Der interessanteste Traum, den ich je in meinem Leben hatte

Ich erinnere mich nicht mehr richtig daran. Ich weiß aber, dass er eine wichtige Aussage hatte.

 In meinem Traum befand ich mich symbolisch in meiner Seele und war mein eigener Therapeut. Das Therapeuten-Ich zeigte mir meine Emotionen als Tiere. Jede Emotion war ein eigenes Tier. Alle Tiere schliefen.

 Das T-Ich erklärte mir, dass jedes Tier zu unterschiedlichen Zeiten wach ist, während alle anderen schlafen. Das T-Ich meinte, dass es wichtig wäre, bzw. dass es besser wäre, wenn alle Tiere gleichzeitig wach sind und auch gleichzeitig schlafen. Oder dass sie zumindest in Grüppchen wach werden und sich die andere Gruppe solange ausruht.

Ich glaube, es sagte auch so etwas wie, dass es wichtig ist, dass nicht zwei Raubtiere und nicht zwei Fluchttiere alleine wach sind. Sondern, dass am besten mindestens ein Raubtier und ein Beute-/bzw. Fluchttier mit dabei ist (oder so).

Das erzählte mir das T-Ich, während wir auf die ganzen schlafenden Tiere schauten. Ich erinnere mich an einen Löwen. Und an eine Möwe und Schlange, glaube ich… Da waren noch unendlich viele andere, aber so richtig bildlich habe ich nur noch den Löwen in Erinnerungen, der tief und fest schlief.

Irgendwann drehte mich mein T-Ich in eine bestimmte Richtung. Dort sah ich in einer dunklen Ecke ein unglaublich verängstigtes Tier, das uns aus großen, panischen Augen anstarrte. Es war in eine Decke gewickelt und zitterte. Ich weiß leider nicht mehr, was für ein Tier das war… Ein Otter? Eine Robbe? Ein Biber? Ein Reh?….. Ich weiß nur, dass es mir das Herz zerriss, so, wie es uns anstarrte.

Da meinte mein T-Ich nur zu mir: „Sieh es dir an… siehst du es? Wenn du dich nicht um dich kümmern kannst, wer soll dann diesem armen Ding helfen?…“

Irgendwie wurde mir im Traum bewusst, dass dieses Tier eins meiner „Hauptteile“ in mir sein musste. Ich schaute das verängstigte Tier traurig oder entschuldigend an, senkte den Blick und wachte dann auf.

 

Koragedanken

Natürlich sehe ich immer wieder Neuigkeiten von Kora. Wir sind ja nicht im Schlechten auseinander gegangen.

Ich habe gesehen, wie sehr sie nach der Trennung gelitten hat (immer noch leidet?…. idk…), während ich unbeschreiblich und grenzenlos glücklich war, so sehr, als würde ich auf Wolken tanzen.

Mittlerweile gibt es mehr von ihr zu sehen, auf Gesichtsbuch. Na ja, zumindest macht es mich froh, dass sie dort, wo sie hingezogen ist, nun Leute kennen gelernt hat, mit denen sie sich gut versteht und ihre Freizeit verbringt. Denn das war immer ihre größte Sorge. Oder dass es Fotos gibt, auf denen sie lächelt. Blöd nur, dass mir gerade der selbe Gedanke kommt, wie damals, als ich sie kennen gelernt habe: Dass ihre Augen, trotz des Lächelns, todtraurig dreinblicken. Und das tut mir irgendwie ein bisschen weh…

Sie tut mir leid, obwohl das nicht fair ist. Ich finde es komisch, mit jemandem Mitleid zu haben, den man einmal geliebt hat und vor allem, wenn man eigentlich der Grund dafür ist, dass es ihm so geht, wie es geht. Sehen wir mal von der Tatsache ab, dass jeder für seine Gefühle selbst verantwortlich ist und jeder Ursprung(also der Grund) in einem selbst drinnen ist. Aber das weiß Kora nicht. Selbst wenn ich es ihr schon oft versucht habe zu erklären, sie versteht es nicht. Deshalb sagen wir es so, wie es sich für sie anfühlt: Ich bin der Grund ihrer Traurigkeit.

