Gedanken machen {Monster!}

Eigentlich könnte alles so friedlich und einfach ablaufen. Ein Alltag, in jeder Hinsicht anders als der Tag zuvor und trotzdem irgendwie rhythmisch und harmonisch. Aber dann fetzt etwas durch diesen rhythmischen Alltag, der verschiedener als alle anderen nicht sein könnte. Na ja, es reicht auch erst nachts. Oder am nächsten Tag am Morgen. Der Alltag fängt beschissen an und hört meistens (gottseidank) nicht beschissen auf. Ich kenn da so meine Spirale, die mich in Höhenflügen wieder nach oben zieht.

Dennoch mach ich mir das Leben mit boshaften Gedanken schwer. Mit Gedanken an kommende, sehr weit vorne liegende Alltage. Lustig, nicht?! Kein Mensch weiß, was passiert, trotzdem prophezeien wir uns jede Minute, als wären wir Hellseher.

Nervt mich. Vor allem mich! Weil ich’s doch eigentlich besser weiß. Weil ich doch weiß: ach, ärgere dich halt jetzt kurz drüber. Geht vorbei (weiß ich ja auch!). Geht vorbei. Geht immer vorbei. Geht alles vorbei. Und die Zeit lässt sich überraschen. Den Tag einfach auf mich zukommen lassen und alles mit offenen Armen empfangen. Kann ich auch im Laufe des Tages. Der Ärger verfliegt schneller als ne Feder in nem Orkan. Aber im Moment des Ärgers kommen Zukunftsprognosen á la: warum dies, warum jenes – das wird alles scheiße.

Ich bin scheiße, weil ich so denke. Ausnahmsweise mal: wir alle sind irgendwie scheiße, weil wir alle manchmal so denken. Und dann herumheulen wenn unsere Prophezeiungen Wirklichkeit werden. Und ich denk mir nur so: selber schuld. Echt.

ich glaub nicht an Karma. Karma ist ne lächerliche Ausrede. So: ach, ich würde jetzt gerne, dass mir mal was Gutes passiert, dann muss ich halt mal was Gutes tun – oh schau, da liegt ’n Regenwurm. Den heb ich hoch und leg ihn in die Wiese. Gutes getan. Ha. ha. ha.

Genauso andersrum: scheiße, warum ist mir das jetzt passiert? Womit habe ich das verdient? – ah fuck! Ich hab noch nichts Gutes getan… okay, dann hat’s ja nur schieflaufen können.

Ausreden. Bullshit-Ausreden.

Ich ärgere mich über mich selbst. Gerade. Weil ich wieder so böse Gedanken habe und alles in den Dreck zieh‘, obwohl’s grad frisch aus der Wäsche ist.

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Wie Lesben Lesben erkennen…

….keine Ahnung. Echt, aber irgendwie wusste ich, dass sie’s ist: lesbisch. Definitiv. Eindeuting. Und das ohne, dass sie die augenscheinlichen Klischees erfüllt. Kurze Haare ja, aber keine Männerklamotten, kein maskuliner Gang. Wimpern getuscht, Lippen dezent geschminkt. Blonde Haare, blaue Augen. Schicke Bluse, enge Hose, dezente Absätze an den Stiefeletten (sie hat sogar nen recht ähnlichen Style wie ich).

Mich würd‘ schon mal interessieren, woran sich Lesben erkennen. Ich weiß es nicht genau. Ich würd jetzt mal spontan auf die Dynamik tippen. Keine Ahnung, schwer zu erklären. Ich mein‘, sie läuft nicht wie Lucky Luke oder Indiana Jones. Aber die Dynamik ist, denke ich (nennt mich vorurteilend), ziemlich ausschlaggebend.

Ich weiß nicht warum. Der Gang ist das Erste, das mir signalisiert „Aha, sie könnte eine Lesbe sein.“ Mhm. Könnte. Das folgende „Sie ist!“ kommt mit dem Blick.

Wir laufen aneinander vorbei, scannen im Bruchteil einer Sekunde Kopf bis Fuß. Aber bei homosexuellen Frauen – das schwöre ich! – bleibt der Blick etwas länger am Gesicht hängen. Ist wirklich so. Und dann taucht meistens dieser „Signal-Blick“ auf, mit dem man sich quasi mitteilt „Hey,ich hab dich erkannt.“

Strange, aber wahr.

Jetzt ist das ein wenig komisch. Nach diesem kurzen „Signal-Blick“ ist schnell abgecheckt: „Könnte mein Typ sein“. Dann tauchen „Test-Blicke“ auf. Stumme Aufforderungen, non-verbale „was denkt sie, wie ist sie – Versuche“. Schwer zu erklären.

