Unendlichkeit

wisst ihr, ich lese gerade ein Buch, das alles auf Papier gebracht hat, woran ich glaube und was ich fühle. Zumindest 90 % davon. Alles, was da drinnen steht, hätte genauso gut von mir sein können, vermutlich – nein, höchstwahrscheinlich – bloß mit anderen Worten (die Art, wie dieser Mann schreibt ist mehr als grandios).

Es heißt

Das Ende ist nur der Anfang

Wisst ihr, was ich ganz besonders erschreckend finde? Ich habe mich nie zuvor mit diesem Thema intensiv beschäftigt, ich war nie religiös oder besonders gläubig. Alles, woran ich glaube oder was ich spüre, das war plötzlich einfach da. Weil ich sie in meinen Träumen in der Nacht oder in den Träumen am Tag sehe, weil ich in Welten spaziere, die es „hier draußen“ nicht gibt und Dinge verstehe, die einfach plötzlich da sind. Es ist also nicht so, dass ich erst dieses Buch oder andere Bücher oder Filme oder Personen gelesen, gesehen oder gesprochen habe. Sie waren einfach da – das schwöre ich bei allem, was mir etwas bedeutet und für das ich lebe!

Diese Tatsache, diese 1000%-ige Sicherheit, dass da noch mehr ist, als bloß diese irdische Welt. Ich weiß es einfach. Wir meinen, vieles sei perfekt. Ein Gebäude, das nach Vorstellungen errichtet wurde? Ein Computer (ich sage bloß Alexa), das man an Perfektion kaum überbieten kann? Pah!

Meine Überlegung war, schon vor einigen Jahren – ich habe es sogar noch in irgendeinem meiner zigtausend Tagebücher stehen -, dass wenn wir wirklich meinen, eine perfekte Welt schaffen zu können oder vielleicht sogar schon einige perfekte Konstruktionen errichtet zu haben… was wäre dann das passende Wort für das, was in unserem Kopf entstand? Es war doch unsere Fantasie, die ein Haus, einen Schreibtisch, einen Becher, ein Flugzeug entwickelte. Es war also ein Ursprung unseres Geistes. Ohne Geist wäre so etwas nie entstanden. Und was kann perfekter sein als etwas, das in seiner Vollkommenheit entstand? Der Verstand aber muss diese Fantasien auf das Mögliche reduzieren. Denn perfekt wäre ein Flugzeug, das der Umwelt nicht schadet, das geräuschlos startet, das schwerelos und leicht ist. Der Kern der Entstehung der Fantasie eines Flugzeuges war ja immerhin das Fliegen. Wie absurd, dass ausgerechnet dieses Transportmittel, das für Leichtigkeit, Schwerelosigkeit und Freiheit stehen soll – wenn man es nicht lediglich als Transportmittel sieht – SO massiv  ist. Nicht?

Na ja, zumindest dachte ich immer so. Der Geist ist etwas Unendliches. Wir können in ihm so unerdenklich Vieles entstehen lassen, wieder verwerfen, neu konstruieren, in den unvorstellbarsten Farben und Formen und Dimensionen.

Ich war mir immer so sicher, dass das, was wir sehen, wenn wir träumen – egal, ob bei Tag oder Nacht – die eigentliche Wirklichkeit ist. Weil sie viel tiefer geht, viel wichtiger ist – viel GE(!)wichtiger. Diese Welt, in der wir leben, in der all unser Ideenreichtum, die Fantasie, die Perfektion… auf etwas Irdisches reduziert wird… ist meiner Meinung nach die größte Illusion, die es gibt. Die Größte. Gefährlichste und Herausfordendste.

Ich dachte so eine lange Zeit, ich sei die Einzige, die das so sieht. Doch dann lerne ich Menschen kennen wie Jella, Carmen, Natasha…  – oder lese dieses Buch von einem mir völlig fremden Mann und denke mir: Das ist unmöglich. Das gibt’s einfach nicht! Das. Kann. Nicht. Sein.

Und doch ist es so.

Jedes einzelne Wort würde ich so unterstreichen, was dort in diesem Buch steht. Und das nicht, weil mir die Geschichte gefällt und ich ihn als hervorragenden Autoren bezeichne, sondern weil ich ALLES, was er schreibt schon Jahre vorher genauso gesehen oder gefühlt oder gedacht habe.

Es gibt nur ein einziges Diskussionsthema in diesem Buch. Meinerseits. Eines, das ein schweres Gewicht in dieser Geschichte hat.

Und das ist der Selbstmord.

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