…»Liebes Tagebuch«…

Ich habe mich gestern von meinem Tagebuch „verabschiedet“ – das war komisch. Dieses Tagebuch war eigentlich noch nicht voll, es hätten locker noch 3 Einträge Platz gehabt…, aber ich musste loslassen.

Komisch war es… weil ich dieses Tagebuch am 30.Dez.2013 das erste Mal „vollgeheult“ habe. Das heißt, es hat mich 3 Jahre lang begleitet! Länger, als dieser Blog hier existiert!

Das ist der Wahnsinn!

Ich hatte noch nie ein Tagebuch, das so lange „gelebt“ hat. Seit 2009 schreibe ich bereits Tagebuch und habe seitdem 12 volle Bücher in meiner „geheimen Schublade“ (in der andere Menschen evtl. ihre Sexspielzeuge horten 😀 ) versteckt.

Einige Tagebücher waren sogar nach 1 – 2 Monaten schon voll. Jedes Tagebuch hatte einen Namen.

Dieses hier nicht. Es war namenlos.

Und dieses Mal war es intensiver. Und WOW, habe ich mir gestern noch gedacht, was zur gottverdammten Hölle da noch alles drinnen steht! Da steht ja sogar noch mein letzter sexueller Übergriff während meinem ersten Vollrausch drinnen! (Das war am 19. März 2014) Oder wie ich meine Ex kennen gelernt habe, wie mir mein Hund weggenommen wurde… und noch so viel mehr, was ich hier jetzt nicht erwähnen werde.

Es ist einfach so.. unfassbar…. Aber als ich gestern das Buch in die Hand genommen habe, schlug es in mich ein, wie der Blitz: Du musst loslassen.

Aus irgendeinem Grund konnte ich mit diesem Buch nicht „kommunizieren“ (kann man das so schreiben?). Aber ihr versteht… ich konnte irgendwie nicht wirklich richtig erzählen, als würde mich etwas abhalten oder hindern. Gleichzeitig aber hatte ich das Gefühl, von diesem Buch gefangen zu sein oder es selbst gefangen zu halten.

Als ich gestern den Satz schrieb „Lebe wohl“, hat sich das erlösend angefühlt.

Vielleicht, weil ich ein Buch schließe, das drei Jahre Erinnerungen in sich verschlingt und endlich verdauen kann? Kann ich endlich einen neuen Lebensabschnitt beginnen?

Quatsch, sowas mach ich nicht von Tagebüchern abhängig. Das war ja gerade voll die 0/8/15 Interpretation 😀

Egal… es war einerseits ein sehr befreiendes Gefühl… andererseits… bin ich bei Gedanken daran ganz schön wehmütig…

Na ja.. ich habe gestern Abend gleich erst einmal mein neues Tagebuch willkommen geheißen – das, welches ich vor zwei Jahren zu meinem Abschied von der Wohngruppe geschenkt bekommen habe.

Ich mag es.

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