Einschlafen [Kleines, Neues aus der Welt]

Irgendwie schläft mein Blog momentan so ein bisschen ein. Jedenfalls kommt er viel zu kurz. Warum auch immer. Das ist aber komischerweise meistens so, wenn es mir (in Anführungszeichen) gut geht.

Da ist dann immer so eine riesige Inspirationslosigkeit. Und bevor ich hier meine Leser mit irgendetwas Sinnlosem oder Langweiligen entertaine, lasse ich es lieber ganz.

Aber zum Zwischenstand: mir geht’s momentan recht gut. Mark und ich haben keinen Kontakt mehr, was aber von mir aus kommt. Ich weiß nicht, warum, aber irgendwie… möchte ich ihn nicht sehen.

Ich habe ja erzählt, dass kurzzeitig so das Gefühl von Schwärmerei ihm gegenüber bei mir aufgekeimt ist, aber ich denke nun im Nachhinein betrachtet eher, dass die Tatsache der Auslöser war, dass ich mich so verstanden von ihm gefühlt habe.

Jetzt ist da nichts mehr. Ich mag ihn echt gerne, aber ich war noch nie ein geselliger Mensch. Jedenfalls nicht, wenn es um Treffen ging. Wenn ich spontan jemandem über den Weg lief oder wenn ich hier in der Arbeit bin, bin ich gerne unter Menschen – und auch sonst bin ich gerne unter Menschen. Aber ich verabrede mich ungern. Keine Ahnung, warum.

Aber vielleicht ist es auch eine Angst.

Mark hat sich in mich verknallt, behauptet er jedenfalls (mit viel um den heißen Brei herum reden). Ich will und kann nicht damit umgehen und gleichzeitig habe ich Schiss davor, ihm zu sagen, dass ich nichts in dieser Hinsicht von ihm will. Ich habe das Gefühl, für so vieles an seiner momentanen Situation verantwortlich zu sein. Obwohl er schon zu Beginn unseres Kennenlernens immer erzählte, dass Sina (hab ich sie so genannt?!) und er oft Streit haben und sie sich auf gutem Wege befinden, sich zu trennen, habe ich das Gefühl, dass trotzdem ich irgendwo auch ein Faktor war, dass es dann schlussendlich tatsächlich dazu kam.

Ich meine, er hätte sich sicher nicht von ihr getrennt, wenn er mich zu der Zeit nicht kennengelernt hätte. Da bin ich mir sicher. Warum, ist jetzt zu lang, um das zu erklären.

Fakt ist, dass ich mir momentan schwer tu, ihm zu schreiben. Ich melde mich nicht mehr bei ihm. Nicht, weil ich ihn nicht mag, sondern einfach…. keine Ahnung. Keine Lust?!

Zwischen mir und Kora läuft es dafür momentan viel, viel besser!!! Wir hatten ein Gespräch, vor ca. zwei Wochen, in dem wir sagten, dass wir noch einmal bei 0 anfangen möchten. Seitdem läuft es wirklich besser zwischen uns.

Und momentan ist mein Leben schnarchlangweilig. Außer einigen alltäglichen Sachen passiert echt nichts.

Arbeit, reiten, Tiere, Wohnung putzen blablabla.

Ach ja, ich mach dieses Jahr bei einem Schreibwettbewerb mit, bei dem man einen 500 € Bücherscheck gewinnen kann – heftig! Das wäre ein Traum.

Mal sehen, was draus wird. Einsendeschluss ist der 31. Mai und Bekanntgabe irgendwann im November.

Denkt übrigens nicht, dass ich euch vergessen habe.
Die Blogs, die ich abonniert habe, bin ich immer noch fleißig am Lesen – ich mag die meisten eurer Gedanken und Geschichten.
Dass ich momentan nicht so fleißig kommentiere, liegt einfach an einer unbennenbaren Motivationslosigkeit.

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Wie es sich anfühlt..

