:Hirsch: Krafttier

Am Wochenende hatte ich Besuch von Carmen. Es war ein sehr, sehr schönes Wochenende.

Am Samstag wollte ich wieder meditieren. Komischerweise mache ich das alleine sehr selten. Meistens nur mit Carmen zusammen. Ich weiß nicht warum.

Ich glaube, wenn meine Freunde und Familie wüssten, dass ich meditiere, würden sie mich nicht mehr für ganz voll halten.

Egal, mir tut es gut, ich liebe es, weil ich das Gefühl habe… ach, es gehört mir. Es gehört einfach mir. Keiner kann es sehen, keiner kann es fühlen und vermutlich kann es auch keiner verstehen und das stört mich nicht, weil es mich so glücklich macht.

Am Samstag meditierte ich also mit ihr. Ich bat sie darum. Ich wollte es in dem Moment unbedingt tun.

Also zündeten wir uns eine Kerze an, setzten uns gegenüber und ich schloss die Augen.

Ich war SO schnell weg!!!

Das habe ich noch nie erlebt.

Erst war ich in einer Dunkelheit gestanden, wie immer zu Beginn… aber schon sehr bald erkannte ich Meridians Haare, die im Wind wehten. Ganz dich vor mir. Dann erkannte ich den hellbraunen Mantel und die riesige Kapuze, die sie über den Kopf gezogen hatte. Sie drehte sich leicht zu mir um und lächelte.

Schon da musste ich weinen – dummes, dummes Sensibelchen. Aber ich musste weinen, weil ich so glücklich war sie zu sehen!

Dann weitete sich erst ein Bild vor meinen Augen. Ich spürte den Schnee unter meinen Füßen. Das knirschende Geräusch verleitete mich dazu zu meinen Füßen zu sehen. Der Schnee war hoch. Er ging mir ungefähr bis zu den Knöcheln.

Ich folgte Meridian, sie lief einfach geradeaus und ich folgte ihr. Die Landschaft war weit. Sehr weit und frei. Nur rechts und links erstreckten sich Wälder. Es schneite. Es schneite dichten, weichen Schnee und verzauberte die ganze Landschaft. Der Himmel war eisblau, wie auch sonst ziemlich alles in diesem eisblau schimmerte. So hell, dass es fast weiß war.

Und dann erkannte ich zu meiner Rechten Schatten im dichten, fallenden Schnee. Erst als wir näher kamen, erkannte ich dass es Rehe waren, die mich ansahen. Ich holte tief Luft, weil mich das Gefühl der Überwältigung so atemlos werden ließ, dass ich dachte ich ersticke. Als ich Luft holte, wurde mir erst bewusst, wie klar und sauber die Luft hier überhaupt war. Es ging so kalt und belebend durch mich durch, als würde ich das erste Mal in meinem Leben atmen!

Und als wir diesen Schatten näher kamen erkannte ich einen Hirsch. Er stand da und sah mich an. Er sah mir mitten in das Gesicht und in dem Moment, in dem ich ihn sah, musste ich wieder weinen. Und zwar in der Realität! Ich habe richtig gespürt, wie mir die Tränen aus den Augen gelaufen sind!

Meridian ist stehen geblieben, ich bin weiter auf den Hirsch zu gegangen, der seelenruhig stehen blieb und mich weiter aus seinen weisen, ehrlichen Augen ansah. Ganz dicht vor ihm blieb ich stehen und sah ihn einfach nur an. Er sah mich auch an, bewegte sich nicht.

Ich trat noch einen Schritt auf ihn zu und legte meine Hand etwas über seine Nase. Er atmete aus. Sein Atem verdunstete in der Kälte und ich sah ihn lange an und genoss dieses unbeschreibliche Gefühl. Mein Herz flatterte richtig und ich war bedingungslos glücklich!!!

Zwischenzeitlich verließ ich mal kurz den Ort, kehrte dann aber wieder zurück zu dem Hirsch. Er kniete sich auf die Vorderbeine, senkte leicht den Kopf und wartete, bis ich verstand, dass ich mich auf seinen Rücken setzen sollte. Ich zögerte, setzte dann aber den ersten Schritt, den zweiten, und traute mich schließlich wirklich, mich auf seinen Rücken zu setzen.

In dem Moment, in dem er sich mit mir auf dem Rücken wieder erhob, kam von hinten ein kleiner, weißer Schmetterling angeflogen. Er setzte sich auf das rechte Geweih des Hirsches. Und dann musste ich wieder weinen.

Ich kam aus meiner Meditation wieder heraus und weinte immer noch – so sehr! Carmen saß vor mir und ich dachte für eine kurze Sekunde wieder darüber nach, wie schön sie aussieht (sie hatte die Augen noch geschlossen). Gleich darauf überwältigte mich aber wieder dieses Gefühl des Glücklichseins und die Tränen liefen und liefen und liefen und ich strahlte über das ganze Gesicht und mein Herz flatterte und flatterte und flatterte und ich zitterte.

