…wie ich lebe, 28. Jan. 2015

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Kennt ihr diese eine Sache in eurem Leben, die immer wieder euren Kopf befreit?
Für mich ist es das Tanzen und das Reiten. Leidenschaften, die mich ‚komplettieren‘ im Sinne eines Nichts‘ – die mich ablösen, schwerelos machen.

Genau das wünsche ich mir gerade. Am liebsten würde ich jetzt hier aufbrechen, auf Morningstar steigen und losreiten, oder in den Sportkeller, die Musik aufdrehen, und lostanzen.
Aber ich kann nicht. Ich muss heute noch Kochen, die Wäsche machen, mit Mama telefonieren und bestätigen, dass es mir gut geht (manchmal würde ich am liebsten einfach nur ans Handy gehen und murren: „Ja, Ich.lebe.noch!“)

Heute spinnt mein Kopf Netze aus einem Gedankengewebe der Geschichte.
Ich kannte Buddha. Jedenfalls den Namen. Ich wusste, dass es ihn/das gibt, aber erst heute habe ich erfahern, was der Buddhismus eigentlich ist. Ich dachte ja immer, Buddha sei ein Gott. Irrtum. Habe ich mit Hinduismus verwechselt. Buddha ist eine … Lebensweise sozusagen. Und ich habe durch das Gespräch festgestellt, dass ich sehr, wirklich sehr! der Buddhistischen-Lebensweise nachhänge. Wir haben viel geredet. Über viele verschiedene Themen in einer kurzen, einfachen Stunde. In 60 Minuten, über die halbe Weltgeschichte.
Es fing damit an, dass ich erfuhr, dass Hornung für den Februar steht. So wie Hartung für den Januar. Wir lasen uns also die anderen altdeutschen Namen für die Monate durch… Alles total interessant!
Das, was ich heute alles erfahren habe, ja, sowas hätte ich mir für meine Schulbildung gewünscht!

Ich muss später mal ausführlicher schreiben, gerade bleibt mir nicht mehr die Zeit

Edit:
Jedenfalls entfachte sich unser Gespräch in ein weites, weites Geschichtsfeld. Wir redeten über alles! Ich konnte sie wirklich alles fragen! Ich finde diese Frau fasznierend. Irgendwie habe ich das Gefühl, als würde sie ALLES wissen. Ich meine, klar, jeder Mensch setzt sich mit der einen Sache mehr, mit der anderen weniger außeinander. Aber sie? Sie wusste von A-Z alles! Das hat mich umgehauen! Ich habe ihr zugehört und ich habe es geliebt ihr zuzuhören. Einfach, weil es mich so brennend interessiert hat.
Man möge mich für dumm erklären, aber ich habe mich nie, wirklich nie für Religion interessiert. So hat es mich auch nie interessiert, wo „Gott“ überhaupt herkommt. Dass Jesus Gottes Sohn ist oder irgendjemand, den er uns halt schickte und blabla, das war mir ja schon immer klar, aber dass es Gott vor Jesus gab, daran habe ich nie gedacht. Ich bin immer davon ausgegangen (ohne überhaupt jemals darüber nachzudenken), dass Gott irgendwie erst zu der Zeit entstand wie Jesus… Ich dachte, Jesus hätte quasi „Gott geschaffen“ und würde ihn Vater nennen und alle anderen Menschen glaubten ihm, weil sie ja dachten, er sei ein Engel oder so… Ach, keine Ahnung. Ich kenne mich da immer noch nicht so genau aus. Weil mich das einfach nie interessiert hat. Aber jetzt auf einmal bin ich fast leidenschaftlich ungeduldig, die ganzen Weltreligionen kennen zu lernen. Jetzt, nachdem ich weiß, dass Gott schon eigentlich „immer“ existiert – jedenfalls im Glauben der ‚Menschen‘. So hat es mir jedenfals Frau H. Erklärt (oder ich habs falsch verstanden). Jedenfalls bin ich ja jemand, der an den Urknall glaubt. Also an Dinos, Affen usw. Da frage ich mich dann, wo der Glaube an Gott angefangen hat? Ich meine, Dinos glaubten nicht an Gott. Affen … Ob Affen an Gott glaubten? Nein…. Keine Ahnung. Wie nennt man die Zeit, in der sich die Affen zu Menschen entwickelten? Ich meine… Vor dreieinhalb Milliarden JAhren entwickelte sich das erste Leben auf der Welt in Form von Einzellern. Erst viel, viel später entstanden die ersten Pflanzen und Wirbeltiere (also Amphibien, Reptilien, Vögel, Säugetiere – einfach alles, was einen Wirbel besitzt im Gegensatz zu z.B Schmetterlingen… Aber Wirbeltiere werden ja auch Schädeltiere genannt, oder? Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube, das hätte ich gelesen, weil Seekatzen und… Schleimaale z.B. Keine Wirbelsäule besitzen, aber wegen den verknöcherten oder knorpeligen Schädels o. Kopfskeletts dagegen allen Wirbeltieren eigen ist und quasi zu… Den ‚Grundmustern‘ dazu gehört – ich übernehme keine Haftung für mein grobes Wissen! *g…).
Jedenfalls dauerte es eine Millionen von Jahren, bis sich der Mensch so entwickelt hat, wie er heute ist… AAAHH Jetzt kommts mir. Evolution… Da klingelt bei mir doch das Grundschulwissen… „Die Entwicklung und Wandlung eines Lebewesens über lange Zeit nenn man Evolution“. Also.. Die Zeit, in der sich der Affe zum Menschen entwickelte, war die Evolution. Klar. Grundwissen.
Oder?