Es ist warm. Sonne. Süßer Duft herrlicher, lieblicher Blumen. Bunt, fröhlich – stummes Lachen.. Die Zehen nackt im saftigen Gras vergraben. Nichts und doch Alles. Blauer Himmel, sanfter Wind, Vogelgesang. Es fühlt sich schön an, die Füße auf dem kühlen, weichen Gras. Augen geschlossen, alles schwarz und doch komplett bunt. Arme ausgestreckt, der Wind um den Körper schmiegend. Die Beine holen aus, laufen geradeaus– ohne Angst, denn dieses Grün ist so unendlich. Es ist hell und bunt und schön und leicht und ich kann atmen und tanzen und lachen und ich bin glücklich. Einfach glücklich. Ich laufe weiter und immer weiter und spüre das Gras immer intensiver unter meinen Füßen, als würde ich auf Wolken laufen, auf Erinnerungen, auf Gefühlen – auf guten Gefühlen fliegen. Ein Höhenflug, komplett bodenständig.

Plötzlich reißt mein Körper in die Tiefe. Ich schlage die Augen auf, schnappe nach Luft. Es ist Angst. Kein Gras unter meinen Füßen – nichts. Ein Abgrund. Die Unendlichkeit war eine Illusion. Die Höhenflüge schnell vorbei. Aus dem Leben gerissen. Ein Fall. Ich falle und falle und falle und falle. Alles schwarz. Alles um mich herum ist schwarz und leer und ich falle immer weiter und kann nach nichts greifen, nichts kann mich retten. Mein Herz rutscht mir in den Kopf, donnert dort weiter, macht mir Angst und schreit und weint und raubt mir den Atem. Angst.Und dann spüre ich einen Knall, der härter nicht sein kann. Finsternis. Wie tot. Ein Knall, der meinen Körper erschüttert, mir alle meine Knochen in die kleinsten Teile zerfetzt. Schmerzen. Leere. Und es klafft und blutet und tut weh und hört nicht auf und ich liege da in dieser Finsternis auf dem Beton. Bin dankbar, dass der Fall ein Ende genommen hat, dankbar für den Schmerz, auch wenn er so wehtut, dass ich nur keuchen kann.

Die Angst bleibt, weil die Angst mir zeigt, dass alles, was kurz so glücklich und schön ist, nur Illusion ist, wenn man von einer Unendlichkeit ausgeht.

Trugbild.

Ich bin eben auch kein Baron Münchhausen

Warnung! Triggergefahr

Es ist nicht leicht, immer optimistisch zu sein. Vor allem nicht dann, wenn einem auf einmal ganz viele, kleine, hinterlistige Gedanken kommen, die man eigentlich gar nicht hören möchte. Und vor allem nicht in solchen Momenten, in denen dieser Luftballon voll mit Dreck, von dem ich ja schon einmal erzählte, explodiert und in meiner Magengrube eine klaffende Leere mit ganz viel Siff hinterlässt, der einfach nur stinkt und mein ganzes Inneres verseucht und alles einfach nur noch ätzt und brennt und wehtut.

Gerade in solchen Momenten ist der Kopf dann so komplett in Schwarz getaucht, so ummantelt von Nebel und so abgeschottet von jeglichem, winzigen Lichtstrahl, das einen wieder auf die richtige Spur locken könnte, dass jeder, klägliche Versuch, optimistisch zu denken, scheitert.

Das war auch der Grund, weshalb ich mich gestern zwei Stunden lang ausgeheult habe. Zwei Stunden. Ich habe geheult, wie ein kleines Kind. Rotz und Wasser. Das letzte Mal habe ich so geweint, als mir mein Hund weggenommen wurde.

