Kann man einem hoffnungslosen Menschen, als hoffnungsloser Mensch, Hoffnung schenken?

Ich finde, das ist eine berechtigte Frage. Ein Mensch, der mir sehr wichtig ist und der ein wundervolles Wesen hat, hat mich gestern zutiefst erschüttert, weil dieser Mensch mir sagte, er hätte eigentlich schon längst einen Strich unter sein Leben gezogen. Ich finde das furchtbar. Aber da komme ich ungewollt auf genau das Thema, was ich sowieso schon erwähnt habe gestern – nämlich, dass ich selber, in mir drinnen, einen Luftballon voll Dreck habe, der immer weider explodiert und sich immer wieder neu aufbläst. Trotzdem bin ich der Meinung, den Menschen sagen und zeigen und sie überzeugen zu müssen, dass das Leben schön ist!
Ich denke zwar selber oft, dass in gewissen Momenten vieles so hoffnungslos und sinnlos ist, aber trotzdem bin ich tief im Inneren davon überzeugt, dass das Leben schön ist! Ich habe meine Ziele, meine Träume, meine Wünsche, die ich erreichen will, aber mir ist es nicht wichtig, sie sofort zu erreichen oder sofort zu haben. Mir ist der Weg dahin wichtig. Die Reise ist das, was das Leben ausmalt – was es interessant und aufregend macht. Obwohl ich meine momentane Situation ziemlich satt bin und mich in den letzten 3 Monaten einfach nur leer, traurig und kraftlos gefühlt habe und mich am liebsten, ab und zu – aber dann wirklich ganz sehnsüchtig – umgebracht hätte. Ja, ich gebe zu. Ich habe mich teilweise so kaputt gefühlt, dass ich nicht mehr wollte. Aber ich glaube, gerade das ist das Problem, was ich habe….  dass ich dazu neige, sehr schnell aufzugeben. Ich glaube, ich habe so… na ja… akute Suizidgedanken – Immer, wenn diese komischen Gefühle der Kraftlosigkeit, Leere und Hoffnungslosigkeit auf mich einschlagen – aus dem Nichts heraus. Völlig komisch. Ein Leben zu haben, das eigentlich schöner nicht sein kann, aber dennoch immer wieder, in unregelmäßigen Abständen, plötzlich von einem zentnerschweren, schwarzen Schleier eingehüllt zu werden, ohne irgendeinen Grund. Es sind Gefühle, die wie fette Felsbrocken auf einen Einschlagen. Wie gesagt, ein Luftballon voll Dreck, der irgendwann, wann es ihm halt gerade passt, platzt. Und ich kann es nicht beeinflussen. Und merke auch nicht, wenn es passiert.

Wie gesagt… irgendwie herrscht in mir eine komplette, riesengroße Antithese. Lauter kleine Gegenbehauptungen einer großen, allgemeinen Ausgangsbehauptung. Nämlich: das Leben ist schön und ich bin glücklich….
AAAAAAAAABER……………………………….

Dennoch versuche ich diese negativen Gedanken irgendwie beiseite zu schieben. Ich will nicht das weitergeben oder verbreiten, was es so schon genug auf dieser Welt gibt. Deshalb versuche ich immer positiv zu denken und das auch weiter zu geben………… Ich kann knallhart sein, wenn jemand Pessimist ist.

Dieser Mensch, der mir das gestern geschrieben hat, wirkt eigentlich total klug und weise und irgendwie stark und sicher…. ich hätte nicht im Leben daran gedacht, so etwas aus seinem Mund zu hören, deshalb war ich so perplex.