Manchmal, da denke ich an sie, und sie fehlt mir. Aber nicht als Partnerin, sondern als Freundin. Denn das waren wir die letzte Zeit nur noch. Eine Partnerschaft war das ohnehin schon lange nicht mehr.

Sie fehlt mir, Balou fehlt mir, und am meisten fehlen mir Leila und Forrest. Bäh. Wenn ich es zulassen würde, würde ich Schmerzen in Form von Scheiße kotzen, so wenig ertrage ich das.

Ich sehe in ihren Augen, wie traurig sie ist. Sie sagte ja während unserer Beziehung schon, dass sie denkt, wenn das mit uns nicht klappt, dann wird sie nie die Frau finden, die für sie bestimmt ist, weil ich das wäre. Auch wenn ich der Meinung bin, dass sie sich das einbildet und vermutlich bei jeder sagen würde, die nach mir kommt. Was ich jetzt nicht als abwertend feststelle, im Gegenteil. Das ist völlig normal und sogar gut so. Denn man wird intuitiv nach Menschen „Ausschau halten“, die die negativen Eigenschaften des Ex-Partners nicht haben. Und somit erscheinen sie dann meistens (im ersten Augenblick zumindest) „besser“ (wobei dies das falsche Wort ist), als der Vorherige. Natürlich gibt es auch die, die jahrelang noch ihren Ex-Beziehungen nachtrauern. Aber, so hart das auch klingt: Dann liegt das Problem bzw. diese Sehnsucht nicht an der Person, die sie verlassen haben, sondern in sich selbst. Wenn man sich selbst nicht findet und kennen und lieben lernt, dann wird man vermutlich immer irgendjemandem jahrelang grenzenlos hinterher“trauern“ (schmerzhafte Sehnsucht haben)… Aber egal, ist nicht das Thema.

Es gibt keinen Vergleich. Genauso wie es zwischen Carmen und Kora keinen Vergleich gibt.

Sie sind beide auf ihre eigene Art und Weise wundervolle Menschen.

Nur ist Carmen eben diejenige, die auch meiner Seele guttut. Ganzheitlich. Nicht als Einbildung. Und ich liebe sie. Ich liebe sie sehr. Allein schon die Tatsache, dass ich mich jedes Mal neu in sie verliebe wenn wir uns sehen zeigt mir, dass sie die Frau ist, mit der ich die nächste Zeit mein Leben verbringen möchte. Ich weiß natürlich nicht was kommt. Und ich weiß so oder so, dass Carmen nicht in Deutschland bleiben wird.

Ich werde nicht mit ihr mitgehen, denke ich. Denn es gibt keinen Menschen, den ich mehr liebe, als mein Umfeld, meine Freunde, meine Familie (auch wenn das nur der Fall ist, wenn ich nicht Zuhause bin Foot in mouth), und die Natur.

Ja, ich denke, da kann sonst jemand kommen, ich würde niemals einen Menschen meiner Liebe zu der Natur(Heimat) vorziehen. Denn das ist das, was ich hier gefunden habe. Schongau ist meine Heimat, es ist mein Zuhause. Ich wusste es nach einem Jahr, wie ich hierher gezogen war, und das, obwohl ich in München geboren und aufgewachsen bin. Ich wusste schon immer, dass ich nicht dorthin gehöre.

Ich habe meinen Platz gefunden und ich habe im Moment – und auch voraussichtlich – nicht vor hier wegzuziehen.

Ich liebe die Menschen hier. Schongau hat einfach noch seine „Schongauer“, die sich liebevoll selber „Ureinwohner“ nennen. Und ich denke, dieses Mythos ist wahr: Wenn sich ein Mensch entschlossen hat, hier zu bleiben, dann bleibt er. Und zwar… nun ja, zu 80 % für immer.

