Begegnungen und Notärzte, die Spaß haben

bb

Okay, am Wochenende habe ich echt eine extreme Achterbahn hinter mir.

Ich habe hier glaube ich noch nicht erwähnt, dass ich seit Längerem schon krasse Schlafstörungen habe, die sich mittlerweile sogar auf meine physische Gesundheit auswirken. Ich kann nicht mehr durchschlafen, werde immer wieder wach und kann schlimmsten Falls gar nicht mehr wieder einschlafen. Seit einigen Tagen ist mir dadurch auch immer kotzübel. Zumindest bilde ich mir ein, dass es von den Schlafstörungen kommt. Anders kann ich es mir nicht erklären.

Nun, so kam es dazu, dass ich am Samstag ziemlich verantwortungslos gehandelt habe und aus Verzweiflung 2 Tabletten (20 mg) von Bays Schalftabletten genommen haben (Zolpidem), die sogar tödlich enden können – hups.

Der „Vor“(nach)teil bei mir war, dass diese 20 mg bloß wie eine heftige Droge auf mich gewirkt haben. Ich weiß noch, wie ich anfing „weich“ im Kopf zu werden. Da bekam ich dann Bammel und habe wohl in der Nacht bei sämtlichen Krankenhäusern und Bereitschaftsnummern und Kliniken und sonstige Nummern, die ich von Ärzten kenne, angerufen. Das weiß ich allerdings auch nur noch, weil ich gestern mein Telefonprotokoll gesehen habe.

Ich erinnere mich auch noch, wie Bay irgendwann kam und erst schockiert und entsetzt war, wir dann aber gemeinsam wegen jedem Schmarrn gelacht haben – oder ich zumindest. Und sie lachte mit. Irgendwann, das weiß ich auch noch, klingelte es plötzlich. Es muss so gegen 2 Uhr nachts gewesen sein. Ich torkelte zum Türöffner. Ich torkelte wirklich – so richtig. Als hätte ich 10 Maß Bier getrunken!!! Ich konnte einfach nicht mehr gerade gehen, aber ich war super gut gelaunt. Wie betrunken eben.

Ich öffnete die Tür… puh, ich weiß noch, wie ich die Treppen nach unten sah und zwei Notärzte sah. Eine Frau und einen Mann. Beides sehr sympathische Gesichter… wenige Minuten später klingelte es wieder.. die Polizei. Anscheinen hat wohl jemand von den Krankenhäusern oder Kliniken gedacht, ich hätte einen Suizidversuch vorgehabt. Ich weiß nur noch, wie ich zu dem einen Polizisten hin bin, sein Stern betrachtet habe, ihm dann auf die Schulter klopfte und mit einem sorglosen Lächeln meinte: „Keine Angst, mir geht es gut.“ Er lachte daraufhin nur und meinte zu den Notärzten, ob sie gehen dürften oder ob sie mich „wo anders“ (Psychiatrie wegen dem geglaubten Suizidversuch) hinbringen sollen. Die Ärzte meinten, sie kümmern sich um mich.

Tja..ab da ist wirklich alles nur noch verschwommen…. Ich weiß nur aus wenigen Bruchstücken und aus Bays Erzählungen, dass die Ärzte und Notärzte wohl die lustigste Nacht ihres Lebens hinter sich hätten. Sie hat mir Dinge erzählt, an die kann ich mich überhaupt nicht erinnern – zum Beispiel, wie ich, als wir schon im KH waren, Bay davon überzeugen wollte ein Taxi zu rufen um wieder nach Hause zu fahren. Oder wie ich mir einfach alle Kabel vom Körper genommen habe, weil ich nicht schlafen konnte… ooooder wie ich sie darum gebeten habe zu mir auf die Liege zu kommen, weil mir so kalt war, dann deckte ich uns mit der Unterlage zu. Diesem Papier… (ich hatte kein eigenes Zimmer, weil alles voll war. Ich musste in einem Sprechstundenzimmer auf so einer Liege schlafen)… ich hätte auch kurz auf dem Boden geschlafen. Außerdem hätte die Ärztin gefragt, ob ich sonst noch irgendwelche Krankheiten hätte und ich hätte ge“schrien“: „Ja, Magersucht. Aber das sieht man mir nicht an.“

Außerdem wäre ich total traurig gewesen, als die Notärzte wieder wegfahren mussten. An die Spanne zwischen 7 Uhr und 12 Uhr erinnere ich mich null. Kompletter Filmriss. Bay hat mir erzählt, wie die Ärztin ein Taxi gerufen hat, der Taxifahrer reingekommen ist und ich plötzlich vor ihm weggelaufen wäre (ich war zu der Zeit noch völlig „unter Drogen“)… ich soll wohl nur auf die Toilette gerannt sein. Bay hätte mich geholt und der Taxifahrer soll total genervt gewesen sein. Um noch eins mit drauf zu setzen, hätte ich auch noch gerufen, als ich in das Taxi gestiegen bin: „Oh schau mal, das ist ja Taxi Papa E***“….

