Erinnerungen…(Liebe und Verliebtsein)

Ich erinnerte mich heute an mein altes „Onlinetagebuch“, welches ich nicht mehr benutze.
Als ich diesen Eintrag hier las, wurde ich nachdenklich.

um mich auch ein wenig abzulenken, traf ich mich gestern Abend nach fast einem Jahr mit einem Mädel, dass ich in einer lesbischen Facebook-Gruppe kennen lernte. Wir wollten uns schon viel eher treffen, aber es hat nie geklappt. Zudem war das auch eine völlig angenehme Situation, weil keine von und irgendwelche Erwartungen hatte. Wir haben auch nie großartig miteinander geschrieben oder Kontakt gehabt.

Nun… wir waren erst in einer Bar, redeten ununterbrochen, erzählten uns tausende Geschichten – der Vorteil, wenn man vorher nicht so regen Mail-Kontakt hat. Daraufhin waren wir in einer Disco. Ich muss sagen, das war das erste Mal, dass ich auf die Art und Weise in einem Club war. Aber es war einfach nur purer Spaß. Zum Einen kam ich mit vollem Geldbeutel, und ging mit vollem Geldbeutel. Von rechts und links luden uns angetrunkene Männer auf Kurze oder Bier oder Longdrinks, oder, oder, oder ein. Wir lernten tolle Mädels kennen, aus Philadelphia. Ich liebe es, mich mit Menschen auf Englisch zu unterhalten. Oder insgesamt in einer Fremdsprache. Ich bin ja Ungarin. Aber ungarisch zu reden ist für mich nichts besonderes. Es ist wie Deutsch. Muttersprache halt. Mir machen erlernte Sprachen Spaß. Die Mädchen waren zuckersüß. Und die eine sah aus wie eine Fee. Wunderschön. Zierlich, große, nachtblaue Augen, feine Gesichtszüge; so zart ausgeprägt, lange, schwarze Locken. Ein Traum von einem jungen Mädchen. Mir haben Mädels in meinem Alter noch nie gefallen. Vielleicht habe ich sie mal beneidet. Für irgendwas – ihre Augen, Haare, Grübchen. Keine Ahnung. Aber gestern fand ich dieses Mädchen wirklich umwerfend. Aber das wars auch. Sie faszinierte mich ein wenig. Eben wie so eine Märchengestalt.
Irgendwann war es auf einmal vier Uhr… ich hatte die Zeit komplett vergessen. Die Zeit, die Umgebung, das Leben, ich vergaß sogar A. Ich vergaß sie schon in dem Moment, indem wir zu zehnt auf der Tanzfläche einfach nur ungeheuren Spaß hatten.
Ich kann tanzen. Ja, das würde ich schon behaupten. Das Rhytmusgefühl habe ich, denke ich, von meinem Vater vererbt. Wenn wir, als ich noch ein Kind war, auf ungarischen Festen waren, sogen meine Mama und mein Papa alle Blicke auf sich. Selbst heute liebe ich es noch, ihnen beim Tanzen zuzusehen.
Und so wie meine Mama und mein Papa immer tanzten, ja, so ergriff diese Nacht ein Mann meine Hand und schwang mich über die Fläche. Und ich fühlte mich einfach frei. Ich lachte, flog und wollte, dass es nie wieder aufhört. Ich glaube, ich sollte öfter tanzen. Warum tu ich das eigentlich nie?

Und ich wurde von allen Seiten angeflirtet. Eine Frau war schöner als die andere. Ich ging darauf ein. Dabei…. ist das gar nicht meine Art. Ich meine, klar, flirten ist klasse. Ich liebe flirten. Aber so intensiv wie letzte Nacht ist eigentlich nicht mein Stil. Dieses enge aneinander Getanze, die zarten Küsse am Hals und an der Wange. Sowas hätte ich unter normalen Umständen nicht zugelassen!

Ja, ich glaube, es lag wirklich am Alkohol. Nüchtern hätte ich nicht einmal in meinen Träumen sowas gemacht. Und ich bin selbst jetzt einfach total überrascht von mir selber. Ich bin eigentlich eine totale Romantikerin. Ich liebe die Liebe, liebe das Zärtliche, süße Liebesbotschaften, Schmeichelei, Schleimerei.