Ich will es nicht verherrlichen. Es gibt durchaus Leute, die Schongau nicht mögen und unbedingt wegziehen wollen. Aber ich glaube, gerade das macht Schongau so harmonisch und liebevoll.

Die Menschen, die nicht bleiben wollen, die gehen einfach. Und die, die wirklich aus Herzen hierbleiben wollen, die setzen ihre Anker. Das macht eine Familie aus diesem Städtchen hier. Die Menschen leben hier, weil sie hier leben wollen und weil sie sich aus dem Gefühl heraus dafür entschieden haben.

Ich weiß noch, vor vier Jahren, da sagte ich, ich war noch nicht so viel unterwegs und kann kein Urteil über Schongau fällen. Mittlerweile bin ich aber schon durch einige Städte gewandert, auch über mehrere Tage, und ich muss sagen, mich hat noch keine einzige Stadt davon überzeugt zu behaupten, dass sie mir mehr gefällt, als dieser kleine Fleck, in dem ich mein Zuhause gefunden habe.

Nun ja, darum gings ja jetzt eigentlich gar nicht.

Ich wünschte, ich könnte für Kora eine gute Freundin werden. Ich würde sie so gerne an der Hand nehmen. Aber das mache ich nicht. Ich würde es tun, wenn sie von sich aus „kommt“, bzw. wenn ich merke, dass unsere Beziehung für sie wirklich abgehakt ist, aber ich denke, das wird lange dauern… sehr lange… und solange halte ich mich auch zurück.

Ich wünsche ihr nur das Beste.

Einfach mal annehmen

Ich habe heute darüber kurz nachgedacht und überlegt, ob ich dem Gedanken mal mehr Raum und in den Fluss lassen soll….pff…. gute Frage und anstrengende Vorstellung.

Ich versuche ihn hier einfach mal temporär festzuhalten. Wenn ich auf den Geschmack komme, ihn auszureifen, dann wird das passieren, wenn nicht, dann eben nicht. Ich mache mir selbst keine Versprechen, denn ich rede viel, wenn der Tag lang ist.

Ich sollte annehmen, was ist.

Ich frage mich, wieso mir das alles mit Carmen so irreal vorkommt. Wieso ich mich immer frage, „womit ich eine Frau wie sie verdient“ hätte.

Dummer Gedanke. Einer der dümmsten Gedanken und Fragen die ich mir vorstellen kann, weil das bedeutet, dass ich mit mir selbst irgendwo noch im Unreinen bin, dass ich irgendein Problem oder Komplex habe.

Ich sollte mich eher fragen: Wieso nicht?

Wieso soll Carmen nicht dasselbe Universum in meinen Augen sehen, das ich in ihren Augen sehe? Wieso kann ich nicht dankend und still annehmen, wenn sie sagt, dass ich sie entzücke, sie mich faszinierend und bezaubernd findet? Wieso tue ich das immer ab? Wieso beschwichtige ich diese Empfindungen.

Vielleicht weil ich misstrauisch bin. Keine Ahnung.

Ich meine, eine Frau wie Carmen, die kann ich tatsächlich meine Traumfrau nennen. Denn sie ist das, was ich schon immer in meiner Zukunft gesehen habe und die ich im letzten Jahr auch häufig gefühlt habe. Ich habe oft gesagt, dass ich das Gefühl habe, dass da draußen irgendwo mein Puzzlestück auf mich wartet. Ist das nicht komisch?

Und sie sieht wirklich so aus und IST so, wie ich es mir immer erträumt habe. Die langen, braunen Haare, diese sommerlichen, grün-braunen Augen, ihre feminine Art, ihre Lebensfreude, die Tatsache, dass sie ein Herzmensch ist, aber auf gesundem Niveau alles objektiv durchkauen kann, die Intelligenz – und ich rede nicht von Bildung, nicht von diesem angelernten Wissen, sondern von der Klugheit/Weisheit, die in ihrem Herzen steckt und in ihren Adern fließt wie Blut.

