Trennung

Ich kann es nicht fassen.

Es passiert eins nach dem anderen.

Mein Leben gerät völlig aus den Fugen. Ich meine, ich kann es auffangen, konnte ich immer… es ändert aber nichts an der Tatsache, dass ich gerade das Gefühl habe, ein geschlagener Tennisball zu sein. Rauf, runter, rechts, links – und mit jedem Richtungswechsel ein harter Schlag.

Zu erst zu meiner Omi – ich habe es verdrängt.
Ich weiß, dass die Seele zu vielem fähig ist, aber nicht im Leben hätte ich gedacht, dass sie einen gnadenlosen Tod verdrängen kann.

Ich fühle nicht/selten/wenig, wenn ich über meine Omi rede…. es kommt mir sogar komisch vor, in Vergangenheitsform von ihr zu reden, weil ich das Gefühl habe, sie wäre einfach nur in Ungarn in ihrem Häuschen und wartet auf unseren nächsten Urlaub.. oder sie ist noch im Krankenhaus… oder bei meinen Eltern zu Hause …

Und jetzt zur Trennung

Ich habe von Kora und mir schon lange nicht mehr berichtet…. es sind jetzt 1 Jahr und 9 Monate, in denen ich mit ihr zusammen…war.
Ihr habt mitbekommen, wie schön es zwischen uns angefangen hat.. aber… mit der Zeit wurde alles schlimmer. Irgendwas lief nicht mehr richtig! Irgendwas war einfach so falsch!

Wir haben uns gegenseitig kaputt gemacht. Seit Monaten gibt es nur noch Streit, wenn wir uns sehen. Sie schenkte mir immer häufiger Blicke, sagte immer häufiger Dinge zu mir, die mich tief verletzten… Ich habe nie verstanden, warum sie das tut, wenn sie mich doch angeblich liebt. Und wenn ich dann verletzt war, durfte ich mir anhören, ich soll mich nicht verhalten wie so ein beleidigtes Kind.

Das hat dazu geführt, dass nicht nur ich aufgegeben habe um Gefühle für sie zu kämpfen, die ja schon länger weg waren, sondern auch dazu, dass ich ihr keinen Glauben schenken konnte, wenn sie sagte, sie liebt mich noch. Kein Mensch behandelt einen Menschen so, wenn er ihn liebt!

Wir haben kein Vertrauen mehr ineinander, haben uns gegenseitig kaputt gemacht, aber das Entscheidendste war: wir waren nicht mehr glücklich….

Wir haben gestern 2 Stunden miteinander geredet, sie verstand es nicht, hat bitterlich geweint… ich blieb distanziert von meinen Gefühlen und sehr sachlich, denn ich wusste, wenn ich die Mauer einbrechen lassen würde, würde ich wieder weich werden und würde wieder sagen: Ja, okay, warten wir ab. Geben wir unserer Beziehung doch noch eine Chance. Vielleicht wird es ja besser.

Sie meinte, sie sieht ja auch, dass es so falsch ist, wie es läuft, und zwar schon länger… aber sie hat wenigstens gehofft, dass es besser wird.

Hoffnung ist aber so ungefähr das Gegenteil von Wissen.

Und worauf warten? Welchen Sinn macht das? Wozu? Was wollen wir uns warm halten? Was wollen wir uns hinhalten? Allein schon die Tatsache, dass wir nie einen Weg finden würden, der in der Zukunft zueinander führt… Wir haben verschiedene Ansichten vom Leben. Ich kann ihr nicht hinterherziehen, sie will auch nicht hier wohnen und abgesehen davon habe ich die Hoffnung von Tag zu Tag immer mehr aufgegeben: es wird nicht besser werden.

Zwischen uns ist so viel kaputt gegangen – das Urvertrauen ist zerstört – dass es einfach nichts mehr werden kann. Und selbst wenn, dann würde es nicht mehr das sein, wie es sich „richtig“ oder „schön“ anfühlt.