Das bin ich nicht. Ich bin so anders. Ich bin ganz anders. Das, was ich schön finde, das, was ich liebe, das ist nicht das, wie ich mich verhalte – und trotzdem macht es mir Spaß.
Ich träume davon, zum Abendessen eingeladen zu werden, mit Frau auf einem Bett zu liegen, sich Geschichten aus einem Buch vor zu lesen. Arm in Arm sich zärtlich über die Wange zu streicheln, Küsse auf den Hals gehaucht zu bekommen, mit den Fingern durch die Haaren zu kraulen, einfach nah sein. Seelische Intimität, ohne körperlicher Intimität. Sowas macht mein Herz warm.
Der Frau, die ich irgendwann mal liebe, in die Augen zu sehen. So tief, so lange, dass ich eine Geschichte aus ihnen lesen kann. Ich möchte durch ihre Augen hören. Ich will nah an ihr liegen, so nah, das sich ihr Herz spüre. Ich will mit meinen Fingerspitzen ganz zart jeden Winkel ihres Gesichtes abtasten, fühlen, wie schön sie ist, weil ich diese Schönheit sehe. Und bei Gott, die Frau, die ich liebe, die wird die schönste Frau dieser Welt sein. Es gäbe keinen anderen Menschen, dem ich meine Blicke schenken würde, meine Gesten, meine Zuneigung, meine Worte oder Gedanken. Nicht meine Leidenschaft und nicht mein treustes Verlangen. Ich bin eine sinnliche Frau.
Ich war noch nie auf die Art und Weise verliebt. Es war nie “diese eine Liebe”.
Aber ich weiß, und dafür lege ich meine Hände, meine Füße, mein Leib, meine ganze Seele ins Feuer – wenn ich liebe, dann liebe ich ehrlich!

Das schrieb ich am 29. Dez. 2014. Ich bin erst seit einer Woche achtzehn gewesen, zu diesem Zeitpunkt. Ich kannte Kora noch nicht.. und ich frage mich…. was habe ich mir erfüllt, was ich dort schrieb?

Ich glaube, es ist ein großer, riesengroßer Unterschied zwischen „Liebe“ und „Verliebtsein“…
Ich bin nicht verliebt in Kora… nicht mehr… vielleicht war ich das auch nie……………………………..ich bin verwirrt! ………………………… Ich kenne das Gefühl der Schmetterlinge im Bauch. Wenn sie rumfliegen, als hätten sie gerade kurz vor Abend noch eine Zuckerbombe zu sich genommen und könnten die Energie hier und da nicht mehr auslassen und deshalb im Bauch herumtanzen, wie wild gewordene Wespen. Ich kenne das Gefühl der Aufregung, den schwitzigen Händen oder dem flachen Atem, wenn man einer Person gegenübersteht, in die man verknallt ist…. das Komische ist………..dieses Gefühl hatte ich bei Kora noch nie…..

Es fühlt sich schrecklich an, das aus zuschreiben….. ich glaube, ich wusste es schon immer, insgeheim, aber es jetzt so offen zu gestehen (auch mir gegenüber), fühlt sich irgendwie grausam an…. als würde ich Kora hintergehen!

Allerdings, und das schreibe ich jetzt nicht, um mich herauszureden, habe ich dafür nie hinterfragt, ob ich sie liebe. Es war einfach da….. und nun frage ich mich …… was ist der Unterschied zwischen Liebe und Verliebtsein?…. mir selbst könnte ich es an einfachen Beispielen vergleichen….. das Verliebtsein habe ich ja oben schon beschrieben… die Liebe, allerdings, verbinde ich mit anderen Tatsachen… zum Beispiel der, dass es einfach ist. Ja, es ist wirklich leicht. Kora und ich leben völlig unkompliziert. Ich habe keine Angst, ich muss mich bei ihr nicht verstellen. Sie kennt mich, wie ich wirklich bin. Es gibt nicht mehr so häufig feurige, leidenschaftliche Küsse, aber dafür ein „Ich bin Zuhause, Liebling“-Kuss, oder einen „Gutenacht“-Kuss… auch immer wieder ein „Ich seh dich an, und bin so froh, dass du zu mir gehörst“-Kuss….. Ich fühle mich entspannt, ausgelassen, vertraut bei Kora…. Ich kann mir vorstellen, immer mit ihr zusammen zu bleiben, eine Zukunft mit ihr aufzubauen….. Wir laufen nicht mehr ununterbrochen händchenhaltend durch die Gegend, nein, wir laufen Arm an Arm, beobachten die Menschen, lachen gemeinsam, grübeln gemeinsam oder sitzen einfach nur da und starren ins Nichts. Wir können Wir sein, ohne etwas sagen zu müssen; erfüllt, schwerelos, glücklich.
Wenn ich in ihren Armen liege, dann schleudert mein Herz nicht vom einen Winkel in den anderen, wie es das immer tat, wenn ich in eine Frau verknallt war (Paye, Aurora…), nein…. es ist ruhig, schlägt gleichmäßig, beruhigt. Mein Atem ist tiefen-entspannt, fast, als würde ich schlafen…. wir streicheln uns hier und da mal zärtlich über den Arm, über das Gesicht… ich drehe mich zur ihr um, lächle sie an und hauche ihr einen unbedeutenden Kuss auf den Mund….  Das vergleiche ich mit Liebe. Und ich glaube, man könnte noch so vieles mehr mit Liebe vergleichen (im Gegenzug aufs Verliebtsein).

Ich glaube, das Verliebtsein ist eine rasante Achterbahnfahrt der Gefühle…. Die Liebe ist hingegen die Wolke… (nicht die Wolke 7… Wolke 4, natürlich, ,-)), die uns trägt, sicher, weich, ruhig….

Vermutlich… war ich nie verliebt in Kora… vielleicht war es von Anfang an die Liebe…. kann sein, oder?!

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