Sie fasziniert mich mit jedem ihrer Blicke, mit jedem ihrer Worte, mit jedem Lachen und jedem Lächeln. Ich liebe sie bedingungslos und seit einiger Zeit weiß ich, dass genau dieselben Gefühle auch von ihr kommen. Sie schenkte mir letzte Woche einen Text, der ihr hochkam. Er ist wunderschön, ich will ihn für mich behalten. Aber es gibt zwei Absätze, die mich sehr bewegten und die ich mit euch teilen möchte:

„(..)
Ich verliere mich
In den Tiefen deiner Seele
Sehe dich
Sehe mehr, als diese Welt.
(…)
Du faszinierst mich
Glücksmoment – ich bin entwaffnet.
Ein ewiger und doch zu vergänglicher Moment.“

Sie überrascht mich jedesmal in letzter Zeit. Ich merke, wie sie immer mehr aus ihrem Kopf herauskommt und ihrem Gefühl mehr Raum gibt – und das macht mich glücklich. Weil ihre lauten Gedanken mich so traurig machten. Die so laut waren, dass ich sie spüren und rattern hören konnte, dass sie mich mit-erdrückten, obwohl es IHRE waren.

Sie fängt an loszulassen. Sie fängt an kopflos zu sein, und das finde ich so schön, dass ich vor stummer Freude laut schreiend und hocheuphorisch in meinem Inneren durch irgendwelche illusionären Welten springen könnte.

Ich liebe sie.

Unser Puzzle setzt sich seitdem viel leichter, viel weicher und viel realer zusammen. Ich habe das Gefühl, dass wir einfach zusammenspielen, dass es endlich harmoniert, wie eine Musik, die ihre melodischen Oktaven gefunden hat.

Ich muss aufhören alles zu hinterfragen. Ich muss aufhören misstrauisch zu sein. Ich muss aufhören mich zu fragen, ob das wirklich sein kann. Ob es wirklich sein kann, dass meine (Wort wörtlich und im übertragenen Sinne) Traumfrau die selbe bedingungslose Harmonie in ihrem Herzen fühlt, wie ich in meinem, wenn ich sie ansehe.

Natürlich ist der Altersunterschied diesmal mit 15 Jahren dezent herausfordernd, aber dieses Problem besteht in ihrem Kopf, nicht in meinem. Ich darf mir die Schranken, die Grenzen, die in ihr liegen, nicht zu meinen machen, denn ich bin frei. In mir existieren momentan keine Grenzen, in mir ist alles offen, alles  frei und alles leicht.

Und sollte sie sich irgendwann wagen, sich fallen zu lassen, dann werde ich bereitstehen und ihr ein Meer aus Rosen aus meiner Hand pusten, die ihr den Fall erleichtern, die ihr den Fall abpolstern, duftend und streichelnd.

Und wenn nicht, dann ist das auch okay. Denn ich will einfach nur genießen. Ich werde diese Zeit genießen. Nein, nicht diese Zeit. Ich möchte jeden Augenblick mit diesem Gefühl genießen und leben. Um alles andere mache ich mir keine Gedanken.

Gesichts-orts-verbunden

Ist das nicht interessant, dass man einige Menschen manchmal nur dann (wiederer)kennt, wenn man sie immer an bestimmten Orten trifft? Das ist mir in letzter Zeit so häufig passiert, und ich glaube, das geht nicht nur mir so – oder geht es nur mir so? Ach, das wäre auch nichts Neues, dass die Synapsen in meinem Hirn anders schalten als die in anderen.

Zumindest geht es mir fast immer so. Mir fallen spontan 3 Personen ein, bei denen mir das schon passiert ist.

Auf den Gedanken bin ich gekommen, als ich überlegt habe, wann ich die Frau aus dem Bus wohl wieder sehe (ich habe ihr nämlich ein Dankeschön-Kärtchen geschrieben, ein Danke für ihr Lächeln, mit der Info, dass mir ihr Lächeln an diesem Tag besonders gut getan hat).

