Und heute ging es um Erotik

Sie hat Recht. Sie hat absolut Recht. Warum ist das eigentlich so ein „Tabu-Thema“?

Seltsam, dachte ich schon damals, aber vor allem heute, als ich nach langer Zeit mal wieder auf der Bücherplattform vorbei schaute, auf der ich meine erste homoerotische Geschichte veröffentlichte, in der es zwar nicht hauptsächlich um den Sex ging, aber einzelne Szenen, ziemlich viele Szenen, äußerst detailliert beschrieben waren.

Ja, ich hatte schon mit 16 einen ordentlich versauten Kopf. Aber ich muss sagen, dass Sex für mich noch nie ein befremdliches Thema war. Ich experimentierte schon sehr früh.

Vielleicht ist das der Grund, dass mich das Thema nicht so reizt. Ich bin nicht der Mensch, der „Sex braucht“. Für mich ist Sex nichts Besonderes und ich brauche es auch nicht dringend. Es ist schön, wenn es mit der richtigen Person passiert, aber ich bin schlichtweg nicht hingerissen davon.

Ich will jetzt damit nicht zu den 99 % der Menschen gehören, die bestreiten, dass sie Pornos schauen (in meinem Fall eher geschaut haben, weil mich auch das seit einigen Jahren absolut nicht mehr reizt – im Gegenteil) oder erotische Geschichten lesen.

Ich brauche den Sex nicht (zum Leidwesen meiner Freundin). Was ich brauche, ist Glücklichsein und Freiheit. Ich denke kaum an Sex, es fehlt mir nicht.
Wenn ich mit einem guten Freund darüber rede, sagt er, ich höre mich an wie eine alte Frau, die kurz vor ihrem Verfall ist (wie herzlich er sich doch immer ausdrückt). Ich denke aber nicht, dass es irgendwelche fairen Altersstatistiken in diesem Bereich gibt. Ein 60-Jähriger kann sich genauso gut einen Porno ansehen und sich dabei einen runterholen, wie ein 16-Jähriger.
Die Spielfläche ist ja groß.

Aber warum wird das so verschwiegen? Diese Frage stellte sich heute AliceimWunderland (Wattpad: AliceimWunderland), eine außerordentlich fantastische Schreiberin, die es schafft, selbst MIR Lust auf mehr zu machen, obwohl ich männlichen Körpern ja nun wirklich absolut nichts erotisches abgewinnen kann.

Ihre Geschichte „Mit allen Sinnen“ (Mit allen Sinnen) ist eine Wucht! Ich bin schon einige Male auf Erotik-Geschichten gestoßen, aber ihre Art war mir neu. Es war sinnlich, heiß, teilweise richtig verrucht und ab und zu, ja, ich gestehe, schämte ich mich für einige Zeilen. Und DAS ist es, was ich meine: Wieso?! Wieso schämt man sich für derlei Sachen, die absolut natürlich sind, die ECHT sind?
Ich meine, dass eine Frau einem Mann einen bläst ist ja wohl wahrscheinlicher, als dass in meinem Schrank plötzlich ein maskierter Mörder auftaucht, um mich abzuschlachten. Und trotzdem können die meisten Menschen leichter Horror lesen, als Erotik und können die Augen bei Saw oder Halloween die Augen leichter offen halten, als bei einer harmlosen Sex-Szene von fünf Minuten.

Seltsam.

Und sie stellte noch etwas sehr interessantes fest:

Wo wir schon beim Thema sind, ist mir aufgefallen, dass auch unterschiedlich offen kommentiert wird.
Ist das Buch von einem Mann geschrieben worden, wird verhaltener damit umgegangen, als wenn es sich um das Buch einer Frau handel

Recht  hat sie.

Und mir ist auch etwas aufgefallen: Insgeheim lesen nämlich unendlich viele Menschen erotische Geschichten. Ein Blick auf meinen alten Account auf dieser Bücherplattform bestätigte mich in dieser Ahnung. Das Buch „Ich will dich“, meine erste und einzige homoerotische Geschichte, hat mit Abstand die meisten Aufrufe meiner bisherig Bücher, obwohl diese Geschichte unfertig ist – und die Leser wollen mehr. Sie warten schon seit Monaten, Jahren, und der neueste Entdecker seit drei Tagen, auf eine Fortsetzung (die es nie geben wird).

Interessante Sache, aber ich merke gerade, dass ich so todmüde bin, dass mir die Augen tränen und ich Kopfweh kriege und bevor ich völlig zusammenhanglosen Schwachsinn schreibe, was ich ursprünglich nicht vorhatte, weil dieser Eintrag hier eigentlich einen Sinn haben sollte (von dem ich jetzt nicht einmal mehr weiß, ob dieser überhaupt aufgetaucht ist), sage ich lieber vorerst Adieu und gute Nacht und gehe dieses Thema morgen oder übermorgen oder irgendwann, wenn ich Lust und Zeit habe, nochmal an.

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