Ich finde es einfach scheiße, dass sich Menschen so schnell aufgeben. Ich meine, diese negativen Gefühle, die Traurigkeit, der Hass, die Angst … wenn man es als Macht betrachtet, was ja durchaus sein kann, dann verstehe ich nicht, warum sich so viele Menschen dieser Macht hingeben! Warum halten sie nicht das Kinn in die Höhe, machen sich groß, bieten dieser verdammten Schwärze einfach die Stirn und zeigen ihr: „Hey, leck mich doch am Arsch! ICH bin stärker, ICH kann die Welt bunter und glücklicher machen.“

Und dafür braucht es ja nicht einmal viel. Ein einziges Lächeln zum Beispiel. Wenn ich einem Menschen, der mir auf der Straße entgegen läuft, kein Lächeln schenken kann, weil es mir gerade selber nicht gut geht, dann brauche ich ihn auch nicht anzusehen. Ich will ihnen nicht, wie ein Spiegelbild, ihr eigenes, verzerrtes Sieben-Tage-Regen-Gesicht zeigen. Entweder, ich bewege meine Mundwinkel in die Höhe und lächele sie an, zeige ihnen, dass ich es besser kann als sie – nämlich Freude anstatt Frust verteilen. Es tut auch gar nicht weh.
Oder wenn eine alte Dame vorne an der Kasse steht und Schwierigkeiten dabei hat, das Kleingeld zu zählen. Warum, gottverdammt, stöhnen dann die Leute in der Schlange genervt und verdrehen die Augen, anstatt einfach auf die alte Dame zuzugehen und ihr zu helfen? Alle beschweren sich immer nur über ihr trübes Leben und wie schlecht die Welt doch ist, aber keiner kommt auf die Idee, dass sie selber daran Schuld sind und dass ein einziger Mensch mit einer kleinen guten Tat schon so vieles besser machen könnte. Das nervt mich. Das macht mich wütend. Und gerade das bekräftigt mich aber auch in meinem Vorhaben: die Welt mit Kleinigkeiten besser zu machen. Mit Mitteln, die mir zur Verfügung stehen. Mit guten Taten, einem Lächeln, positiven Gedanken, einem kleinen Witz oder einem „Tanz“ (in dem Fall ist es einfach nur ein kleines Popowackeln, wenn ich mich freue und meine Kollegen sich dann rund lachen). Aber hey! Das lockert die Atmosphäre so auf! Und jeder hat irgendwas an sich, was andere erfreuen kann…. warum kann man das dann nicht einfach mit allen Menschen teilen?!  Warum…. schaut man einfach weg und redet alles schlechter, als es ist?! Ich mag solche Menschen nicht. Leider sind sie in der Überzahl. Und WIR, also die, die wissen, dass man Freude und das Gute irgendwie verteilen und weiterbringen muss, (auch wenn man selber nicht immer glücklich ist), müssen diesen Schwarzmalern zeigen, wie sie die Welt besser machen können!

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3 thoughts on “Kann man einem hoffnungslosen Menschen, als hoffnungsloser Mensch, Hoffnung schenken?

  1. Ganz genau so wie du es hier beschrieben hast, geht es mir auch von Zeit zu Zeit und gerade ist es wieder ganz furchtbar weil ich mich so unglaublich verlassen fühle von allen Menschen… Aber hey, immer weiter machen und positiv denken! Irgendwann wird es auch wieder anders. Ich liebe es, wenn mich jemand auf der Straße anlächelt und deshalb mache ich das auch unheimlich gerne. Es ist schön, wenn man anderen eie kurze Freude machen kann im Alltag. Ich hoffe du kannst deinen Freund wieder etwas aufmuntern! Hier noch ein kleines Zitat für dich:

    “Manchmal passieren schlechte Dinge, denk immer daran. Aber denk auch daran, irgendwie weiter zu machen. Heb deinen Kopf und guck in etwas schönes, wie den Himmel oder das Meer und dann geh verdammt noch mal weiter.” 🙂

    Gefällt 1 Person

    1. Danke für Deine Gedanken dazu … das Zitat gefällt mir! Ist das von dir? 🙂 Ich denke, ich werde mein Bestes geben, um ihm immer wieder ein kleines Lächeln auf’s Gesicht zu zaubern. Es kostet ja nichts. Weder Anstrengung noch Geld oder Zeit oder whatever. Zeit mit ihm verbringe ich ja sowieso gerne.
      Und lächeln kann man nicht oft genug 🙂

      Gefällt 1 Person

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