Und dann überlegte ich, ob ich sie überhaupt wiedererkennen würde, wenn sie mir auf der Straße über den Weg laufen würde und meine verschwommene Antwort war nein, weil:

Ich ihr Gesicht nur dann in meinem Kopf als Bild in Erinnerung (wow, was für ein grammatikalisch exzellenter Satz………………) sehe, wenn ich sie mit dem Bus kombiniere, aber mir bleibt ihr Gesicht leer, wie die einer gesichtslosen Marionette, wenn ich sie in Vorstellungen irgendwo auf der Straße sehe.

Und so ging es mir eben schon häufiger.

Einmal zum Beispiel, da war ich in der Verwaltung unterwegs und lief gerade die Treppen herunter, als urplötzlich eine blonde, junge Frau (so etwa um die 35) ganz erfreut rief: „Ja, hallo Frau Ve*!!! Das ist ja eine Überraschung!“

Ich muss ungefähr so blöd dreingeschaut haben, wie das Sams an einem Montag, denn sie fing erst das Lachen an und meinte, ob ich mich denn etwa nicht erinnere. Und tatsächlich: Nein. Kein blasser Dunst, wer diese Frau da vor mir war und mich augenscheinlich sehr gut kannte, denn sie plapperte drauflos, wie gut ich denn aussähe und wie es in meiner Ausbildung läuft und ob ich denn jetzt nicht im 2. Lehrjahr schon wäre…

Irgendwann, nach ein paar Tagen, erinnerte ich mich, dass diese Frau damals eine Sozialberaterin in der Schule war, die mich eine kurze Zeit lang begleitet hatte, was aber ja noch gar nicht soo lange her ist.

Letzte Woche war ich zum Beispiel auch im Müller und als ich um die Ecke bog, strahlte wieder eine blonde, sehr attraktive und mir extrem sympathische Frau und rief völlig begeistert: „Ja, guten Abend, so sieht man sich wieder!“ Und sie legte sogar lachend eine Hand auf meine Schulter und fragte, wie es mir ginge.

Ich wusste, ich kannte sie, sie war mir sehr vertraut, aber ich hatte keine Ahnung, wer sie war! Gott, sie muss die Rädchen förmlich über meinem Kopf arbeiten gesehen haben! Ich sagte ganz ehrlich: „Oh Gott, ich kenne Sie! Aber woher?“

Sie lachte und meinte, darüber könne ich ja jetzt nachdenken, solange sie sich ein Parfüm aussucht und kicherte dann noch amüsiert in sich hinein.  Ich musterte sie verzweifelt und dann leuchtete es mir ein!

„Ach!!! *Marie! Du bist es!“ Ich rief es so laut, dass sich einige zu uns umdrehten und sie musste wieder lachen. Marie ist diese tolle Frau, die ihr veganes kleines Café in einer Seitenstraße hat, die ich bis zum Umfallen liebe, weil sie so nostalgisch wirkt (ich muss Fotos machen!). Ich bin da immer mal wieder, mal sehr häufig, mal seltener und ich plaudere sogar oft mit ihr, wenn ich dort bin!

Es gibt aber auch eine sehr junge Frau, die ich in München zum Beispiel immer wieder im Müller (Bäckerei – ha, was für eine Ironie, fällt mir gerade auf) sitzen sehe, die ich zu 100% kenne; nein, nein, nein: zu 1000%! Aber ich weiß bis heute nicht, woher. Ich verbinde ihr Gesicht mit einem weißen T-Shirt… evtl. aus einer Arztpraxis? Aber wann bin ich in München schon beim Arzt? Ich bin da ja nur, wenn ich meine Eltern besuche oder wenn ich Urlaub mache.

