Jeder Mensch kann ein Bastard sein.

Ich verstehe wirklich nicht, was zurzeit los ist. Ich komme mir vor wie in einem dieser sauschlechten Doku-Soaps von RTL wie „Verdachtsfälle“….. Ich bin richtig wütend und könnte gerade alle Männer kurz und klein schlagen.

Ich bin eigentlich nicht kontra-Flüchtlinge, ja. Im Gegenteil. Ich spendete und schenkte nem kleinen Jungen bei uns, die in der Turnhalle untergebracht sind, einen alten Stoffhasen von mir, worüber sich der Kleine unglaublich freute – ich glaube, ich habe noch niemanden je so glücklich gemacht…
Und gerade WEGEN diesen ganzen Kontrahenten habe ich mich ja für die Flüchtlinge eingesetzt.. ich dachte mir so: „Heeyyy, hallo!!! Wir wollen nicht als Nazis beschimpft werden aber haben Angst vor den Flüchtlingen weil sie ALLE Vergewaltiger und Schläger sind? Ist klar. Wer keine Loyalität besitzt, sollte keine Loyalität erwarten. Dumme Menschheit. Wirklich, dumme, dumme Menschheit. Und das Lustige daran ist: Es beschweren sich ja auch Ausländer über die Flüchtlinge, die selber nicht die Deutsche Sprache beherrschen… witzig, oder? Nein? Nein.

Aber trotz allem, muss ich nun doch mal etwas sagen, was vermutlich wieder ein schlechtes Licht auf die Flüchtlinge wirft. Ich möchte das allerdings tun, weil ich ein ehrlicher Mensch bin und nicht totschweigen möchte, was hier momentan los ist.

Hier, wo ich momentan wohne, leben ca. 12.300 Einwohner. Die Stadt ist sehr… still, finde ich. Also, damit meine ich, es herrscht hier keinerlei Hektik. Ab ca. 22 Uhr sieht man kaum noch eine Menschenseele auf der Straße, kaum noch irgendwelche Autos, etc. Da *Mühlenheim (die Diakonie, in der ich arbeite / lebe), zwischen S* und P* liegt und mit seinen 800 Einwohnern so etwas wie ein eigenes kleines Dorf ist, bekommen S* und P* auch sehr viel von den Flüchtlingen mit. Hier bei uns in der Diakonie sind offiziell momentan rund 100 (inoffiziell sicher mehr) Flüchtlinge untergebracht. In S* in der Altstadt gibt es auch eine Unterbringung und eine Neue soll eröffnet werden. In unserer Berufsschule in der Turnhalle sind (auch offiziell weniger als inoffiziell) rund 170 (nur männliche) Flüchtlinge untergebracht. Mit anderen Worten: eigentlich sehe ich an jeder Straße Flüchtlinge. Ich habe nichts gegen sie.  Sie sind auch nur Menschen.

Dennoch muss ich nun mal loswerden, dass mich vor einigen Wochen eine Gruppe junger Männer sehr süffisant angepöbelt hat. Sie kamen auf mich zu, grinsten neckend, der eine streckte seinen Arm nach mir aus, der andere pfiff mir zu und sie lachten. Ich dachte mir nichts dabei, geriet aber in ein Stechschritt, als sie mir hinterher liefen.
Gut, nicht weiter aufregend, das kann immer wieder mal passieren.

Gestern allerdings war ich so gegen 18 Uhr auf dem Heimweg und lief durch eine kleine Gasse zu unserem Gebäude, da kam mir ein Mann entgegen. Er kommt aus Nigeria.
Gefühlt 2 Köpfe größer und Hulk 2.0. Er schielte mit beiden Augen nach außen und im ersten Moment dachte ich mir nichts. Vielleicht hatte er ne Frage, also blieb ich stehen, als er mich anhielt. Er sprach SEHR schlechtes Deutsch… eher eine Mischung aus Igbo, Englisch und Deutsch (wobei das Deutsch eher brüchig zum Vorschein kam) und ich war so dankbar für meinen damals so guten Englischlehrer!

