Eine liebevolle Chefin

Wie furchtbar das ist! Da klopft der Herbst an und begrüßt mich mit einer herzlichen Grippe – vielen Dank, du schöner Herbst.

Gestern musste ich mich von der Schule krankschreiben lassen, da ich in der Mittagspause beinahe umgekippt wäre. In der Nacht des Dienstages hatte ich hohes Fieber und in der Früh bemerkte ich den Schnupfen. Ich dachte mir allerdings, der wäre nicht so schlimm, dass ich deshalb den 2. Berufsschultag platzen lassen müsse. Falsch gedacht. Als wir um 10:15 Uhr in die „kleine Pause“ gingen, wurde mir Schwarz vor Augen und mich hätte es fast zu Boden gerissen. Als ich dann auch noch Kopfweh bekam, ließ ich mich zur Mittagspause, also um ein Uhr, von der Schule befreien.

Heute tauchte ich um 8:00 bei der Arbeit auf und gab Frau Flemming das Buch zurück „Die Achse meiner Welt“, da ich es in der Zeit, in der ich dann gestern ab 14 Uhr zu Hause war und mit Tee und den Katzen im Bett verbrachte, ausgelesen hatte.
Das Ende der Geschichte hatte mich nicht sonderlich überrascht, da ich mit sowas in der Art schon gerechnet hatte.

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Als ich also das Büro von Frau Flemming betrat und ihr das Buch reichte rief sie: „Sind Sie schon fertig?!“
Ich nickte.
„Ach was! Sie sind ja mit dem Lesen genauso schnell fertig, wie mit dem Datensätze bearbeiten. Sie lesen mir ja alle Bücher in diesem Jahr noch durch, wenn das so weiter geht“, sagte sie, und lachte.
Ich winkte ab, da das Buch „Feuer und Stein“, welches ich gestern dann auch gleich angefangen habe, so dermaßen dick ist, dass ich definitiv nicht so schnell damit fertig werde.
Dann sah sie mich aus großen Augen an und sagte: „Herrje! Sie hören sich ja furchtbar an, Frau V*! Sind Sie etwa krank?“
„Ja…. mir ging es gestern nicht so gut, deshalb musste ich mich auch von der Schule befreien lassen. Ich dachte aber, ich versuche es heute mal, in die Arbeit zu kommen.“
„Ehrlich gesagt wäre es mir lieber, wenn Sie jetzt gleich nach Hause gehen. Sie hören sich ja gar nicht gut an. Frau *Omser (Larissa), schnupft hier auch schon herum. Ich möchte euch Bazillenschleudern eigentlich gar nicht hier haben!“
Frau Fittes und ich lachten und ich winkte ab. So schlimm ist es nun auch wieder nicht….

Pah. Als ich heute ins Büromittellager ging, hätte es mich beim Treppensteigen fast wieder umgehauen, mir war extrem schwindelig.
*Martin, ein Kollege (neuer Azubi) von mir, der sich stockschwul anhört!, hielt mich fest und sagte zu mir: „Ich weiß ja, dass ich umwerfend bin, aber du brauchst das nicht so zu demonstrieren.“
Ich lachte ein wenig und bedankte mich.

Auf dem Weg zurück zur Arbeit (das Büromittellager ist ein paar Minuten Fußmarsch entfernt), fragte ich, ob Sofia etwa krank ist, da ich sie heute noch nicht gesehen habe.
Er sagte: „Scheint so.“
„Und *Marie auch?“ – ebenfalls eine neue Azubine.
„Ja. Beide seit gestern.“
„Aha“, sagte ich grinsend und sah ihn vielsagend an, „Ob da was nicht im Busch liegt?“
Er schielte zu mir und fing an zu grinsen „Ach. An was du schon wieder denkst!“ Sagte er mit seiner supercoolen schwulen Stimme – ich liebe es, wenn Männer so stockschwul klingen!
„Wieso? Ist doch möglich, oder? Ich habe gehört, es soll Menschen geben, die zwei Tage durchvögeln können.“
„Da ist was dran“, gab er grinsend zurück.
In dem Moment fuhr er mit dem Rollwagen (wie auch immer das richtig heißt) halb gegen die Bordsteinkante (dieses Ding ist aber auch saublöd zu lenken!) und sagte, total theatralisch „Ich fühle mich wie ein Besoffener mit diesem Scheißding hier!“
Ich musste lachen – viel weniger wegen dem Inhalt als wegen seiner Stimme.

Und kaum hatte ich das Gebäude mit ihm und dem Rollwagen betreten, bekam ich hööööölllische Schmerzen im Brustkorb… ich glaube, Gliederschmerzen oder so, denn sie ziehen sich inzwischen bis in die Fingerspitzen.

Frau Flemming bestand darauf, mich nach Hause zu fahren, aber ich lehnte ab, sie bräuchte nicht extra nach S* fahren, der Bus käme um 12:15, das kleine Stündchen würde ich auch noch aushalten. Was für eine liebevolle Chefin, oder?
Seltsam, sowas aus ihrem Mund zu hören, wo sie doch so furchtbar streng und unnahbar wirkt. Echt so. Wenn sie einen Raum betritt, erstickt man fast vor Ehrfurcht.
Naja… bestimmt ist das auch nur irgendeine Maske, die sie in der Arbeit anlegt. Ich kann mir gut vorstellen, dass sie eigentlich ein sehr herzlicher und hinreißender Mensch ist.

Und jetzt… sitze ich zu Hause, trinke schon wieder Tee bis zum Abwinken, lese und kuschele mit den Katzen

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…… großer Gott…. bitte alles, bloß keine Grippe!

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