Zuhause wäre ich schnell eingeschlafen… nachdem ich Carmen noch geschrieben habe, dass ich im Krankenhaus war.

Um 14 Uhr war ich dann ca. wach. Ich hatte Kopfschmerzen, mir war übel, schwindelig – also wie bei einem typischen Kater. Und dann hatte ich auch noch 10 Nachrichten und 5 verpasste Anrufe von Carmen. Sie war außer sich vor Wut und Sorge. So wütend habe ich sie noch nie erlebt. Okay, gut. Sie hat jedes Recht dazu. Spaß bei Seite, denn im Ernstfall hätte ich wirklich tot sein können (ich weiß ja nicht, wie viel noch gefehlt hätte).

Kurzerhand entschloss ich (ja, selbst in meinem beschissenen Zustand), nach München zu fahren, um sie zu sehen.

Anfangs war sie wütend, aber nach einer Stunde, in der wir geredet (und einen Biber gesehen!!!!!!!!!!!) haben, war alles wieder gut.

Die Zugfahrt war eher das aufschlussreichste Erlebnis vom gestrigen Tag.

Auf dem Viererplatz neben mir saß eine braunhaarige Frau, die ihren riesigen Koffer zwischen die Zweisitzer hinter den Viererplatz gestellt hat. Er rollte dauernd hin und her. Irgendwann stand ich auf, zog meinen Schal aus und meinte zu ihr, so hätte ich damals auch meinen Koffer befestigt. Sie war sehr sympathisch (und attraktiv, aber das ist Nebensache)… Ich habe also ihren Koffer mit meinem Schal an der Stange befestigt, bis ich (und sie auch) in Weilheim umsteigen musste.

Sie musste nach Garmisch und ich fragte sie aus Interesse, wo sie denn war, dass sie so einen riesigen Koffer dabei hatte. Sie meinte, sie wäre in Stuttgart auf der Low-Food Messe gewesen. Ich fragte, ob sie das privat oder beruflich gemacht hätte und sie meinte, sie wäre beruflich dagewesen. Sie hätte ein Hotel in Garmisch. Ich fragte welches und sie nannte es mir.

Ich weiß nicht, wie wir darauf kamen, aber sie meinte dann nebenbei lachend: „Wir bilden auch aus…“ Ich verstand den Wink, lachte dankbar und sagte dann aber, dass ich gerade eine Ausbildung im 3. LJ zur Kauffrau für Büromanagement mache. Darauf meinte sie nur mit einem Lächeln und Schulterzucken „Wir bieten auch Umschulungen an. Menschen mit so einem Lachen sind immer gern gesehen.“ Ich war irgendwie total verlegen, versprach ihr auf jeden Fall, sie in dem Hotel zu besuchen und mir ihr Angebot durch den Kopf gehen zu lassen. Dann musste ich aussteigen.

Apropos. Es findet im Moment nicht nur IN mir eine Veränderung statt. Ich hatte das erste Mal in meinem Leben das Bedürfnis mich auch optisch ein bisschen zu verändern und habe mir spontan mal ein paar Strähnchen in die Haare gesetzt. Ach ja… und momentan ist ein kleiner Hase bei uns zu Besuch. Der von Melly. Weil sie sich nicht mehr um ihn kümmern können. Und bis er vermittelt wird, darf er bei uns und unseren Mädels bleiben. Ich will den kleinen Schatz aber eigentlich gar nicht mehr hergeben 😀

 

 

 

Von unseren eigenen Hasis gibt es auch noch ein paar. Also offiziell haben wir ja vier. Ich glaube, ich habe noch gar nicht erzählt, dass ich Mogli und Malheur (meine zwei Schätze) endlich von München zu mir nach S. holen konnte. Oh Gott, ich bin so glücklich, dass sie hier sind. Ich liebe Mogli ja so sehr. Sie bedeutet alles für mich!

Bay hat Coco und Lina (ihre Zwei) ja noch von Zuhause und eine Freundin von Bay ist seit Anfang April im Urlaub bis Mitte Mai und ihre zwei Kaninchen sind seitdem auch bei uns zur Pflege (Babs und Jola).

 

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