:Frühlingsauge:

 

Irgendwann, da kommt dieser Augenblick, da bleiben wir stehen. Weil wir die Sonne auf unserem Rücken spüren. Weil wir uns auf einem Feld bewegen, einer großen Wiese, auf Gras, mit unseren nackten Füßen, die wir sonst nicht spüren (außer vielleicht Menschen, die jeden Tag laufen und sie schänden). Irgendwann, da greift die Sonne mit ihren UV-Armen nach unseren Schultern und zieht uns zurück, erzwingt sich eine Verbindung zu unserem Nacken, in unseren Kopf, in unser Hirn und dann macht es: AHHH. Ein Seufzen, ein Keuchen, ein Stöhnen, keine Ahnung, istjaauchegal. Ein AH halt, das erlösend und frisch und gut klingt.

 

Der Frühling, weil er intensiv ist, nach den Monaten der Kälte, des Monotonen, des Weißen. Ein intensives Lebenserwachen, ein großartiges Blühen nach dem Zauber des Winters. Denn der Winter ist ein Zauber. Der Himmel, der uns das magische, atemberaubende Weiße schenkt. Der Schnee, der vom Himmel kommt und auf unserer Erde bleibt – für eine lange Zeit. Eine lange Zeit, in der der Erdboden mit dem Himmel verbunden ist. Was trägt der Himmel eigentlich von uns und wieso muss ich gerade an den Wasserkreislauf denken, den wir in der Grundschule mit einer Zeichnung grafisch festgehalten haben? Ääääääh…….

 

Die Sonne. Die Sonne ist das Frühlingsauge. Es öffnet sich, sieht uns, belebt uns, atmet uns ein und atmet uns aus und wir spüren die Finger auf unsere Haut, weil sie sanft-intensiv sind uns wir sie stärker spüren als im Sommer. Im Sommer ist die Sonne das Sommerherz. Die Tage, in denen die Verliebtheit der Wärme zu einer wiegenden, geborgenen und bekannten Hitze wird, die wir bedingungslos lieben und der wir uns hingeben. Zumindest viele von uns. Also die, die den Sommer lieben. Ich liebe ihn nicht, aber ich liebe den Gedanken an das Sommerherz und an das Frühlingsauge und außerdem liebe ich das Herbstseufzen, in dem wir Erinnerungen an das Sommerherz sacken lassen und wehmütig zurückblicken, um diese Bilder der Erinnerungen in eine kleine Höhle zu betten, sie einzudecken, wie ein kleines Eichhörnchen, das nun seinen Winterschlaf nimmt. Und was ist der Winter? Der Winterkopf-Hinterkopf. Öffnung, Frische, Neuerung, Säuberung, keineAhnungundohGotthörtsichdasscheißean. Zauber. Zauber, weil die Sonne im Winter der Winterkopf ist und in unserem Winterkopf im Hinterkopf sich Türen öffnen oder schließen – so wie eigentlich in jeder Jahreszeit, jeden Tag, jede Sekunde. Jede Millisekunde, oh, ich habe die Minuten und Stunden vergessen. Egal.

 

Aber jetzt stehen wir erst auf diesem großen, weiten, freien Feld, in der Frühlingszeit, in der das Zwitschern der Vögel melodischer klingt, in der das Erwachen der Sonne intensiver ist, in der die Düfte der Natur eine Sehnsucht wecken und uns Schritt für Schritt nach vorne schubsen, in den Sommer hinein, in die Zeit des Anderenlichts. Also des Lichts, das anders ist als im Winter. Oder im Frühling oder im Herbst.

 

Und weil jetzt 16:16 Uhr (und eigentlich kein Grund) ist, höre ich auf.

 

 

 

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