Der Auslöser war ein Streit mit Kora, der eskaliert ist. Und weiter ging es dann mit diesem unbeschreiblich großen Gefühl des „Sich-Selbst-Verlierens“. Ich fiel und fiel und fiel und ich fiel so schnell, dass mir die Luft zum Atmen ausging. Mir wurde einfach der Boden komplett unter den Füßen weggerissen, mit der Erkenntnis, dass ich nicht wusste, an wen ich mich wenden sollte. Gibt es denn keinen Menschen, zu dem ich in dem Moment dieser großen Traurigkeit fliehen konnte, bei dem ich mich fallen lassen konnte? Ich dachte die ganze Zeit an Leyla. Leyla, Leyla, Leyla. Dachte mir, warum in Gottes Namen sie nicht einfach um die Ecke wohnen kann, warum ich sie nicht einfach anrufen kann. Ich fühlte mich so ausgeliefert. Aber nicht dem Kummer, sondern mir selbst, weil ich mich selbst nicht aufhalten konnte. Weil ich mich selbst nicht beruhigen konnte, obwohl ich das sonst doch immer schaffte.

Nein, diesmal nicht. Ich legte mich metaphorisch in die Scheiße, die aus meinem Luftballon geplatzt war, und suhlte mich in ihr. Suhlte mich in dieser dreckigen, ätzenden Scheiße, was mir nur noch mehr wehtat, aber ich kam einfach nicht mehr raus. Wie so ein hinterlistiges Moor. Man wird erwischt, von dem unerkennbaren Dreck im Boden, sinkt und sinkt und sinkt und umso mehr man versucht sich zu wehren, desto schneller und näher rückt der Tod.

Versteht ihr? So fühlte ich mich. So verzweifelt, so hilflos. Und ich war selber Schuld daran, weil ich es nicht schaffte, mich selbst am Schopf zu packen und aus dieser Hoffnungslosigkeit zu ziehen. Aber ich bin ja auch kein Baron Münchhausen.

Und dann geschah etwas, was ich niemals wollte, dass es je wieder passiert. Dieser Dämon in mir brach aus. Er brach einfach aus. Diese Schmerzen wurden unerträglich. Die Tränen, die Scheiße, in der ich mich suhlte und aus der ich mich nicht befreien konnte. Und dann ging ich in die Küche, packte ein kleines Glas in die Jackentasche und verließ das Haus.

Ich brauchte Luft. Ich brauchte Luft zum Atmen und ich musste alleine sein. Ich konnte es nicht tun, wenn Kora mit im Haus war, aber ich musste es tun. Ich musste, ich konnte nicht anders, es war wie ein Zwang und er ließ mich nicht los. Es war mir lieber als alles anderes. Ich wollte diesen klaffenden Schmerz aus mir heraus kriegen, ich wollte einfach nur noch, dass es aufhört. Ich hielt es nicht mehr aus. Bei Gott, nach drei Stunden Tränen-Monsun reichte es. Ich konnte einfach nicht mehr! Also lief ich hinter die Stadtmauer auf eine Art Terrasse, die immer leer steht. Eine sehr schöne „Terrasse“ mit einem Efeu-Torbogen und einem uralten, riesigen Baum, der auch schon von Efeus Armen umschlungen worden ist. Diese Terrasse verschafft einen Überblick über die gesamte Stadt. Es ist ein atemberaubender Anblick. Manchmal. Aber diesmal war ich schon so von meinem Atem beraubt, dass mich nichts mehr beraubend konnte, deshalb brüllte ich auf, donnerte das Glas an einen Felsen und schnappte mir eine Glasscherbe.

Für wenige Sekunden war ich wie abgelöst, so schwerelos, ich kam endlich zur Ruhe. Ich hatte das Gefühl, dem Dreck in mir einen Ausweg verschafft zu haben.

Dieses erleichternde Gefühl hielt sich zwar dann, es tat nicht mehr weh. Die klaffende Leere in mir ätzte nicht mehr, brannte nicht mehr. Aber dafür hasste ich und schämte mich zutiefst dafür, was ich getan hatte.