Oh, wie ich mich DOCH freute! (der 1. Arbeitstag)

CIIIIP. Oh Ciiiiiiip!!! Er ist der coolste, lustigste, loyalste und hübscheste Tischnachbar-Kollege, den es gibt! HA! Und ich habe mich so furchtbar gefreut, ihn wieder zu sehen. Ich ging mit großen, energiegaelandenen Schritten auf meinen Arbeitsplatz zu, winkte fröhlich, flüchtig meiner Chefin im Büro zu, die darauf nur kopfschüttelnd lachte (für sie bin ich, glaube ich, das „Küken“ in der Abteilung, auch wenn ich – glaube ich – nicht die Jüngste bin).
Ich bog um die Ecke, um die vielen Tische und – taddaaaaaaaaaaaaa – da saß CIP! Mit seiner schwarzen, gepflegten Lockenpracht. Der halb Grieche, halb Mexikaner.
„Heeeeyyy“, rief er aus, als er mich sah, stand auf, und ich fiel ihm um den Hals.
Ja, mit solchen Kollegen macht die Arbeit Spaß! Gerade sitzt er neben mir, der bald fertige Mediengestalter (er sieht wirklich aus wie ein Mediengestalter…)
Wir haben uns bloß 3 Wochen nicht gesehen, trotzdem kommt es mir so vor, als sei es ein halbes Jahr gewesen.

Eigentlich, denke ich, habe ich Glück. so eine Ausbildungsstelle zu haben. Meine Chefs mögen mich, meine Kollegen mögen mich, Larissa kann mich bloß nicht leiden. Aber das ist schon okay, das beruht auf Gegenseitigkeit.
Ich finde es natürlich toll, wenn ich an meinen vielen Kollegen (in unserem Gebäude ist ja die IT-Abteilung, Grafikabteilung, Büro und IT-Referat zusammen) und sie mir ein breites Lächeln zuwerfen. Ich stolziere dann mit erhobenem Kinn und einem breiten Grinsen an ihnen vorbei und grüße Toni und Theo (die anderen kenn ich nicht wirklich)

Irgendwie wirkt die Arbeit auf mich immer wie so eine Soap im Fernsehen.
Ich weiß nicht, wie sich das erklären lässt. Vielleicht der Umgang miteinander.
Ich mag (mit wenigen Ausnahmen) fast jeden hier. *Jodie, mit ihren knallroten, langen Haaren, ihre quirlige Art (die so gar nicht zu ihrem Äußeren passt), oder dass sie so ziemlich auf jede Meinung anderer scheißt und mitten in einer Schulung aufsteht, in den Markt rüberläuft, einen Kuchen kauft und ihn dann wortlos während der Schulung isst. Das meint sie gar nicht provokativ, der beleidigend. Sie hält es einfach für selbstverständlich. Also, so ziemlich alles, was sie macht.
Immer wenn sie mich sieht, erhellt sich ihr Gesicht und ruft „Hey, Süße“ (wobei es echt komisch aus ihrem Mund klingt – vor allem, weil ich sehr selten Süße genannt werde -, da SIE eigentlich, wenn dann sie „Süße“ hier wäre, auch wenn sie neun Jahre älter ist als ich).
Cip, (hach, mein lieber, lieber Cip!),unser 30-jähriger Siebenschläfer, der sich in der Mittagspause auf meinen Schreibtisch legt und schläft, mit der Argumentation „Besser, als dass ich während der Arbeitszeit schlafe, oder?“ Ich grinste nur, und nickte ihm zu.
*Jonas, der, wie es ihm gerade lustig ist, einfach nach unten an den Empfang geht, um dort anderen die Arbeit zu klauen, obwohl er vor wenigen Minuten erst Aufträge von unserer Ausbilderin bekommen hat, dann wäre da Herr T., der, nur mal so angemerkt, KEIN Azubi ist, sondern schon seit vielen Jahren hier arbeitet, immer wieder zur Tür herein schneit und mich mit Pferdegulasch aufzieht, sich über die Plotter, Schneidemaschinen oder Drucker aufregt oder auf einmal mitten im Raum stehen bleibt und mit allen Anwesenden ein Pläuschchen anfängt.
Frau R., unsere Ausbilderin, eine kleine, energiegeladene Frau mit schnellem, festen Schritt, die für jeden Spaß (na gut, FAST jeden) offen ist. Wenn sie Cip auf dem Schreibtisch schlafen liegen sieht, „rennt“ (für mich ist ihr „Gehen“ ein „Rennen“!) sie an ihm vorbei, tippt an seine Schulter und ruft „Herr S., aufwachen, Pause ist rum!“.
Frau S., unsere andere Ausbilderin, die (vom Gemüt her) sehr ruhige Frau, die sehr enthusiastisch an der Arbeit dran ist und wenn sie von einem Thema anfängt, kaum mehr aufhört zu reden.

