…abgeschlossen, 18.Jan.2015

ICH WEIß NICHT, OB ICH ES BEREUEN WERDE, ABER ICH WEIß, DASS ES DAS RICHTIGE IST. Es bringt mir einfach nichts, Paye hinterherzulaufen. Alle sagen es. Alle. Sie behandelt mich wie Dreck. Jemand, der einem wichtig ist, den behandelt man nicht so. Jaja, dachte ich. Lass sie reden. Sie haben keine Ahnung, sie haben alle keine Ahnung, wie Paye wirklich ist. Scheinbar haben sie viel mehr Ahnung, als ich. Manchmal sehen Außenstehende einfahch viel mehr, als man selbst. Sie reflektieren, und manchmal reflektieren sie sehr gut. In dem Fall hat es nun fast einen Monat gedauert, bis ich ihnen Recht gegeben habe.

Und ja, gottverdammt. Es fällt mir nicht leicht. Paye hat sich irgendwie in mein Gehirn gefressen. Selbst Kora sagte das…. (… um zu dem Stand zu kommen, wie es aktuell zwischen Kora und mir ist, ist es eine lange Geschichte, die ich in einem anderen Beitrag vielleicht mal näher ansprechen werde)…

Dienstagabend schlief ich bei Kora. Mittwoch auch. Genauso Donnerstag. Und wir hatten Sex. Jeden verfluchte Minute. Und er war unglaublich. Sie ist die erste Frau, bei der ich mich wirklich fallen lassen konnte. Sie wusste, wo sie mich berühren muss. Ich liebe ihre Berührungen! Ich liebe es, ihre Haut an meiner zu fühlen, in ihren Armen einzuschlafen und wieder aufzuwachen. Und ich habe Gefühle für sie. Keine Ahnung, was es ist. Aber das zwischen uns fühlt sich so normal an. So alltäglich. Ich rede mit ihrem Hund, als würde ich ihn sein Jahren kennen, genauso behandeln wir uns: als würden wir uns sein Jahren kennen. Zwischen uns ist alles so leicht und unbeschwert. Jedenfalls der Umgang.
Das einzige, was unser Kennenlernen erschwerte war bloß, dass sie Paye eben kannte. (Wie in Beitrag vom 17.Jan. schon erzählt) Paye scheint sich jeder Frau ins Hirn zu fressen.
Kora tippte mir sanft aber intesiv an die Schläfe, rieb sie, sah mir flehend in die Augen und fragte: „Was?“.. Sie rieb wieder an meiner Schläfe „Was, hm? Was ist da?“ …. Dann wanderten ihre Finger nach einer gefühlten Ewigkeit zu meinen Lippen. Streichelten sie. Ich konnte nicht antworten und ihr nicht in die Augen sehen. Wie auch? Wie sollte ich ihr denn bitte sagen, dass alles, was in meinem Kopf da herumspukt, eigentlich nur Paye ist? Wie sollte ich ihr sagen, dass ich jede verdammte Sekunde nur an Paye denke? Wie sollte ich, in Gottes Namen, ihr das sagen?
Und warum war das eigentlich so? Wieso? Wenn ich mich doch bei ihr so wohl fühle? Wieso laufe ich einer Frau hinterher, die mich non-stop abwimmelt und verletzt (ob gewollt oder nicht – c’est pareille), wenn ich doch neben mir eine Frau liegen habe, die so ein großes Herz hat, mir Geborgenheit und zuversicht schenkt, mich an ihr Herz lässt und mich so akzeptiert wie ich bin?  Eine Frau, mit der ich mein nächstes Wochenende plane, ihr Kaiserschmarrn zum Frühstück zu machen, mich von ihr zum Abendessen einladen lasse (Running-Sushi; ich habe noch nie Sushi gegessen!), eine Frau, die mich 60 Minuten in eine andere Stadt fährt, nur damit ich nicht mit einem zehn zentnerschwerem Koffer mit dem Zug fahren muss und wenigstens die letzte Stunde noch mit mir verbringen kann. Eine Frau, die mit mir ihren Urlaub plant, mich ihrer Familie vorstellen will und die mit mir nach Hamburg will, um mit mir ein Musical anzusehen. Wieso, verdammte Scheiße, lege ich es darauf an, so eine wertvolle Person für eine andere Person, der ich ja wohl nichts weiter bedeute als „ich-finde-dich-sehr-anziehend-aber-aber-aber“ aufzugeben?

Ich weiß es nicht. Und es gibt auch keinen Grund. So siehst nämlich aus. Und ich weiß, wenn es Paye nicht gäbe, niemals gegeben hätte, dann könnte ich Kora längst mein Herz öffnen. Und deshlab tat ich das jetzt. Ich schloss ab. Ich schrieb Paye (Da wir ja eigentlich im „Guten“ – gut für sie; schmerzhaft für mich – auseinandergegangen waren), dass ich so nicht mehr weitermachen will. Schrieb ihr, dass ich kein zweites oder drittes Mal danach fragen werde, sie wieder sehen zu können, es noch einmal auf einer „anderen Ebene“ zu versuchen, uns kennen zu lernen, nur damit ich wieder und wieder abgewimmelt werde, damit sie währenddessen mit anderen Frauen vögelt.
Nein. Das will ich nicht. Und das stellte ich klar. Ich werde niemandem hinterherlaufen. Auch ihr nicht. Und so werde ich sie aus meinem Leben streichen. Das wird alles so viel einfacher machen.

Jetzt muss ich mich nur noch auf Kora und mich konzentrieren. Aber das wird auch nicht einfach. Kora ist 30. Also älter als ich. Trotzdem fühle ich mich häufig erwachsener als sie. Manchmal habe ich das Gefühl, für sie da sein zu müssen, sie beschützen zu müssen. Das ist noch ein bisschen komisch … Und es wird niemals einfach sein. Kora wurde auf Borderline diagnostiziert… ich meine… das sind nur Buchstaben auf einem weißen Blatt. Und bisher kann ich gut damit umgehen (mal abgesehen davon, dass man davon eigentlich nichts merkt) … aber sie hat Verlustängste. Und heute Früh im Bett war ganz kurz ein Moment, in dem ich mich unbehaglich gefühlt hatte. Für eine Minute fühlte ich mich richtig eingeengt, „gefangen“ …. dieses Gefühl ließ schnell wieder ab… aber ich hoffe, das wird nicht wieder vorkommen… ich hoffe sie ist nicht so eine Frau, die so wahnsinnig anhänglich ist, dass ich für meine Freunde und andere Dinge keine Zeit mehr habe.
Ich kann sie nicht zum Mittelpunkt meines Lebens machen. Wir beide brauchen uns. Wir beudeten uns viel. Wir tun uns unglaublich gut. Aber wir dürfen uns nicht in ein Korkon verschließen und uns von der Welt abschotten. Das darf nicht passieren… ich glaube, darüber muss ich noch mit ihr reden.. Wenn der passende Zeitpunkt gekommen ist… irgendwann.

Advertisements

2 thoughts on “…abgeschlossen, 18.Jan.2015

  1. Das hört sich alles an wie eine Geschichte. Wie in einem komplett verstrickten Liebesfilm.
    Bin durch Zufall auf dein‘ Blog gestoßen, hat mich aber sofort gefesselt. Ich mag deine Schreibweise. Es macht Spaß dich zu lesen. Du wirkst authentisch und weltgeöffnet.

    Würde mich freuen mehr von dir zu lesen.
    LG
    Leserin

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s