nun?
Stellt euch mal vor… Hmm… Es wäre, als wie wenn ihr euch ein Häärchen am Arm ausreist, nur viel matter, dumpfer… So dass ihr euch nicht sicher seid, dass es wirklich passiert ist. Aber ich fühlte es.

Und so hat es sich eben IMMER angefühlt, in der Zeit mit Paye. Ich habe immer dieses matte, dumpfe ziepen in mir gefühlt. Aber ich war mir nie sicher.

Und das habe ich bei Karo eben nicht. Da ist diese Ruhe. Nicht zu ruhig, dass es unheimlich ist, sondern eben genau richtig. Friedlich ruhig. Und sie tut mir einfach gut. Genauso will ich ihr gut tun. Ich will für sie da sein und ich will bei ihr sein, wenn es ihr nicht gut geht. Ich wünschte, sie könnte in mich hineinfühlen.
Denn ich kann ihr so oft sagen wie ich will, dass sie mir viel bedeutet und das ich wirklich auf ihr Wohl ausbin… Dass ich will, dass sie glücklich ist, und wenn es nur für kurze Zeit ist. Das kann jeder sagen.

Und das weiß ich. Wenn mir das jemand sagen würde, würde ich das als leere Worte abstempeln. Ich fände es ganz nett und lieb. Aber ich würde es niemals ernst nehmen. Deshalb glaube ich, dass sie das auch nicht wirklich glauben kann. Jedenfalls könnte ICH das nicht an ihrer Stelle. Im Prinzip ist mir das ja auch egal, wenn ich ehrlich bin. Es geht mir ja nicht darum, dass sie es glaubt. Sondern darum, dass ICH weiß, dass ICH will, dass es ihr gut geht und dass ICH weiß, das alles, was momentan auf emotionaler Ebene ist, einfach nur echt ist. Das ist das Wichtige. Hier gehts nicht um das Glauben. Sondern einfach um das Sein.

Gedanken [31.12.14]

…Die Tränen übermächtigten mich diese Nacht. Endlich … so erlöst von einem Gefühl der Bedrückung. Durch einen Schrei der entleibten Seele. Durch Gedanken gezogen. Durch Tiefe meiner Bosheit, die versteckt in einem schmutzigen Winkel. Nicht für die Berührung Ihrer Hände; der dunklen Geister unsichtbarer Gestalt. Ob Gold oder Pech – ganz allein mir gehörend. Streichelnd von der Zärtlichkeit meines eigenen Schmerzens Willen. Weder gut, noch schlimm. Doch so, o schreit die Wonne der grausamen Stille in mir: Löse doch nun die Finger von der schneidenden Klinge des Gipfels schmalen Grat, zwischen Hass und Liebe, die ein blindes Herz zu erkennen vermag.

Wirkte ich an jenem Abend wirklich so hoffnungslos? …….. Was war das, was aus mir schrieb? Diese Zeilen sind so dunkel. Sie gefallen mir nicht mehr.