Bzw… Mir kommt gerade, dass ich mal irgendwo las, dass sich Forscher eigentlich darüber einig waren, dass der Mensch nicht vom Affen abstammt. Sie hätten nur dieselben Vorfahren. Ach, ist doch alles ewig kompliziert!
Ich habe auch mal irgendwas von der „Out-of-Africa-Theorie“  gelesen. Dass sich die Vorfahren des heutigen Menschen in (Ost oder Süd – weiß ich nicht mehr) Afrika entwickelt haben und dann in verschiedene Teile der Welt ausgewandert sind. Hmm… Irgendwie bin ich immer noch nicht zufrieden mit dem Wort ‚Evolution‘ das kann nicht stimmen…
Ich weiß, dass die Entstehung des Menschen im Känozoikum (Känozoikum ist eine Ära/Zeitalter. Also eine Unterteilung der Äonen (Hadaikum – als nach der Entstehung der Erde die Formation des Planetens stattfand -, Archaikum, Proterozoikum und ‚unser‘ Äon ist das Phanerozoikum) Wer sich damit noch nicht befasst hat, würde ich demnjenigen nur ans Herz legen. Ich finde es waaaahnsinnig interessant!) war. Aber das ist ja auch nur ein großes Wort für viele Kleine. Das Känozoikum (oder auch Erdneuzeit) ist ja auch noch in verschiedene Perioden unterteilt. Nämlich in das Palaogen und Neogen. Wir leben in der Periode Neogen (die vor ca. 23 oder 24 – ich weiß es nicht mehr genau – Mio. Jahren begann). Diese Perioden sind wieder in Epochen unterteilt – wir, heute: in der „Nacheiszeit“ (Holozän).
Nun, bla. Soviel zu meinem erstigen Grundwissen…. Jedenfalls… Es muss ja auch ein spezielles Wort für das „Menschwerden“ geben, oder???
Ich muss da echt mal nachrecherchieren.

Nun, jedenfalls… Was mich zum Beispiel auch unsagbar wütend gemacht hat, als wir das Thema von 1915 aufgriffen – als die Armenier von der Türkei quasi ‚umgebracht‘ wurden. Dabei sind mehr als 1,5 Millionen Menschen zum Opfer gefallen. Im Prinzip hat die Türkei nichts anderes getan wie Deutschland (Hitler – Vernichtung der Juden). Aber die Türkei steht bis heute nicht zu ihrer Tat. Ich glaube, ich habe irgendwo mal aufgegriffen, dass sogar irgendjemand (ein Politiker oder so) vor kurzem von der Türkei umgebracht wurde, weil jener nicht aufhören wollte ihnen auf den Kopf zu kloppen, endlich zu ihren Schandtaten zu stehen.
Dann fingen wir an über die Aasen zu reden (Hauptgötter des Nordischen Pantheons). Ich kannte die Geschichten über sie nicht… Ich habe zwar schon hin und wieder mal den Namen „Odin“ fallen hören, aber dass er der ‚vornehmste‘ der Aasen war, also der Erstgeborene, das wusste ich nicht. Er soll der „Allvater mit den vielen Namen“ sein. Seine beiden Brüder sind Wili und We. In anderen Sagen treten diese drei auch als Wotan, Loki und Hönir auf. Aber darüber schreibe ich vl ein anderesmal. Sonst wird das alles zu lang.

