Und schon wieder…

….werde ich sentimental! Oh Gott, ich bin ja so ein Mädchen! Die Sonne scheint, der Himmel blau, Vögel singen, Schmetterlinge fliegen (nicht. In meinen Gedanken aber 365 Tage im Jahr) und alle Pferde fressen Regenbogen und pupsen kleine Marienkäfer.

Mir kamen alte Erinnerungen und alles ergab auf einmal eine riesengroße Wolke Herzchenscheiße. Diese Wolke puste ich mir jetzt selbstständig in die Luft, bis Etage 7. Neee, 7 ist vergeben. Da sitzen die ganzen Frischverliebten (würgkotzbäh). Lieber Etage 10. Hat man einen besseren Überblick und Abstand zu den Knutschenden. (Ich bin schon lange ein Nichtknutschender und Nichtfrischverliebter – ich verzeihe hiermit allen Menschen in meinem Umfeld, die mich in den ersten Monaten meiner Beziehung als solcher ertragen mussten 😀 )

Ich habe heute etwas aufgestöbert. Etwas Besonderes, denke ich. Und außerdem denke ich, ich muss noch viel mehr suchen, noch mehr stöbern. Nach mir – nach einem alten Ich, das ich mal war und nicht mehr kenne. Irgendwie vergessen und verloren [oder aber auch irgendwo im Jenseits alleine stehen gelassen] habe.

Das Internet vergisst nie. Ist vielleicht ein Contra für viele „Anti-Internetisten“  (cooles Wort, finde ich). Für mich allerdings ein großes Pro – allein für diese Autobiographie, die ja Frau Klaas von mir möchte [4 Seiten, Times New Roman, 10 pt, Lebensjahr: 2 – sie hätte auch gleich einen Roman von mir verlangen können. Ich werde nie fertig].

Ich hatte damals sowas wie ein Online-Tagebuch. 2011. Zweitausendundelf. Herrgott und ich habe mich damals so erwachsen gefühlt. Heute könnte ich meinem Damals-Ich ins Gesicht spucken und beschimpfen wiel es so dumm und naiv war und alles viel schlechter geredet hat, als es eigentlich wirklich war.  Gleichzeitig könnte ich aber mein Damals-Ich gerade auch abknutschen und so fest umarmen, dass ihm die Luft wegbleibt, weil es Erinnerungen in mir geweckt hat, die ich nicht mehr kannte (und die mir auch nicht mehr kommen, obwohl ich sie lese).

Ich lese mich selbst vor fast 5 Jahren und es ist, als würde ich die Gedanken und Geschichten einer mir völlig fremden Person lesen.

Allerdings: eines haben mein Damals-Ich und mein Heute-Ich gemeinsam. Liebeskacke konnten wir beide noch nie ausstehen. [Beitragsbild von meinem alten Blog, 2012]

Und gleichzeitig bin ich so fasziniert von den Menschen, die damals die Gedanken dieses 14-jährigen, pubertierenden Mädchens gelesen und (freiwillig) ertragen haben. Nochmal gleichzeitig (Achtung, jetzt wird’s aber langsam Multitasking), würde ich auch alle diese Menschen, die mir damals Kraft und Hoffnung und liebe Worte schenkten alle auf einmal in den Arm nehmen und mich bei ihnen bedanken. Ich habe es damals nie getan, also tu ich es heute.

Es gibt doch so viele tolle Menschen auf dieser Welt. Viel mehr mit Herz, als ich dachte – warum habe ich es damals nicht gesehen, obwohl es doch so offensichtlich war?

Ich schäme mich für mein Damals-Ich. Dumme, dumme Pubertät.

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