Ich war nicht mehr glücklich und … ich habe in letzter Zeit immer wieder Menschen kennen gelernt, die mir gezeigt haben, dass sie mich lieben, die mir gezeigt haben, dass sie mich schön finden. Das sind Dinge, die habe ich von ihr schon eine gefühlte Ewigkeit nicht mehr gehört oder gefühlt.

Ich bin nie auf diese Menschen eingegangen, weil ich treu sein wollte – ich wollte Kora nicht betrügen, obwohl  bei einer Person mein Herz sogar auch schon mehrer Sprünge gemacht hat. Trotzdem habe ich mich gezügelt, bin nicht darauf eingegangen, obwohl es sich so schön angefühlt hat, obwohl es so verlockend war.

Ich merke, dass das immer häufiger der Fall ist… ich ertappe mich bei betrügerischen Gedanken… ertappe mich dabei, wie ich über unsere Beziehung und unsere Zukunft nachdenke und darüber, dass das alles einfach nie wieder so werden kann, dass wir uns beide glücklich fühlen…..

Nachdem ich es dann endlich ausgesprochen habe: „Wir sollten uns trennen, das wäre das beste für uns“, war ich kurz wie gelähmt. Ich konnte nicht glauben, dass ich es ausgesprochen habe. Ich hätte auch sagen können „Das ist momentan das, was ich brauche“, aber es war die Wahrheit, dass es das Beste für uns beide ist……

Und dann…. kaum habe ich mich getrennt, hatte ich das Gefühl, etwas Falsches gemacht zu haben, kaum, dass sie weg war…… und dann weinte ich und es tat mir so leid, ihr so weh zu tun… sie hat schon so viele Menschen verloren, die sie geliebt hat – und was, wenn sie mich wirklich noch liebt? …. Es tut mir so weh, ihr das anzutun, aber mein Vernunft sagt, dass es wirklich die richtige Entscheidung war und sowieso: dass es nicht fair ist, aus Mitleid mit jemandem zusammen zu bleiben….

Mein Herz tut weh..

Und dann dachte ich an Omi. Ich musste daran denken, wie sie meine Haare gestreichelt und meine Hand gedrückt und gesagt hätte, dass es das Richtige war.

Und dann fiel ich in ein Loch. Aus Tränen und Schmerz und Hoffnungslosigkeit und Unsicherheit.

Aber jedes Loch hat auch einen Erdboden. Irgendwann komme ich an. Irgendwann hört diese benebelte Trauer, dieser unglaubliche Schmerz, diese … Unsicherheit, das Wanken, der Nebel… alles hört irgendwann auf und dann… vielleicht schon nach ein paar Tagen, kann ich wieder nach vorne Blicken..

Es fällt mir nicht leicht. Auch ich muss viel aufgeben, wenn ich mich von Kora trenne.. bzw. … habe ich das ja gestern… ach, was auch immer…….. außerdem müssen wir dann noch so viel Organisatorisches hinter uns bringen. Das hat allerdings Zeit. Das steht jetzt erst einmal an zweiter Stelle…

Ich kann noch nicht fassen, dass ich sie nie wieder besuchen werde. Mit ihr habe ich nicht nur einen Menschen verlassen. Ich habe eine zweite Familie verlassen, ein zweites Leben, Erinnerungen, Zuversicht, ihren Hund…

Aber was macht das aus? Ist es das, was eine Beziehung ausmacht?
Wenn die Anziehung und die Gefühle verschwunden ist, darf man so egoistisch sein und mit einer Person zusammen bleiben, die man nur noch als sehr guten Freund und wichtigen Menschen wahrnimmt, aber nicht mehr als Liebespartner?

Das finde ich nicht fair. Das ist gemein, das ist richtig fies… und … sie hat es verdient, dass ich ehrlich zu ihr bin… und ich habe die Verluste verdient, die ich jetzt damit tragen muss….

Aber das Leben geht weiter……….. immer. Irgendwie. Immer!

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