Ein schmunzelnder Blick. Deutlich länger als der, den man mit heterosexuellen Frauen tauscht (Heten würden diesen Blick nicht einmal wahrnehmen). Dieser Blick ist kein Flirt-Blick. Ein harmloses Zwischending, das aber deutlich signalisiert „wir haben uns definitiv erkannt“.

Lügen endlich aus der Welt

Endlich! Wirklich, endlich! Ich habe mir jetzt selbst in den Arsch beißen müssen. Hundertundeinmal. Mindestens. Aber ich wollte nicht mehr. Es waren zwar keine Lügen in dem Sinne, aber manchmal frage ich mich, ob Halbwahrheiten nicht noch schlimmer sind. Mit Lügen sind immerhin viele Fragen und Spekulationen gedeckt – meistens, jedenfalls. Das sind sie mit Halbwahrheiten dann aber doch nicht. So meine Erfahrung. Was jetzt nicht heißt, dass ich das Lügen bevorzuge. Weder das Eine, noch das Andere. Ich bin eigentlich im Leben (nicht im Denken) viel zu straight, als dass ich mir ein Leben voll und übervoll mit Lügen und/oder Halbwahrheiten aufbauen könnte. So bin ich einfach nicht.

Deshalb habe ich jetzt Mark geschrieben.
Und habe mit Kora geredet.

Mark schrieb ich, dass ich vorerst keinen Kontakt möchte. Nicht, weil es an ihm liege. Ich weiß, voll das Jahrhunderts-Gequakel „Es liegt nicht an dir, es liegt an mir“. Kotz.
Ja, aber in dem Fall ist es eben wirklich so. Ich weiß, er ist ein guter und toller Mensch. Ist er wirklich. Er hat mir viel gegeben in der Zeit, in der es mir einfach nur beschissen ging. Aber seit Frau Kiel und ich nun in der Therapie alte Wunden aufreißen, habe ich wieder so ne bescheidene Blockade im Kopf die mir sagt: „Wow. Stop. Er ist ein Mann.“ Und das liegt nicht daran, dass er ein Mann ist. Na ja, zum Teil vielleicht, aber viel mehr liegt es daran, dass ich seit ca. 2 – 3 Wochen immer wieder von der Kellergeschichte träume. Und vor allem daran, dass ich schon ein, zwei Mal sogar von diesen Gefühlen eingeholt worden bin, die ich die letzten 9 Jahre kein einziges Mal gefühlt habe. Und DAS ist der Knackpunkt, der mich momentan sehr… empfindlich(?) macht. Ich kann einige Details wieder vor’s Auge rufen, von denen ich nicht einmal mehr ahnte, dass sie damals so tatsächlich geschehen waren. Ich meine das, woran ich mich erinnere, ist sowieso schon detailliert genug.
Was auch immer.
Ich muss jetzt erst an mir selbst arbeiten. Ich habe verdammt Schiss davor, das könnt ihr mir glauben. Als an diesem einen Abend wieder die Gefühle von damals hochgekommen sind, unmittelbar, nachdem es passiert war… ich wollte einfach nur tot sein. Aber das ist ja gerade das Heimtückische an schrecklichen Gefühlen. Man denkt, man kommt nie wieder aus ihnen heraus. Und egal, wie viel schlauer man ist, als diese Gefühle, man fällt trotzdem immer wieder auf sie herein. Fast, als seien es Sirenen.. ihr wisst schon, ich muss da ganz spontan an Fluch der Karibik 4 denken. Diese bildschönen Meerjungfrauen, bei denen man, obwohl man weiß, dass sie sack-gefährlich sind, sofort in eine Trance fällt, wenn sie das Singen anfangen und man nicht anders kann, als sich zu ihnen hingezogen zu fühlen.
Ja, ich denke, genauso ist das mit diesen „gefährlichen“ Gefühlen auch.

So sind Mark und ich nun also bei dem Punkt, dass wir den Kontakt erst einmal kapseln möchten. Was nicht heißt, dass er für immer abgeschrieben ist.
Er hat es verstanden. Natürlich. Hätte ich auch nicht anders erwartet. Und dafür bin ich ihm verdammt dankbar. Klar waren in seinem Text ein paar Wehleidigkeiten, auf die ich aber nicht weiter eingegangen bin.