Und dann dachte ich mir, ob ich diese Frau aus dem Bus jemals wieder sehen werde und wie peinlich es denn wäre, wenn mir auf der Straße eine Frau mit Ähnlichkeit über den Weg läuft, ich mir einbilde, dass sie das ist, und dann einer Fremden die Dankeschön-Karte in die Hand drücke und sie sich dann beim Lesen fragt, aus welcher Irrenanstalt ich wohl ausgebrochen bin……………………………

Ich hoffe, sie steigt bald wieder in den Bus!

:Frühlingsauge:

 

Irgendwann, da kommt dieser Augenblick, da bleiben wir stehen. Weil wir die Sonne auf unserem Rücken spüren. Weil wir uns auf einem Feld bewegen, einer großen Wiese, auf Gras, mit unseren nackten Füßen, die wir sonst nicht spüren (außer vielleicht Menschen, die jeden Tag laufen und sie schänden). Irgendwann, da greift die Sonne mit ihren UV-Armen nach unseren Schultern und zieht uns zurück, erzwingt sich eine Verbindung zu unserem Nacken, in unseren Kopf, in unser Hirn und dann macht es: AHHH. Ein Seufzen, ein Keuchen, ein Stöhnen, keine Ahnung, istjaauchegal. Ein AH halt, das erlösend und frisch und gut klingt.

 

Der Frühling, weil er intensiv ist, nach den Monaten der Kälte, des Monotonen, des Weißen. Ein intensives Lebenserwachen, ein großartiges Blühen nach dem Zauber des Winters. Denn der Winter ist ein Zauber. Der Himmel, der uns das magische, atemberaubende Weiße schenkt. Der Schnee, der vom Himmel kommt und auf unserer Erde bleibt – für eine lange Zeit. Eine lange Zeit, in der der Erdboden mit dem Himmel verbunden ist. Was trägt der Himmel eigentlich von uns und wieso muss ich gerade an den Wasserkreislauf denken, den wir in der Grundschule mit einer Zeichnung grafisch festgehalten haben? Ääääääh…….

 

Die Sonne. Die Sonne ist das Frühlingsauge. Es öffnet sich, sieht uns, belebt uns, atmet uns ein und atmet uns aus und wir spüren die Finger auf unsere Haut, weil sie sanft-intensiv sind uns wir sie stärker spüren als im Sommer. Im Sommer ist die Sonne das Sommerherz. Die Tage, in denen die Verliebtheit der Wärme zu einer wiegenden, geborgenen und bekannten Hitze wird, die wir bedingungslos lieben und der wir uns hingeben. Zumindest viele von uns. Also die, die den Sommer lieben. Ich liebe ihn nicht, aber ich liebe den Gedanken an das Sommerherz und an das Frühlingsauge und außerdem liebe ich das Herbstseufzen, in dem wir Erinnerungen an das Sommerherz sacken lassen und wehmütig zurückblicken, um diese Bilder der Erinnerungen in eine kleine Höhle zu betten, sie einzudecken, wie ein kleines Eichhörnchen, das nun seinen Winterschlaf nimmt. Und was ist der Winter? Der Winterkopf-Hinterkopf. Öffnung, Frische, Neuerung, Säuberung, keineAhnungundohGotthörtsichdasscheißean. Zauber. Zauber, weil die Sonne im Winter der Winterkopf ist und in unserem Winterkopf im Hinterkopf sich Türen öffnen oder schließen – so wie eigentlich in jeder Jahreszeit, jeden Tag, jede Sekunde. Jede Millisekunde, oh, ich habe die Minuten und Stunden vergessen. Egal.

 

Aber jetzt stehen wir erst auf diesem großen, weiten, freien Feld, in der Frühlingszeit, in der das Zwitschern der Vögel melodischer klingt, in der das Erwachen der Sonne intensiver ist, in der die Düfte der Natur eine Sehnsucht wecken und uns Schritt für Schritt nach vorne schubsen, in den Sommer hinein, in die Zeit des Anderenlichts. Also des Lichts, das anders ist als im Winter. Oder im Frühling oder im Herbst.

 

Und weil jetzt 16:16 Uhr (und eigentlich kein Grund) ist, höre ich auf.