Jedenfalls…. Es waren SO viele Themen, die wir zersetzten, über die wir diskutierten. Wir reisten zu den Wikingern, die dachten, die Erde sei eine Scheibe, weiter zu einer These, wie sie erkannt haben könnten, dass die Welt doch rund ist (oder wenigstens halbrund)… Denn: wenn die Erde eine Scheibe wäre, wie konnte es sein, dass es hell blieb, wenn sie tagelang in eine Richtung fuhren? Die Zeitverschiebung…

Ach… Ich könnte ehrlich gesagt einen halben Roman schreiben, wenn ich unsere Themen ausbreiten würde. Aber Fakt ist: Als ich das Gebäude nach dem Gespräch verließ, konnte ich nicht mehr mit dem Lächeln und Träumen aufhören. Ich stellte mir vor, wer vor millionen oder hunderten Jahren genau auf der Stelle stand, wo ich gerade stehe. Ob hier ein Pferd entlang galoppiert ist? Hier waren immerhin auch die Hunnen unterwegs (reitende Krieger)… Hunnen -> Hungaria. Die Vorstellung, dass hier ein Mensch in Ausrüstung mit Waffen auf einem vor Stress pulsierendem Pferd saß… Mich berauscht dieser Gedanke! Oder auch überhaupt … Alles. Die ganzen Vorstellungen. Wie gesagt, ich kann mir alles bildlich vorstellen. So richtig real. Ich kann die Wickinger sehen, ihre Gesichtsausdrücke, ihre Klamotten. Ich kann sehen, wie sie lachen, wie sie brüllen, wie sie spekulieren und nachdenken. Ich kann den Winter in meinen Gedanken riechen, das Blühen im Sommer.
Ich kann auch ganz genau sehen, wie die Armenier verbannt wurden, sehe, wie sie elendig zu Grunde gehen, wie sie kämpfen, wie viel Hoffnung sie haben, und letzten Endes doch nicht gewinnen. Ich sehe die Juden in ihrer ungerechten Angst, ihr Tag könnte morgen oder sogar heute schon der letzte sein.
Ach, einfach ALLES!
Manchmal fühle ich mich mit der jetzigen Welt garnicht wirklich verbunden…. Als wäre ich jemand ganz anderes aus einer alten Zeit in einem Körper in der neuen Zeit… Irgendwie komisch…..

Jedenfalls gibt es zwei Bücher, die ich jetzt unbedingt mal lesen will:

Siddhartha von Hermann Hesse
Und
Die 40 Tage des Musadagh

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4 thoughts on “…wie ich lebe, 28. Jan. 2015

  1. „Und ich habe durch das Gespräch festgestellt, dass ich sehr, wirklich sehr! der Buddhistischen-Lebensweise nachhänge.“

    – das dachte ich mir schon, als ich deinen Blog von gestern las „Vom Glück reden.“
    Das hörte sich für mich schon sehr buddhistisch an.
    Aber ich finde es gut. Sehr gut. Ich mag Buddhisten. Sie haben, meiner Meinung nach, die friedlichste Lebensart, die ich kenne.
    Und so liest du dich auch… wie jemand, der mit einer Leichtigkeit und mit Frieden durch die Welt schreitet….

    Es ist entzückend mitzuverfolgen, wie du gerade dein Ich entdeckst.

    Ein großes Dankeschön an deinen Blog.

    Zuckerlilie

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  2. Hominisation – Die Menschwerdung. ;o)
    Ich las deine anderen Einträge, Abeo. Nach meinen Rechnungen zu folge solltest du 18/19 Jahre jung sein. Du bist ausgesprochen ungewöhnlich weit für dein Alter. Du dichtest mir hier etwas von Äonen und Ären auf, von Perioden, Epochen. Du schilderst ein Fachbegriff nach dem anderen und nennst es Grundwissen. Du bist weiter, als es viele Menschen bis zu ihren letzten Tagen werden.

    Deine Lebenseinstellung stellt sich dem des Buddhismus gleich – wahr.
    Deine Aussage: „Manchmal fühle ich mich mit der jetzigen Welt garnicht wirklich verbunden…. Als wäre ich jemand ganz anderes aus einer alten Zeit in einem Körper in der neuen Zeit… Irgendwie komisch…..“ könnte man in jeweiligen Hinsichten mit Reinkarnation vergleichen (Ich gehe schwer davon aus, du weißt, was das ist).

    Du bist weltoffen, wissbegierig, intelligent und begeisterungsfähig.
    Wunderbare Eigenschaften.

    Gehe weiter so durch das Leben, wie du es angedockt hast.
    Du wirst in vielen Jahren weise sterben

    Gruß aus dem schönen Osten,
    A.

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