Und Kora und ich versuchen einen Neuanfang. Das Gespräch mit ihr war nervenaufreibend. Eben, weil ich nie weiß, wie viel ich sagen kann, ohne dass sie gleich an die Decke geht. Und das ist mega anstrengend! Ich habe versucht bei diesem typischen, psychologischen „Ich“ zu bleiben… und ihr so wenig Vorwürfe wie möglich zu machen (wäre schön, wenn sie das auch mal versuchen würde..*seufz…) Aber im Endeffekt hat es etwas gebracht, dieses Gespräch vor 7 Wochen.  Seitdem läuft es tatsächlich viel besser. Bergauf, würde ich sagen.

Im Großen und Ganzen nimmt mein Leben endlich wieder Farbe an. Endlich. Nach diesen 3 – 4 Monaten war es auch mal wieder Zeit.

Und dann ist da noch Lejla – ja, endlich wieder! Ich könnte heulen vor Freude. Aber dazu in einem anderen Beitrag mehr.

 

Habt eine schöne, sonnige Woche ♥

{Schmarrn A, Schmarrn B, Schmarrn WIR}

Ich liebe dich, du lieber Schmarrn, du lieber Witz, du liebes <<OHO>>.
Tagein, tagaus <<OHO’s>> im Ohr – wundervoll. Oho’s entstanden aus Aha!-Momenten. Aha!-Momente á la: A H A – die ist genauso blöd wie ich, die liebe ich!

Freundin!  Du bist mein Schmarrn B! Für heute, für immer, für ewig!
Ein Wort, ein Blick, ein stummes <<AHA>>, ein lautes Lachen, ein heftiges <<OHO – wir sind uns so ähnlich!>>

Unverbesserlich – du und ich, Freundin!

Ab heute, für immer, kein Schmarrn A und kein Schmarrn B mehr! Es gibt nur noch ein Schmarrn WIR. Und Schmarrn WIR wandern von Engstirn zu Skepsis, von Skepsis zu Coolness, von Coolness zu Erwachsen. Zeigen unsere <<Aha-Oho-Momente>>. Zeigen: wir sind wir, lachen über Schmarrn und Bullshit und Kleinigkeiten. Nichts zu schade. Weder Pussywitze noch morbide Schweinereien.

Lachen ist gut – gut mit dir. Gut mit uns, Schmarrn B! Jeder kann lachen, wenn er unsere <<OHO’s>> verstanden hat. Wenn sie Schmarrn WIR verstanden haben: Engstirn, Skepsis, Coolness, Erwachsen.

–HASHTAG–Scheißdrauf
–HASHTAG– ScheißaufErwachsenundCoolness
–HASHTAG–WIRhabenSpaßundwirliebenes.

OverAndOut.

Für die Freundin, die sich angesprochen fühlen wird ;-}
In Liebe,
Schmarrn A

Schöne Tage erleben

Ich habe jetzt entschlossen, mich mal wieder etwas mehr meinem Blog zu widmen und etwas aktiver zu werden. Nicht, weil ich unnötig herum reden will, sondern einfach weil ich merke, dass es mir auf irgendeine Art und Weise besser geht, wenn ich Blog schreibe. Ist halt doch ein wenig sowas wie ein „Tagebuch“ geworden. Zwar nicht ganz, weil es nicht so komplett anonym und ehrlich ist (und ich sehr persönliche Sachen sowieso nicht hier eintragen werde), aber immerhin so eine Art „Festhalt-Blog“.

Wer weiß, vielleicht könnte das später ja mal nützlich werden.

Aber ihr werdet, denke ich, sowieso schnell merken, dass ich mich mit der Jahreszeit zusammen immer sehr verändere. Mir kommen andere Gedanken, ich nehme Dinge anders wahr, ich lerne Neues dazu oder vergesse vieles, was ich dazugelernt habe. Irre, und vielleicht klingt’s auch wie eine Einbildung, aber ich habe das die letzten Jahre beobachtet, und es ist tatsächlich so: Im Sommer bin ich ein anderer Mensch als im Winter. Ich mache mir um ganz andere Dinge Gedanken.

Aber wasauchimmer.

Worauf ich eigentlich hinaus wollte: Ich möchte mir demnächst mal einfach schöne Tage machen. Mir selbst, Kora, den Tieren. Ich möchte die Sonne und auch Nichtsonne genießen. Einfach so. Aus Prinzip. Und vielleicht auch aus Trotz; den schlechten Tagen der Winterzeit.

Schwer wird’s dann nur mit der Therapie. Ich kann mir sehr schnell, sehr gut einreden, dass alles okay und wunderschön wäre…