Jedenfalls … ich weiß gar nicht mehr, was seine offizielle Frage war. Ich glaube, er fragte, wo ich wohne, bzw. ob ich hier wohne und sofort schrillten meine Alarmglocken.
Ich fragte: „Wo wohnst du denn?“
Er: „Da drüben. Da an der Ecke.“
Ich: „Aha.“
Er: „Woher kommst du?“ (bis ich diese Frage aus seiner Misch-Sprache verstand, vergingen etliche Sekunden).
Ich: „Von der Arbeit. Ich muss jetzt aber weiter, ein Paket abholen“ (ich habe ausschließlich auf Englisch mit ihm gesprochen)
Er: „Wo arbeitest du?“
Ich: (Lüge) „In Weilheim.“
Er: „Ah. Ok.“
Und dann fing er an anzüglich zu werden. Und ich panisch.
„Hast du einen Freund?“
Ich: „Ja. Ich muss jetzt aber wirklich weiter.“
Er: „Egal. Du bist so schön. Ich bin so alleine. Ich möchte, dass du mein Freund bist.“ (I want you to be my friend … oh, dieser Satz … wie ein Refrain von einem schlechten Lied. Er hat ihn SO oft wiederholt).
Irgendwann wurde aus dem Satz „I want you to be my girlfriend.“
Ich sagte erneut, ich hätte einen Freund und wich einen Schritt von ihm zurück, da er mir immer näher kam.
Er sagte: „Egal. Komm, sei meine Freundin. Bitte. Du bist so wunderschön“ (You are very beautiful. You’re beautiful! … noch so ein Satz aus seinem Refrain).
Ich schüttelte den Kopf und entschuldigte mich, weil ich weiter muss, er aber kam wieder einen Schritt auf mich zu und griff nach meinen Haaren… „You are beautiful“. Mir hat das Herz bis an die Schädeldecke geschlagen. Ich hatte beinahe schon Panik. Und um uns herum, in dieser scheißbeschissenenkack-Gasse war keine Menschenseele!
Er sagte: „Komm mit mir mit. Bitte. Ich wohne gleich da vorne.“
Ich: „Nein. Ich muss jetzt wirklich los!“
Er griff nach meinem Arm, und ich sah ihn böse an. Er bettelte förmlich: „Bitte. Nur zwei Minuten. Da vorne ist meine Wohnung. Lass uns dort unterhalten.“
Ich hatte Angst, da steckte er mir sein Handy zu und sagte: „Okay, okay, bitte. Dann gib mir wenigstens deine Nummer, damit wir in Kontakt bleiben können.“
Ich hörte eigentlich nur noch das Rauschen meines Blutes in den Ohren, während ich ihm eine falsche Nummer eintippte, das Handy zurück gab und im Stechschritt um die Ecke verschwand.
Ich ging eine Tür weiter, nicht zur Wohnungstür, sondern zum Büro unserer Vermieterin. Es war abgesperrt und ich klopfte. Sie öffnete mir und der Schrecken fiel langsam von mir herab. Ich sah mich noch ein paar Mal um, aus Angst, dass er mir gefolgt sein könnte.
Ich erzählte unserer Vermieterin von dem Vorfall (sie ist inzwischen fast so etwas wie eine Freundin – unsere Vermieterin ist ein wahnsinnig freundlicher und humorvoller Mensch). Sie meinte, inzwischen sperrt sie ihr Büro sowieso immer ab, sobald es dunkel wird, weil sie auch schon sehr unheimliche Vorfälle hatte, in denen sie von Flüchtlingen verfolgt und teilweise auch angefasst wurde.

Himmel, ich hatte wirklich Panik!

ABER (nur um das mal klarzustellen und Flüchtlingshasser nicht zu motivieren):
Es war ein DEUTSCHER der mich vergewaltigt hat.
Es war ein POLE, der mich geschlagen hat.
Es war ein ÖSTERREICHER der mich missbraucht hat.

Also, nur zum Mitschreiben: JEDER Mensch, kann ein Bastard sein. Sowohl in Syrien, als auch in Deutschland oder Ungarn, oder Amerika oder Schweiz, oder oder oder.

Advertisements

One thought on “Jeder Mensch kann ein Bastard sein.

  1. Gefällt mir hier anzuklicken, ist völlig fehl am Platz. Obwohl es manchmal auch nur bedeutet, dass man gelesen hat, aber keine Worte findet.

    Typisch Frau. Erstmal entschuldigen, dass du weiter musst! Hätte ich auch zuerst gesagt.
    Aber Schiss hätte ich auch gehabt. Richtig Muffensausen.
    Wenn so ein Hühne auf mich zukommt, noch dazu (tut mir leid, aber es ist so) ein Farbiger, hätte ich Angst ohne Ende.
    Und allen Grund hattest du auch, Angst zu haben! Der wollte mit Sicherheit keine Rezepte mit dir tauschen oder über das Fernsehprogramm plaudern.
    Geh niemals mit!!!! (natürlich auch niemals mit Deutschen!)

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s