Irgendwann „erwachte“ auch Carmen und sie sah mich erst nur lange an. Ziemlich unergründlich. Klar, ich saß immerhin strahlend glücklich aber heulend vor ihr. Das muss absurd ausgesehen haben. Ich konnte auch nicht reden, weil irgendwie alles in mir so schwammig war. Ich versuchte ihr zu erklären, dass ich meinen Körper nicht spüre… ich war wohl noch nicht richtig „da“.. also irgendwie noch in der Meditation drinnen. Vermutlich bin ich zu früh aufgewacht, aber irgendwie habe ich mich nicht richtig „gelöst“ von der Meditation und war deshalb so „weich“ – also mein Körper. Ich konnte ihn wirklich nicht spüren, habe gezittert, war glücklich, fast euphorisch und habe gleichzeitig gelacht und geweint.

Carmen half mir vom Boden und sagte mir, ich solle mich einfach bewegen und schütteln und sonstwas tun, um meinen Körper aufzuwecken. Ich versuchte es. Ich kam mir zwar echt blöd dabei vor, aber hey, es klappte wirklich.

Dann erzählte ich ihr davon, was ich gesehen hatte. Und sie lächelte und meinte nur: „Tja… das war dann wohl dein Krafttier.“

Ich muss ehrlich sagen, ich habe keine Ahnung, was Krafttiere so wirklich sind, ich weiß nur, dass sie im Spirituellen oft vorkommen, aber was genau das sein soll oder was die bringen sollen; keine Ahnung.

Ich habe auch noch keine Lust gehabt es zu googlen, aber dafür habe ich gegoogelt, was der Hirsch als „Geistwesen“ (so steht es im Internte) für eine Bedeutung hat:

Die Macht der Tiergeister: Das Krafttier Hirsch und seine Bedeutung

  • Selbstachtung
  • Unabhängigkeit
  • Charisma

 

 

Das sind die drei Schlüsselwörter, die am besten die Qualität von Krafttier Hirsch versinnbildlichen. Der elegante und zugleich königliche Hirsch zeigt uns, wie wir mit aufrechter Haltung durchs Leben gehen können – gerade auch dann, wenn die Zeiten einmal etwas schwieriger sind. Dabei geht es um echte Autorität, innere Stärke und die Erkenntnis, dass in der Ruhe oft die wahre Kraft liegt. Der Hirsch schreitet frei und unabhängig durch sein Territorium: Wenn er uns als Krafttier erscheint, sind wir daher dazu aufgefordert, mit der gleichen Beharrlichkeit unsere Ziele anzustreben – und letzten Endes unseren eigenen Weg zu gehen.

Krafttier Hirsch und seine Botschaften

Wenn der Hirsch als Geistwesen zu uns kommt, können wir diese wertvollen und spirituellen Erkenntnisse von ihm lernen:

  • Das Geweih als Symbol für Waffe, verbunden mit der Aufforderung, unsere Kräfte richtig einzusetzen.
  • Ein Geweih ist, obwohl von knöcherner Substanz, ein erstaunlich flexibles Material: Überprüfen, wo wir zu starr geworden sind.
  • Das Abwerfen des Geweihs als Symbol dafür, neue Wege zu beschreiten.
  • Das Geweih als reine Zierde und Symbol für Imponiergehabe.

Als mächtigstem Tier des Waldes kommt dem Krafttier Hirsch zweifelsohne eine ganz besondere Bedeutung zu. Er zeigt uns, auf welche Weise wir uns für unsere Ziele einsetzen sollten, ob unser Selbstbewusstsein echt oder nur Fassade ist. Krafttier Hirsch zeigt uns aber auch, wann es Zeit für einen Neuanfang ist und wir, so wie der Hirsch sein Geweih abwirft, von alten Mustern ablassen sollten.

Außerdem habe ich gestern noch angefangen zu versuchen das alles aufzumalen, was ich so sehe, wenn ich meditiere. Also habe ich einen Körper gezeichnet und da eben die ganzen „Räume“, die ich bisher in meinen Meditationen gesehen habe. Die waren nicht von Anfang an so, wie sie mittlerweile sind. Es musste sich viel entwickeln (vor allem der rote Raum, ganz unten). Das war vorher ein schwarzer Raum mit einem Käfig, in dem ein schrecklich unheimliches Wesen herumtigerte. Aber das ist ne andere Geschichte.

chakra
Der Kopf passt von den Farben her nicht so ganz. Eigentlich sieht es wirklich aus wie eine Abenddämmerung (lila-dunkelblau mit Sternen)

 

Ich glaube, ich werde hier eine Kategorie namens „Nebenwelten“ eröffnen, in der ich dann all dieses Zeug hier schreiben werde.

Nun… zumindest muss ich zu dieser Geschichte dann noch etwas erzählen, weil sie mit zwei Leuten zusammenhängt, die ich vor Weihnachten mal bei einer Weihnachtsfeier kennen gelernt habe. Es geht um eine Mutter und ihre Tochter.

 

 


 

 

 

 

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