Tja, und dann wäre da eben noch ich.
Zu mir kann ich nicht viel sagen. Ich bin, je nach Laune, mal so, mal so.
Theo meinte mal zu mir (Ps.: meine Kollegen sind alle min. 5 Jahre älter, abgesehen von Larissa und *Salina): „Also, Du hast auch so einen Non-Filter-System“
„Non-Filter-System? Was soll das sein?“, fragte ich.
„Na, einige Leute denken, bevor sie reden, andere reden, bevor sie denken. Bei dir geschieht alles gleichzeitig. Du redest, was du gerade denkst.“
Nun, manchmal mag das vielleicht stimmen. Ich rede wirklich viel. Und nehme kein Blatt vor den Mund. Aus welchem Grund, sollte ich mich nicht trauen, Salina vor vier Arbeitskollegen in normalem Tonfall zu fragen, ob sie ein Tampon für mich hätte. Und wenn es um Sex geht, kann ich auch meinen Teil dazu beitragen, ohne rot anzulaufen.
Toni lacht dann meistens oft, wuschelt mir durch die Haare und meint „Ach Jessi, was wären wir nur ohne dich.“
Es gibt dann aber wiederum Tage, an denen sie total überrascht sind, dass ich doch auch sehr intelligent sein kann. Zum Beispiel, wenn sie „Witze“ erzählen oder eine ironische oder sarkastische Unterhaltung führen, die man nur versteht, wenn man in weltgeschichtlich etwas gebildet ist. Meistens bin ich dann die Einzige, die mitlacht und Salina und Larissa nur dastehen und erstmal sagen „Hä?“ (Ha, Larissa, ausgerechnet bei der, die immer meint, intelligent zu sein, geht das Licht zum Schluss auf, wenn der Witz oder die Unterhaltung schon längst ums Eck ist)

Ja, einige meiner Kollegen (mit denen ich seltener ‚tiefsinnige‘ Gespräche führe) meinen tatsächlich, ich sei „dumm“ oder jedenfalls naiv. Aber umso überraschter war *Aron, als ich ihm mal eine ellenlange Mail schrieb. Seitdem liest er sogar meine Blogbeiträge… ja, der Aron… Der ist leider vor ein paar Wochen gegangen… zurück in seine Heimatstadt.

Nun, ich fühle mich wohl so, wie es ist. Ich weiß, dass ich vielen Leuten auf die Nerven gehen kann (insbesondere meiner Ausbilderin), aber trotz allem weiß ich, und fühle ich, dass ich doch akzeptiert und freundlich aufgenommen wurde.
Ich mag meine Arbeit.
Und ich finde es schade, dass ich nicht hier bleibe, nach der Ausbildung.

Who cares.
Veränderungen sind nichts Schlechtes. Es sind einfach neue Türen, die einem geöffnet werden, die ein Leben manchmal komplett verändern können.
Und am Ende wird alles gut. Denn ist es nicht gut, ist es nicht das Ende ,-)

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